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Hetze gegen Journalisten: Die Pressefreiheit verschlechtert sich – vor allem in Europa



Hetze gegen Journalisten vergiftet nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) zunehmend das politische Klima in Europa. In keiner anderen Weltregion habe sich 2017 die Lage der Pressefreiheit derart verschlechtert, heisst es im Jahresbericht der NGO.

Diese feindselige Stimmung bereite oft den Boden für Gewalt gegen Medienschaffende oder staatliche Repression, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Journalisten als «Verräter»

Vier der fünf Länder, die in der neuen ROG-Rangliste der Pressefreiheit am stärksten nach unten gerutscht sind, befinden sich in Europa: Die EU-Mitglieder Malta, Tschechien und Slowakei sowie Serbien. In diesen Ländern seien Spitzenpolitiker durch Anfeindungen, Beschimpfungen und juristische Schritte gegen Journalisten aufgefallen.

epa06370196 A memorial for the slain Malta journalist Daphne Caruana Galizia at the Great Siege monument opposite the Malta law courts in Valletta, Malta, 05 December 2017. On 05 December 2017 the three suspects were arraigned before the Court and accused of murder of the Maltese blogger Daphne Caruana Galizia. Daphne Caruana Galizia, 53, was killed in a car bombing near Mosta , Malta on 16 October 2017.  EPA/DOMENIC AQUILINA

Die Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta erschütterte die Welt. Bild: EPA/EPA

Auch in so unterschiedlichen Staaten wie den USA, Indien und den Philippinen verunglimpften hochrangige Politiker, darunter auch Staatschefs, kritische Journalisten gezielt als Verräter.

Schweiz verbesserte sich

An der Spitze der Rangliste mit 180 Ländern steht weiterhin Norwegen, gefolgt von Schweden, den Niederlanden und Finnland. An 5. Stelle steht die Schweiz, die sich um zwei Plätze verbessern konnte.

Rang 5 ist das beste Ergebnis, das die Schweiz erzielte, seit Reporter ohne Grenzen im Jahr 2002 die erste Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht hat.

Österreich hingegen verlor fünf Plätze landete noch an 9. Stelle. Deutschland ist um einen Rang auf Platz 15 vorgerückt. Schlusslichter sind Nordkorea, Eritrea und Turkmenistan.

Dänemark verliert fünf Plätze wegen Mord an Journalistin

Reporter ohne Grenzen allerdings warnt davor, die Rangierung allzu absolut zu nehmen. Denn es müsse festgehalten werden: «Um eine bessere Rangierung zu erreichen, muss sich ein Staat nicht unbedingt verbessern, es kann auch sein, dass sich die Situation in bisher weiter vorne platzierten Ländern verschlechtert hat».

Kim Wall (Bild: https://www.google.ch/search?q=Kim+Wall&tbm=isch&tbas=0&source=lnt&sa=X&ved=0ahUKEwjrpZPZoc3ZAhWQPFAKHcB6CGQQpwUIHw&biw=1155&bih=680&dpr=1#imgrc=Ffx3F94T_X9AhM:

Die getötete schwedische Journalistin Kim Wall.

So hat etwa Dänemark, das in der vorjährigen Rangliste noch auf Platz 4 lag, fünf Plätze verloren, weil dort die schwedische Journalistin Kim Wall ermordet wurde, heisst es im Bericht.

Der Mörder, dem derzeit in Kopenhagen der Prozess gemacht wird, ist nach Darstellung der Ankläger allerdings ein Perverser, der sich auf den Eigenbau von U-Booten kapriziert hat. Der Journalistenmord stünde also in gar keinem keinen journalistischen Zusammenhang. (whr/sda/dpa)

Wie Medien ihre Themen auswählen – ein Erklärungsversuch

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