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Israel am ESC 2024: Fernsehstationen überdecken Buhrufe im Halbfinal

Eden Golan representing Israel with the song "Hurricane" qualifies for the final during the second semi-final of the 68th edition of the Eurovision Song Contest (ESC) at Malm
Eden Golan und ihre Entourage freuen sich über den Finaleinzug.Bild: keystone
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«Massive Buhrufe überdeckt»: Die Kontroverse um Israels Auftritt am ESC geht weiter

10.05.2024, 10:2510.05.2024, 16:45

Eigentlich sollte der Eurovision Song Contest unpolitisch sein. Das wurde auch während des zweiten Halbfinals am Donnerstag immer wieder von verschiedenen Moderatorinnen und Moderatoren wiederholt. Die Teilnahme Israels scheint dieses Credo nun aber endgültig zu verunmöglichen.

Bereits im Vorfeld sorgte der Song «Hurricane» von Eden Golan für Diskussionen. Die 20-Jährige musste den Songtitel («October Rain») und Textpassagen ändern. Der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 darf keine Rolle spiele, weil zu politisch. Dann kam es bereits vor dem zweiten Halbfinale zu Anti-Israel-Protesten in Malmö.

Diese allgemeine Anspannung kulminierte schliesslich im tatsächlichen Auftritt Eden Golans. Sie kam als Drittletzte dran. Im Live-TV hört man während der Performance vereinzelt Geklatsche und Freudenschreie. Auch zum Abschluss gab es vermeintlich nur Zuspruch, das Stadion schien begeistert.

Buhrufe mit falschem Applaus überdeckt

Wenig später tauchten jedoch erste Bilder aus dem Stadion auf. Hier scheint der Applaus sehr viel verhaltener auszufallen, vereinzelt wird sogar gebuht:

Auch der ORF-Kommentator, der sich selbst in der Halle aufhält, sagt: «Massive Buhrufe in der Halle werden von den Menschen vom Ton durchaus mit zugespieltem Applaus überdeckt. Das ist natürlich eine Gratwanderung hier für alle Beteiligten.»

Bei der Verkündigung der Finalisten, die nach dem Zufallsprinzip funktioniert, waren die Buhrufe aus der Halle dann kurz etwas deutlicher zu hören.

Israel stürmt die Favoritenliste

Trotz – oder eben gerade wegen – der Kontroverse voten die Zuschauer Israel und Eden Golan in den Final. Die ESC-Veranstalter sehen sich also am Samstag mit ähnlichen Problemen konfrontiert wie am Donnerstag. Und nicht nur das: Israel scheint nun gar reelle Chancen auf den Sieg am ESC zu haben.

epa11330127 Eden Golan representing Israel with the song 'Hurricane' performs during the second semi-final of the 68th edition of the Eurovision Song Contest (ESC) at the Malmo Arena, in Mal ...
Der Auftritt scheint begeistert zu haben: Israel gilt nun als Favorit.Bild: keystone

Kurz nach dem Halbfinal schätzen die Wettanbieter Israels Chancen massiv besser ein als noch davor. Denn vor der Sendung lag Israel hier noch auf dem achten Platz, die Siegeschance betrug zwei Prozent. Mittlerweile liegt Israel auf Platz zwei, die Chancen steigen auf 19 Prozent. Damit verdrängt Eden Golan gar Nemo auf den dritten Platz. Kroatien führt mit Baby Lasagna aber weiterhin.

Dann passierte im italienischen Fernsehen ein Fauxpas: Die Italiener veröffentlichten versehentlich die Televoting-Zahlen. Fast 40 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer stimmten demnach für Israel. Die Kroaten können sich ihres Sieges am Samstag also keinesfalls gewiss sein.

(leo)

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Nemo aus der Schweiz mit «The Code».
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