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Finnland

Dementi: Finnen haben US-Soldaten bei Arktis-Übung nicht blamiert

Finnen sollen US-Soldaten bei Arktis-Übung blamiert haben – die Geschichte stimmt nicht

US-Truppen wurden angeblich während einer Übung von finnischen Nato-Kameraden gedemütigt. Nun zeigt sich: Die Geschichte stimmt nicht – die finnische Armee dementiert.
04.02.2026, 05:5204.02.2026, 05:52
Bojan Stula / ch media

Die Geschichte war gut. Reservisten der berühmten finnischen Jägerbrigade sollen an einem Arktis-Manöver die teilnehmenden amerikanischen Berufssoldaten derart überrannt haben, dass die Nordeuropäer von der Übungsleitung gebeten wurden, «es etwas langsamer angehen zu lassen».

February 14, 2025 - Setemoen, Norway - A U.S. Marine with Combat Logistics Battalion 2, Combat Logistics Regiment 2, 2nd Marine Logistics Group pulls a sled with a simulated casualty during cold weath ...
Die US-Soldaten liessen sich von den Norwegern und Finnen bei der Arktis-Übung anleiten.Bild: www.imago-images.de

Die britische «Times» berief sich auf eine anonyme Quelle aus Militärkreisen, als sie auf dem Höhepunkt des Grönland-Konflikts exklusiv über den Vorfall berichtete:

«Den Finnen musste befohlen werden, damit aufzuhören, die Amerikaner zu schlagen, da es für diese peinlich und demoralisierend wurde.»

Mitten im Streit um Grönland, in dem sich der US-Präsident über dänische Hundeschlitten lustig macht und die europäische Verteidigungsfähigkeit der Insel anzweifelt, wird Trumps Armee bis auf die Knochen blamiert: So etwas liest man dieser Tage in Europa gerne. Entsprechende Beiträge in den sozialen Netzwerken, die sich über die Möchtegern-Arktiskrieger aus den USA lustig machten, wurden millionenfach geteilt.

Leider war die Geschichte zu gut, wie sich jetzt herausstellt. Auf Nachfrage des US-Fachportals The War Zone dementiert die finnische Armee die Darstellung der «Times». Die beteiligte Jägerbrigade erklärt, man habe weder den Druck reduziert noch überhaupt als gegnerische Truppe agiert.

Im Gegenteil: Die Finnen hätten während des Manövers auf derselben Seite wie die US-Einheiten gekämpft. Kurzum: Man könne die Situation nicht «wiedererkennen», welche die britische Traditionszeitung da beschrieb. Auch eine begleitende kanadische Militärkorrespondentin hat laut eigener Aussage «nichts Derartiges» beobachten können.

Konkret geht es um das Manöver Joint Viking 25 in Nordnorwegen, an dem im März vor einem Jahr über 10’000 Soldaten aus neun Ländern teilnahmen. Ziel der Übung war es, sich mit den Besonderheiten der Kriegsführung in Schnee und Eis vertraut zu machen. So hatten etwa Soldaten in Vollmontur eine Minute Zeit, um sich aus einem Eiswasserloch zu befreien.

Unabhängig von der umstrittenen Episode räumt das US-Militär ein, dass der Einsatz in der Arktis besonders anspruchsvoll ist. Extreme Kälte, schwierige Geografie und logistische Hürden erschweren selbst einfache Tätigkeiten wie Kommunikation, Bewegung oder medizinische Versorgung. Genau deshalb, so die US-Armee in einem Statement, sei Joint Viking 25 so wichtig gewesen: Unter norwegischer Anleitung habe man Grundlagen im arktischen Überleben und Kämpfen erlernen können.

Für skandinavische Armeen dagegen sind solche Bedingungen Alltag. Mit dem Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens gehören nun fast alle arktischen Staaten dem westlichen Bündnis an. Und ganz egal, was Donald Trump mit Grönland noch im Schilde führt: Dies bleibt ein wesentlicher strategischer Vorteil angesichts wachsender Spannungen mit Russland und zunehmender Ambitionen Chinas im hohen Norden. (aargauerzeitung.ch)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Enzasa
04.02.2026 06:03registriert August 2016
In der Zeitung wurde vielleicht etwas Zuviel ausgeschmückt, oder sagen wir mal so, der Artikel wurde im Trump Stil verfasst.
Grundsätzlich bin ich der Meinung das unsere nordischen Staaten sehr gut ausgebildete Armeen haben, die gerade bei winterlicher Umgebung zu agieren wissen.
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Doppellottotreffer
04.02.2026 06:14registriert September 2021
Möglicherweise hat Trump Finnland Zölle angedroht, falls die finnische Armee die Blamage der US-Armee bei jener Übung nicht ableugnet.
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Dialaektraadikalefoeniks
04.02.2026 06:56registriert November 2025
Es ist lange her, dass die "Times" eine solide Traditionszeitung war. Mit dem Aufkauf durch Rupert Murdoch in den 1980ern wurde sie zu einem Schatten ihrer selbst und verkauft sich nur noch über ihren ehemaligen Ruf. "Anonyme Quelle" als einziger Nachweis passt da perfekt.
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