International
Frankreich

Vater von Thalys-Angreifer bestreitet politisches Motiv: «Er sprach nur über Fussball und Fischen»

Überwältigten den Angreifer: Die Amerikaner Spencer Stone (links), Anthony Sadler (mitte) Alek Skarlatos (rechts).
Überwältigten den Angreifer: Die Amerikaner Spencer Stone (links), Anthony Sadler (mitte) Alek Skarlatos (rechts).Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

Vater von Thalys-Angreifer bestreitet politisches Motiv: «Er sprach nur über Fussball und Fischen»

24.08.2015, 06:5524.08.2015, 09:20

Der Vater des mit einer Kalaschnikow bewaffneten Angreifers im Schnellzug von Amsterdam nach Paris hat seinen Sohn in Schutz genommen. Er räumte aber ein, dass er keine Ahnung habe, was seinen Sohn zur Tat veranlasst haben könnte.

«Er war ein guter Junge, sehr fleissig», sagte der Vater des 25-Jährigen laut einem Bericht der britischen Zeitung «The Telegraph» vom Sonntag. Der Vater gab auch an, er habe seit mehr als einem Jahr nicht mehr mit ihm gesprochen.

«Was sollte er tun? Was sollte er essen?»

Ein politisches Motiv hielt der Vater allerdings für unwahrscheinlich. Sein Sohn habe «nie über Politik gesprochen, nur über Fussball und Fischen», sagte der Marokkaner laut «Telegraph» unter Tränen. Die Familie lebt demnach seit 2007 in Spanien, der im andalusischen Algeciras ansässige Vater arbeite in der Recyclingindustrie.

Dieses Bild des Thalys-Angreifers kursiert auf Twitter.
Dieses Bild des Thalys-Angreifers kursiert auf Twitter.Bild: twitter

Der Vater beklagte laut «Telegraph», dass ein französisches Telekommunikationsunternehmen seinen Sohn mit einem Halbjahresvertrag nach Frankreich gelockt und ihn nach einem Monat einfach rausgeschmissen habe. «Was sollte er tun? Was sollte er essen?», sagte der Vater der britischen Zeitung.

Anschlagsabsicht umstritten

Der 25-jährige Marokkaner war am Freitag mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Teppichmesser in den Thalys-Schnellzug gestiegen. Mehrere Passagiere überwältigten ihn und verhinderten dadurch vermutlich ein Blutbad. Einer der an der Aktion beteiligten US-Soldaten und ein Reisender wurden verletzt. 

Beim Verhör durch Anti-Terror-Ermittler in Paris bestritt der Marokkaner jegliche Anschlagsabsicht. Der junge Mann fiel aber bereits den spanischen Sicherheitsbehörden auf wegen Reden, in denen er den bewaffneten Kampf gegen Ungläubige propagierte. Laut französischen Ermittlern lebte der junge Mann von Gelegenheitsjobs und kleineren Delikten, darunter Drogenhandel. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Flydubai-Co-Pilot soll Anschlag auf Flughafen Ben Gurion geplant haben
Nach dem mutmasslichen Terrorversuch auf einem Flydubai-Flug werden neue Details bekannt. Der festgenommene Co-Pilot soll geplant haben, die Maschine auf den Flughafen Ben Gurion zu stürzen. Ermittler gehen derzeit davon aus, dass er alleine handelte.
Der mutmassliche Angreifer auf Flydubai-Flug 1073 soll einen Anschlag auf den Flughafen Ben Gurion geplant haben. Das berichtet der israelische Sender Channel 12. Demnach habe der 29-jährige Co-Pilot Hamam al-Hammami bei Verhören angegeben, die Maschine absichtlich auf den Flughafen bei Tel Aviv stürzen zu wollen.
Zur Story