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Firefighters tackle the blaze as flames and smoke rise from Notre Dame cathedral as it burns in Paris, Monday, April 15, 2019. Massive plumes of yellow brown smoke is filling the air above Notre Dame Cathedral and ash is falling on tourists and others around the island that marks the center of Paris. (AP Photo/Thibault Camus)

Bild: AP/AP

Notre-Dame vor totaler Zerstörung gerettet – was über das Inferno von Paris bekannt ist

Den Parisern bricht das Herz: Am Montag Abend stand ihr Wahrzeichen in Flammen. Feuerwehrleute konnten das Schlimmste verhindern.



Wann und wo ist der Brand ausgebrochen?

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ist am frühen Abend ein Feuer ausgebrochen. Laut diversen Nachrichtenagenturen entzündete sich das Feuer gegen 18.50 Uhr auf dem Dachboden der Kathedrale.

Stundenlang sah man, wie dicker Rauch aus dem Turm des historischen Gebäudes aufstieg. Flammen schossen aus dem Dach der Kirche, das eines der wichtigsten Wahrzeichen von Paris ist. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Flammen im Dachstuhl ausgebreitet, dicke Rauchwolken hingen über dem Pariser Abendhimmel.

Bis zu 500 Feuerwehrleute standen die ganze Nacht im Einsatz und versuchten das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Gegen 04 Uhr meldete ein Sprecher der Feuerwehr, das Feuer in der Notre-Dame sei gelöscht.

Notre-Dame in Paris brennt

Was war die Brandursache?

Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP könnte der Brand mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen. Ermittler behandeln das Feuer als Unfall. Brandstiftung wurde am Montagabend ausgeschlossen, teilte das Büro der Staatsanwaltschaft am Montagabend mit. Darunter fielen auch mögliche terroristische Hintergründe. Die Polizei werde in Richtung «ungewollte Zerstörung durch Feuer» ermitteln, hiess es.

Was wurde in den Flammen zerstört?

Der gesamte Dachstock der Notre Dame stand in Flammen. Zuerst war unklar, ob man das Gewölbe der Kathedrale retten kann. Verzweifelt sagte der Sprecher von Notre-Dame André Finot: «Alles brennt. Vom Dachstuhl, der zu einem Teil aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird nichts übrig bleiben.»

Drohnenbild zeigt Zerstörung des gesamten Dachstocks

Bild

Bild: userfoto

Um circa 21 Uhr stürzte das Dach und ein Spitzenturm ein. Ein Feuerwehrmann wurde laut Meldungen ernsthaft verletzt.

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Video: srf/SDA

Was konnte vor den Flammen gerettet werden?

Im Verlaufe des Brandes ging die Feuerwehr dazu über, Kunstwerke aus der Kathedrale zu retten. Einsatzkräfte versuchten, Kunst und andere historische Sachen in Sicherheit zu bringen.

Eine der wichtigsten Reliquien der katholischen Kirche konnte gerettet worden. Es handelt sich dabei um die Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll, sagte Patrick Chauvet, Direktor der Kathedrale am späten Montagabend vor Journalisten. Sie gilt als eine der wertvollsten Reliquien, die in der Kathedrale aufbewahrt werden.

Um 23 Uhr meldete der Sprecher der Feuerwehr, dass die beiden Haupttürme der Notre-Dame gerettet werden konnten. Auch die Gebäudestruktur sei «vor der vollkommenen Zerstörung bewahrt worden». Die gotische Kirche könne «in ihrer Gesamtheit erhalten» werden.

Wie reagieren die Bewohner von Paris?

An den Quais und auf den Brücken bildeten sich grosse Zuschauermengen. Sichtlich geschockte Pariser und Touristen versammelten sich, einige weinten, andere beteten.

«Es gibt keine Worte, diesen Schmerz zu beschreiben»: Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach in ihrem Tweet wohl vielen Menschen aus dem Herzen.

Auch die offizielle Schweiz zeigte sich bestürzt nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale: Bundespräsident Ueli Maurer hat im Namen des Gesamtbundesrats sein Mitgefühl ausgedrückt.

Wie reagiert der französische Präsident

Der französische Präsident Emmanuel Macron musste seine für 20 Uhr geplante Fernsehansprache als Antwort auf die Proteste der «Gelbwesten» verschieben. Er begab sich vor Ort und traf sich an der brennenden Kathedrale mit Einsatzkräften.

Das Feuer werde wie ein nationaler Notstand behandelt, sagte er am Montagabend. Zuvor hatte er getwittert, mit der Kirche stehe «ein Teil von uns» in Flammen. Er sei wie alle seine Landsleute sehr traurig und denke an alle Katholiken und Franzosen.

Um 23.30 Uhr richtete sich der französische Präsident Emmanuel Macron an die Medien. Er sagte, was heute Abend in Paris passiert sei, sei eine fürchterliche Katastrophe. Er bedankte sich bei den Feuerwehr-Leuten, die stundenlang im Einsatz standen. «Das schlimmste konnte vermieden werden, auch wenn der Kampf noch nicht vorüber ist.»

Wie geht es jetzt weiter?

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sagte am späten Montagabend am Ort des Geschehens: «Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen.» Mit Blick auf das historische Bauwerk sagte der 41-Jährige: «Es ist das Epizentrum unseres Lebens.»

Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat eine Spendensammlung für den Wiederaufbau der Notre Dame gestartet. Diese «nationale Sammelaktion» war bereits in der Nacht zum Dienstag auf der Internetseite der Stiftung zugänglich.

Die Familie um den französischen Milliardär François-Henri Pinault versprach, 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau der von Flammen verwüsteten Kathedrale zu spenden. Das gab der Chef des Luxusmodekonzerns Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga) in der Nacht auf Dienstag bekannt.

(Mit Material der sda/afp/ap)

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28
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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 16.04.2019 08:43
    Highlight Highlight Könnte eine Ähnliche Ursache habe wie der Kirchbrand in Bremgarten 1984. Damals wurde das Gebälk mit lösungsmittelhaltigen Holzschutzmittel behandelt, und der Funkenflug eines Winkelschleifers hat das Ganze entzündet.
    • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 16.04.2019 10:06
      Highlight Highlight An die Blitzer: Es war damals wirklich der Funkenflug eines Winkelschleifers.

      http://www.bremgarten.ch/dl.php/de/20041105100517/Polizeirapport+zum+Kirchenbrand.pdf

    • Domino 16.04.2019 10:18
      Highlight Highlight Die Baustelli ist ab 17:00 geschlossen. 18:50 wurde das Feuer entdeckt. Laut französischen Medien gab es auf der Baustelle Security und ein Feuerwehrteam welches drei mal täglich den Dachstuhl überprüfte.
      Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass es ein Akkuladegerät oder ähnliches gewesen ist. Brandstiftung würde ich jedoch nicht ausschliessen.
    • Saraina 16.04.2019 11:38
      Highlight Highlight Die Security kann Brandstiftung durch Aussenstehende verhindern, aber drei Kontrollen täglich sind schlicht zu wenig, um einen Brand zu entdecken, der schon länger geschwelt haben muss, um die Balken zu entzünden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alnothur 16.04.2019 08:01
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Randy Orton 16.04.2019 10:29
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Alnothur 16.04.2019 10:35
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Jacky Treehorn 16.04.2019 07:46
    Highlight Highlight Hat Quasimodo überlebt?
  • why_so_serious 16.04.2019 07:37
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • WID 16.04.2019 07:16
    Highlight Highlight Tragisch für das geschichtsträchtige Monument.
    • bcZcity 16.04.2019 08:09
      Highlight Highlight Am Ende ist nichts für immer!
  • plaga versus 16.04.2019 07:12
    Highlight Highlight Der Katholizismus hat wichtigere Dinge zu regeln. Schade um das kulturelle Erbe, nur sollte es ins richtige Licht gerückt werden.
  • bebby 16.04.2019 07:06
    Highlight Highlight Nach all dem Theater mit Gelbhemden zeigt dieser Brand, dass es wichtigeres gibt. Kaum ein Gebäude wie die Kathedrale von Notre Dame zeigt die lange Kulturgeschichte von Frankreich so gut. Für mich ist der Brand fast schon ein Zeichen des Niederganges, auch wenn es vermutlich einfach Pech war.
    • Natürlich 16.04.2019 07:40
      Highlight Highlight Was zum Geier soll dieser Kommentar aussagen?
    • tripod 16.04.2019 07:47
      Highlight Highlight Natürlich sind die sozialen Anliegen hunderttausender Franzosen weniger Wert als ein historisches Gebäude. Wenn eine derartige Geisteshaltung kein Zeichen für kulturellen Niedergang ist, was dann?!
  • Jagr 16.04.2019 06:55
    Highlight Highlight Unglaublich wie da wieder dramatisiert und gehypt wird. Ist Holz und Stein und kann wieder aufgebaut werden (analog Kappelbrücke). Das einzige dramatische ist der verletzte Feuerwehrmann. Ihm wünsche ich gute Besserung und eine vollständige Genesung!
    • RatioRegat 16.04.2019 07:37
      Highlight Highlight Natürlich kann Holz und Stein wieder aufgebaut werden. Dennoch sollte der gesellschaftliche Wert von Kunst- und Kulturgütern nicht unterschätzt werden.


    • Meli_ZH 16.04.2019 07:50
      Highlight Highlight Ich dachte ich wäre die einzige die das drama nicht versteht. Da brennt ein Gebäude (ohne Brandstiftung als Ursache) und alle tuen so als wären zig menschen getobten! Kunst und kulturelle Gegenstände konnten gerettet werden! Würden sich menschen doch auch nur so um Kriege und ernste kümmern.
    • Grave 16.04.2019 08:08
      Highlight Highlight Klar kann es wieder aufgebaut werden, es ist doch nicht mehr das selbe auch wenn es gleich aussieht !
    Weitere Antworten anzeigen
  • RatioRegat 16.04.2019 06:45
    Highlight Highlight Ich bin zutiefst beeindruckt von den Feuerwehrleuten, die ihr Leben riskiert haben, um Kunst- und Kulturgüter zu retten.
  • McStem 16.04.2019 06:08
    Highlight Highlight Ich getraute mich heute morgen kaum fas Update anzuschauen. Bin erleichtert, dass das schlimmste abgewendet werden konnte.
    Dem verletzten Feuerwehrmann wünsche ich alles gute.
    • Banana-Miez 16.04.2019 07:45
      Highlight Highlight Ging mir genau so! Zum Glück "steht" sie noch... Ist so traurig, wenn geschichtsträchtiges Kulturerbe zerstört wird – ob von Flammen, Naturkatastrophen oder "Revoluzionären"...
  • DocShi 16.04.2019 05:28
    Highlight Highlight Und ich war mit meiner Frau noch im verlängerten Wochenende in Paris und nun das.
    Das nun zu sehen tut echt weh!

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