International
Frankreich

Ermittlungen gegen französischen Kardinal nach Missbrauchsgeständnis

Ermittlungen gegen französischen Kardinal nach Missbrauchsgeständnis

08.11.2022, 14:5208.11.2022, 14:52
Monsignor Jean-Pierre Ricard, Archbishop of FILE - Monsignor Jean-Pierre Ricard, Archbishop of Bordeaux, France, celebrates a Mass in St.Louis of French church in Rome, Wednesday, March 22, 2006. Card ...
Jean-Pierre RicardBild: keystone

Nach dem Missbrauchsgeständnis des französischen Kardinals Jean-Pierre Ricard hat die Staatsanwaltschaft in Marseille Vorermittlungen gegen den Geistlichen eingeleitet.

Wie die Strafverfolgungsbehörde am Dienstag mitteilte, werde wegen schwerer sexueller Belästigung ermittelt. Die genaue Art der angezeigten Taten und ihre Datierung müssten überprüft und Beteiligte vernommen werden.

Der ehemalige Vorsitzende von Frankreichs katholischer Bischofskonferenz hatte am Vortag zugegeben, in den 1980er Jahren ein 14-jähriges Mädchen missbraucht zu haben. Ein entsprechendes Schreiben hatte die französische Bischofskonferenz am Montag öffentlich gemacht. Darin bezichtigte sich der 78-Jährige selbst, sich dem Mädchen gegenüber «auf verwerfliche Weise verhalten» zu haben.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hatten sich zunächst die Eltern des Kindes im Februar an die Kirche gewandt und unter Verweis auf die Jahrzehnte zurückliegende Tat des Kardinals dagegen protestiert, dass dieser zum Leiter einer Untersuchung von Kinderheimen bestimmt wird.

Einem Prälaten der Kirche gegenüber habe der Kardinal eingeräumt, das Mädchen vor über 40 Jahren geküsst zu haben. Der Prälat leitete diese Information und das Schreiben der Eltern Ende Oktober an die Staatsanwaltschaft weiter.

Ricard war früher Erzbischof von Bordeaux. Die Bischofskonferenz leitete er von 2001 bis 2007. Als Kardinal ist er auch Berater von Papst Franziskus. Der heutige Vorsitzende der Konferenz, Erzbischof Éric de Moulins-Beaufort, bezeichnete das Geständnis des Kardinals am Montag als «Schock». (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Wie sich Elon Musk auf die Seite der Ukraine schlug
Während Donald Trump weiterhin zu Kreml-Chef Putin hält, hat sein einst engster Vertrauter der Ukraine zu einem entscheidenden Vorteil verholfen. Am Ursprung stand ein besonderes Telefonat.
Von einer Wende im Krieg in der Ukraine mag niemand sprechen. Doch die ukrainische Offensive in der Gegend von Dnipropetrowsk ist einer der ersten Lichtblicke für das angegriffene Land seit über eineinhalb Jahren. Wie das Institute for the Study of War in seiner Tagesanalyse schreibt, zwingt der ukrainische Vormarsch die russische Armee zu Umgruppierungen und dem Abschwächen eigener Angriffsbemühungen.
Zur Story