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Mann ersticht Polizist und tötet dessen Frau in Frankreich – Angreifer bekannte sich zum «IS»

Eine Geiselnahme bei Paris hat in der Nacht auf Dienstag mit drei Toten geendet. Die französischen Ermittler gehen einem möglichen islamistischen Hintergrund nach.



Wie aus Polizeikreisen verlautete, bekannte sich der Geiselnehmer in Verhandlungen mit der Polizei zur Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS»). Die «IS»-nahe Nachrichtenagentur «Amak» berichtete unter Verweis auf eine nicht näher spezifizierte Quelle, dass der Täter Kämpfer der Terrormiliz «IS» gewesen sei. Er habe den stellvertretenden Chef der Polizei in der Stadt Les Mureaux und dessen Frau mit Stichwaffen getötet. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm noch in der Nacht die Ermittlungen.

Der Täter hatte am Montag in Magnanville im Département Yvelines nordwestlich von Paris zunächst einen Polizisten erstochen, wobei er nach Zeugenberichten «Allahu akbar» (arabisch für: Gott ist gross) gerufen haben soll. Danach nahm er Frau und Kind des Polizisten als Geisel und verschanzte sich in deren Wohnung.

Täter wegen Anschlagsplänen vorbestraft

Der Attentäter, der am Montagabend bei Paris einen Polizisten getötet hat, war wegen Anschlagsplanungen vorbestraft. Der 25-Jährige sei 2013 wegen Zugehörigkeit zu einem Ableger einer französisch-pakistanischen Dschihad-Gruppe verurteilt worden.

Video: reuters

Sondereinheiten der Polizei stürmten die Wohnung in der Nacht und töteten dabei den Geiselnehmer, wie das Innenministerium mitteilte. Die Frau des getöteten Polizisten, die als Geisel genommen worden war, sei tot aufgefunden worden. Ein dreijähriger Junge sei in der Wohnung «unter Schock, aber äusserlich unverletzt» gefunden und in Sicherheit gebracht worden.

Die getötete Frau war selbst Beamtin des Innenministeriums und soll der Zeitung «Le Parisien» zufolge im Kommissariat von Mantes-La-Jolie gearbeitet haben. Ihr Mann war demnach 42 Jahre alt und stellvertretender Chef der Kriminalpolizei in Les Mureaux. Über die Identität des Angreifers ist noch nichts bekannt, auch nicht über die Glaubwürdigkeit seiner Berufung auf den «IS».

Verhandlungen ohne Ergebnis

Die Verhandlungen mit dem Täter hätten kein Ergebnis gebracht, weswegen der Befehl zur Erstürmung des Hauses gegeben worden sei, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Während des Einsatzes waren Detonationen zu hören, berichtete ein AFP-Reporter.

Präsident Hollande sprach von einem «abscheulichen Drama», dessen genaue Hintergründe noch geklärt würden. Für Dienstagmorgen um 07.45 Uhr rief er seine Berater zu einer Besprechung im Elysée-Palast zusammen, erklärte das Präsidialamt.

«Es wird vollständige Aufklärung geben», hiess es in der Erklärung. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve äusserte derweil sein «unendliches Bedauern» über den Tod des Polizisten und seiner Partnerin. Er soll am Morgen die Kommissariate von Les Mureaux und Mantes-la-Jolie besuchen. (cma/sda/afp/dpa)

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