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Einsatzkräfte bergen zweite Blackbox der Germanwings-Maschine +++ Daten sind verwertbar +++ Co-Pilot Andreas Lubitz informierte sich online über Selbsttötung und Cockpit-Türen

Einsatzkräfte bergen zweite Blackbox der Germanwings-Maschine +++ Daten sind verwertbar +++ Co-Pilot Andreas Lubitz informierte sich online über Selbsttötung und Cockpit-Türen

02.04.2015, 15:4602.04.2015, 21:55

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

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Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich
quelle: ap/ap / martin meissner
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Rund zehn Tage nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen ist die zweite Blackbox des Airbus A320 gefunden worden. Das teilte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Donnerstag mit. 

Nach dem Flugdatenschreiber mit den technischen Daten war an der Absturzstelle lange gesucht worden. Anscheinend haben Ermittler zuvor auch am Absturzort auch Mobiltelefone sichergestellt. Doch seien sie noch nicht gründlich untersucht worden, sagte Sprecher Jean-Marc Menichini. 

Deshalb hätten sich daraus auch noch keine Hinweise ergeben, was am Tag des Unglücks vor gut einer Woche passiert sei. Die Suche nach persönlichen Gegenständen am Unglücksort gehe weiter. 

Daten sind verwertbar

Die französischen Ermittler halten die Daten der zweiten Blackbox der abgestürzten Germanwings-Maschine für verwertbar. Der Zustand des Flugdatenschreibers lasse darauf hoffen, teilte der zuständige Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, mit.

500 Parameter seien auf der Blackbox gespeichert, so Robin. Unter anderem Daten zur Geschwindigkeit, der Flughöhe, den Triebwerken, dem Handeln der Piloten, den verschiedenen Steuerformen des Flugzeugs. «Das sind für uns unerlässliche Fakten, um die Wahrheit festzustellen», sagte Robin. 

Noch am Donnerstagabend sollte der Flugdatenschreiber zur Auswertung zu den Experten des Bureau d'Enquêtes et d'Analyse (BEA) gebracht werden. 

Die zweite Blackbox wurde den Medien vorgestellt.
Die zweite Blackbox wurde den Medien vorgestellt.Bild: Claude paris/AP/KEYSTONE

Laut Robin wurde der Flugdatenschreiber von einer Polizistin in einer Schlucht entdeckt, die schon mehrfach durchsucht worden war. Er sei jedoch von Trümmern verdeckt gewesen. Man gehe auch davon aus, dass die Blackbox gebrannt habe. Das lasse sich aus schwarzen Spuren ausserhalb der Box schliessen. 

Lubitz' Online-Daten ausgewertet

Andreas Lubitz hat sich in den Tagen vor dem Absturz der Germanwings-Maschine im Internet über Umsetzungsmöglichkeiten eines Suizids informiert. Das habe die Auswertung von Lubitz' Tablet ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit.

Insbesondere habe man die mit diesem Gerät aufgerufenen Suchbegriffe in der Zeit vom 16. bis 23. März nachvollziehen können. Demnach suchte der Co-Pilot ausserdem «an mindestens einem Tag» und «über mehrere Minuten» gezielt nach Informationen zu den Sicherheitsvorkehrungen an Cockpittüren. Auch soll er sich mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst haben. Weitere Details teilte die Staatsanwaltschaft mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht mit. 

Die Erkenntnisse stammen aus den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die in der Wohnung des 27-Jährigen mehrere Unterlagen und Datenträger beschlagnahmte. 

Die Ermittler haben keine Zweifel daran, dass Lubitz das Tablet benutzte: «Der Name des Anmelders, die persönliche Korrespondenz und eingegebene Suchbegriffe tragen den Schluss, dass das Gerät im relevanten Zeitraum vom Co-Piloten genutzt wurde.» 

Experten wollen Regeln ändern

Experten der deutschen Luftfahrtbranche wollen sich derweil über weitere Konsequenzen aus dem Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Toten beraten. Eine neu eingerichtete Arbeitsgruppe soll nach Ostern starten und auch künftige Ermittlungsergebnisse aufnehmen. Das kündigten der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt und der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch, am Donnerstag in Berlin an. 

Die Expertengruppe soll unter anderem über mögliche Veränderungen der Regeln zur festen Verriegelung der Cockpittüren beraten. Der Mechanismus zum Schutz der Cockpittür steht zur Debatte, weil die Tür derzeit von innen komplett zu verriegeln ist, so dass ein Eindringen auch für Crewmitglieder unmöglich ist. Dies wurde wegen der Anschläge vom 11. September 2001 eingeführt. Damals stürmten Extremisten in die Cockpits und übernahmen die Kontrolle über die Flugzeuge. (sda/afp/aeg)

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