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Die Bilder des Unglücks hatten Italien geschockt, sie gingen um die Welt: Am 15. August stürzte die Morandi-Autobahnbrücke in Genua ein, 43 Menschen kamen ums Leben.
Die Bilder des Unglücks hatten Italien geschockt, sie gingen um die Welt: Am 15. August stürzte die Morandi-Autobahnbrücke in Genua ein, 43 Menschen kamen ums Leben.
Bild: AP

Zwei Jahre nach Katastrophe von Genua: Heute weiht Italien den Nachfolger ein

03.08.2020, 21:3803.08.2020, 22:51

Ein Regenbogen überspannte vor der Einweihung die neue Brücke in Genua: Knapp zwei Jahre nach dem tödlichen Einsturz der Morandi-Brücke hat Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte den Ersatzbau offiziell eröffnet. Redner würdigten mit emotionalen Worten die San-Giorgio-Brücke als Symbol für den Aufbruch des Landes, das von der Corona-Krise schwer gezeichnet ist.

Der italienische Premier Guiseppe Conte überquert die neue San-Giorgio-Brücke bei deren Eröffnungsfeier.
Der italienische Premier Guiseppe Conte überquert die neue San-Giorgio-Brücke bei deren Eröffnungsfeier.
Bild: keystone

Conte sprach von einem «neuen Zusammenhalt». Die Brücke könne «Vertrauen schaffen und die Bürger Genuas, Liguriens und ganz Italiens den Institutionen und dem Staat näher bringen».

Ausserdem nahmen Staatspräsident Sergio Mattarella, mehrere Minister und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an der Feier auf der Fahrbahn hoch über der Hafenstadt am Mittelmeer teil. Regen und Sonnenschein wechselten sich kurz vor Beginn der Veranstaltung ab. Dabei zeigte sich ein Regenbogen am grauen Himmel.

Die Zeremonie begann um 18.30 Uhr mit der Verlesung der Opfernamen, gefolgt von einer Schweigeminute. Viele Gäste sassen mit weiten Corona-Abständen und Schutzmaske unter einem Zeltdach. Später durchschnitt Premier Conte das Eröffnungsband. Die Kunstflugstaffel der Luftwaffe, die Frecce Tricolori, überflog den Ort und zeichnete Italiens Farben Grün-Weiss-Rot in den Himmel.

Wurde von einem italienischen Star-Architekten entworfen: Die neue Brücke von Genua.
Wurde von einem italienischen Star-Architekten entworfen: Die neue Brücke von Genua.
Bild: keystone

Am 14. August 2018 war die Morandi-Brücke bei einem Unwetter eingestürzt, 43 Menschen starben. «Wir hoffen, dass auch nach diesem Tag das Andenken an die Opfer nicht vergessen wird», sagte Egle Possetti vom Angehörigen-Komitee im Fernsehsender Sky TG24 am Montag. «Es muss einen Prozess geben.»

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen der Schuld am Brückeneinsturz und möglicher Wartungsmängel laufen noch. Viele Opferangehörige hatten angekündigt, nicht am Festakt teilnehmen zu wollen. Sie trafen sich aber am Nachmittag mit Staatschef Mattarella.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise gilt die über einen Kilometer lange Autobahnbrücke als Symbol für einen schnellen Wiederaufbau. Viele sprachen am Montag vom «Modell Genua». Denn Planung und Bau der Beton- und Stahlkonstruktion wurden rasch durchgezogen. Rom hatte bürokratische Hürden beiseite geräumt. Die Arbeiten liefen selbst während der Corona-Sperren voll weiter.

Die Brücke auf 18 Pfeilern war vom Stararchitekten Renzo Piano entworfen worden. Der 82-Jährige, der aus Genua stammt, sagte bei der Feier: «Hier schweben wir zwischen Tragödie sowie Stolz und Dankbarkeit.» Man solle zwar nicht von einem Wunder sprechen, aber: «Es ist etwas Gutes für das Land geschehen. Bauen ist Magie, man sollte keine Mauern bauen, sondern Brücken», sie seien «eine Geste des Friedens». Italien habe Kraft und Energie.

Eine angekündigte symbolische «erste Autofahrt» des Staatspräsidenten fand so nicht statt. Der normale Verkehr soll ab Mitte der Woche, vermutlich ab 5. August, über die San-Giorgio-Brücke rollen. Sie ist nach dem Heiligen Georg benannt, einem Schutzheiligen Genuas. (sda/dpa)

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Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

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Autobahnbrücke in Genua eingestürzt
quelle: epa/ansa / luca zennaro
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Das Video vom massiven Brückeneinsturz in Genua

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