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Wie Kokain per U-Boot perfekt getarnt nach Europa geschleust wird

epa08026887 A Spanish civil guard officer works next to a crane ship (back) to refloat the 'narco-submarine' with difficulties due to weather conditions, off Cangas de Morrazo's coast i ...
Ein Ermittler besteigt ein Narco-Uboot vor der spanischen Küste.Bild: EPA EFE

Wie Kokain per U-Boot perfekt getarnt nach Europa geschleust wird

27.01.2026, 11:1227.01.2026, 11:12

Kokain wird einem Europol-Bericht zufolge auf neuen Wegen und mit fast perfekter Tarnung nach Europa geschleust. Die internationalen Drogenbanden seien auf neue Methoden umgestiegen.

Das geht aus einem Bericht der europäischen Polizeibehörde in Den Haag hervor. Die Banden nutzten Hochtechnologie, Transfers auf hoher See, Halbtauchboote, Speedboote, Drohnen und ausgeklügelte Verstecke.

Der Kokain-Handel nach Europa hat nach Angaben von Europol «beispiellose Ausmasse erreicht», angetrieben durch die hohe Produktion in Südamerika und zunehmende Nachfrage in der EU. Doch die Banden steuerten weniger häufig die grossen Seehäfen wie Antwerpen oder Rotterdam an.

Kokain fast perfekt getarnt

Die Europol-Experten weisen darauf hin, dass Kokain in Industrieanlagen, Maschinen oder sogar unter Wasser am Schiffsrumpf versteckt werde. Banden würden die Drogen auch mit Hilfe von Chemikalien in Lebensmittel, Kunststoffe oder Textilien «waschen». Eine fast perfekte Tarnung, so Europol: «Diese Methoden machen die Aufdeckung durch Scanner, Spürhunde und forensische Tests extrem schwierig.»

Die internationalen Banden nutzten auch Technologie wie verschlüsselte Kommunikationssysteme, autonome Schiffe und Drohnen. So hofften sie, den Ermittlern zu entgehen.

Route läuft nun über Westafrika

Die Experten von Europol weisen darauf hin, dass die Banden zunehmend auf hoher See die Ware auf ein Tochterschiff umladen würden, mit Kurs auf Westafrika. Von dort aus werde das Kokain dann direkt zum europäischen Festland transportiert oder zu den Kanarischen Inseln. Mit Hilfe von Speedbooten gelangten die Drogen dann an die andalusische Küste und dann in die gesamte EU.

Europol-Chefin Catherine De Bolle unterstrich die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit. «Wir wissen, dass diese Gruppen ihre Methoden zunehmend diversifizieren und kleinere Schiffe, Transfers auf See und clevere Tarntechniken einsetzen, um einer Entdeckung zu entgehen.» (pre/sda)

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61 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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lumpensammlerin
27.01.2026 11:50registriert Mai 2019
Klar, beide Seiten, die "guten" und die "bösen", werden weiter aufrüsten.

Wieso nicht legalisieren?
- saubere Drogen, keine Verunreinigungen
- Geldflüsse besteuern
- Anbau und Produktion unter fairen Bedingungen
- Drogensucht behandeln
- Drogensüchtige nicht mit Illegalität konfrontieren

Was spricht dagegen? Alkohol & Tabak ist auch schlimm, aber trotzdem legal
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Overton Window
27.01.2026 11:47registriert August 2022
Es gibt genau EINE Möglichkeit der Mafia sämtliche Einnahmen wegzunehmen: vollständige Legalisierung des Konsums und Verkauf über legale Kanäle.
6222
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H.P. Liebling
27.01.2026 12:51registriert September 2018
100 Jahre pures Versagen im "Krieg gegen die Drogen" und noch immer das Gefühl haben, auf dem richtigen Weg zu sein.

Ist das nicht die Definition von Wahnsinn?
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