International
Gesellschaft & Politik

Erste Auslandsreise: Mexikos Präsident kündigt Treffen mit Trump an

Erste Auslandsreise: Mexikos Präsident kündigt Treffen mit Trump an

25.06.2020, 20:3526.06.2020, 14:32
Mexico's President Andrés Manuel López Obrador says Mexico will not respond to U.S. President Donald Trump's threat of coercive tariffs with desperation, but instead push for dialogue, durin ...
Gilt als bescheiden und sparsam: Der amtierende mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador. Bild: AP/AP

Nach mehr als eineinhalb Jahren im Amt führt die erste Auslandsreise von Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador ihn nach Washington. Er werde sich dort mit US-Präsident Donald Trump treffen, erklärte der Linkspopulist am Donnerstag in der Stadt Texcoco. Das Datum stehe noch nicht fest – Beobachter rechnen mit einem Treffen in den ersten Julitagen.

Anlass ist das Inkrafttreten des neuen nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA am 1. Juli. Mexiko habe hierzu ein Treffen der Regierungschefs der drei beteiligten Länder – USA, Mexiko und Kanada – vorgeschlagen, hiess es. Eine Zusage des kanadischen Premierministers Justin Trudeau stehe noch aus, sagte López Obrador.

Manche Beobachter in Mexiko warnten, Trump könne den Besuch für Wahlkampfzwecke ausnutzen. Das wies der mexikanische Staats- und Regierungschef zurück. Es sei lediglich ein Staatsbesuch. Er habe ein gutes Verhältnis zu Trump und wolle ihm unter anderem für Lieferungen von Beatmungsgeräten für Covid-19-Patienten danken.

Trump in Mexiko äusserst unbeliebt

Im Oktober 2016 hatte sich der damalige Kandidat Trump in Mexiko mit dem damaligen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto getroffen und damit einen politischen Sturm in Mexiko ausgelöst.

Trump war in Mexiko äusserst unbeliebt, nachdem er im Wahlkampf den Bau einer Mauer an der Grenze angekündigt hatte, die Mexiko bezahlen sollte – das ist nicht geschehen. Er hatte Mexiko zudem vorgeworfen, Vergewaltiger und andere Kriminelle sowie Drogen in die USA zu schicken.

Republican presidential nominee Donald Trump walks with Mexico President Enrique Pena Nieto at the end of their joint statement at Los Pinos, the presidential official residence, in Mexico City, Wedne ...
Der damalige US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump mit dem früheren mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto in Mexiko-Stadt, 2016. Bild: AP/AP

Vor rund einem Jahr unterschrieben beide Länder eine Vereinbarung, nachdem Trump Mexiko mit Strafzöllen gedroht hatte. Darin verpflichtete sich Mexiko, die Migration in die USA unter anderem durch den Einsatz seiner Nationalgarde an den Grenzen einzudämmen. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte von Mexiko in die USA sank seitdem laut Trump um 84 Prozent. Dieser hat seinen Amtskollegen im südlichen Nachbarland mehrmals gelobt.

López Obrador gibt sich stets bescheiden und sparsam. Statt zu internationalen Gipfeln reist er lieber durch Mexiko. Er verzichtet dabei auf das Präsidentenflugzeug, das seine Vorgänger nutzten, und nimmt Linienflieger. Im Wahlkampf im Jahr 2018 hatte er noch eine bessere Behandlung von Migranten versprochen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Mexikos ehemaliger Präsident belehrt Trump mit Kuchen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Trumps «State of the Union» – diese 8 Dinge fielen während der Rede auf
Die State of the Union Address («SOTU») ist eine jährliche Rede, die der US-Präsident vor dem Kongress hält und bei welcher er der Nation seine Sicht der Dinge schildert. Heute Nacht war Trumps Auftritt – das hatte er zu sagen.
Trump ging angeschlagen in seine erste SOTU-Rede der zweiten Amtszeit. Die US-Bevölkerung zeigt sich in Umfragen zunehmend unzufrieden mit der Politik des US-Präsidenten. Viele Menschen in den USA schienen zuletzt genug zu haben von Trumps aussenpolitischen Ausflügen und Anwandlungen, während sich die wirtschaftliche Lage kaum verändert und weiterhin viele unter hohen Preisen leiden. Sogar in den Bereichen Migration und Wirtschaft, zwei Themen mit denen Trump sich in der Vergangenheit profilieren konnte und die massgeblich für seinen Wahlsieg verantwortlich waren, schwand die Zustimmung.
Zur Story