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Seoul strebt keine Systemveränderung in Nordkorea an, versichert Präsident Moon



epa08501406 South Korean President Moon Jae-in speaks during a session of the Anti-Corruption Policy Consultative Council for Fair Society at the presidential office Cheong Wa Dae in Seoul, South Korea, 22 June 2020. Moon asked the National Assembly to support the government's preparations to establish a special agency next month, tasked with investigating corruption among high-ranking government officials.  EPA/YONHAP SOUTH KOREA OUT

Sein Land sei gegen Krieg, sagt Moon Jae In. Bild: keystone

Südkoreas Präsident Moon Jae In hat Nordkorea am 70. Jahrestag des Ausbruchs des Korea-Kriegs (1950-1953) versichert, im Ringen um einen dauerhaften Frieden keine Systemveränderung zu verfolgen.

«Ich hoffe, dass wir zuerst freundschaftliche Nachbarn werden, bevor wir über eine Wiedervereinigung reden», sagte Moon am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Militärflughafen in Seoul.

«Wir haben nicht die Absicht, Nordkorea in unser System zu zwingen.»

Moon Jae In

Beide Länder befinden sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand. Der dreijährige Bruderkrieg endete mit einem Waffenstillstandsabkommen, ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht geschlossen.

Friedensappell an den Bruderstaat

Sein Land sei gegen Krieg, sagte Moon in seiner Rede. Der Wettbewerb um politische und wirtschaftliche Systeme sei schon vor langer Zeit entschieden worden. Das Bruttoinlandsprodukt Südkoreas sei heute um das Fünfzigfache grösser als das Nordkoreas, «und unser Handel ist um 400 Mal grösser». «Wir haben nicht die Absicht, Nordkorea in unser System zu zwingen.»

Ohne auf die jüngsten Spannungen auf der geteilten asiatischen Halbinsel einzugehen, wandte sich Moon mit einem pathetischen Friedensappell an das Nachbarland. «Ich hoffe, Nordkorea wird sich ebenfalls mutig den Bemühungen anschliessen, den traurigsten Krieg in der Weltgeschichte zu beenden.»

Nordkorea hatte zuletzt verärgert auf eine Propagandaflugblatt-Aktion in Südkorea reagiert und mit militärischen Aktionen gedroht. Ende Mai hatten südkoreanische Aktivisten an der Grenze in grosse Ballons verpackte Flugblätter mit Kritik an der autokratischen Führung in Pjöngjang in Richtung Norden losgeschickt. Am Mittwoch hatte Pjöngjang erklärt, die geplanten Militäraktionen vorerst zu stoppen. (sda/dpa)

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