International
Gesellschaft & Politik

Bosnien-Herzegowina: Karan bleibt Präsident der Serben-Republik

Bosnien-Herzegowina: Karan bleibt nach Wahlwiederholung Präsident der Serben-Republik

08.02.2026, 22:4408.02.2026, 22:44
epaselect epa12544916 Sinisa Karan (L), the Alliance of Independent Social Democrats (SNSD) candidate for President of Republika Srpska, listens to party leader Milorad Dodik (R), following the announ ...
Will die Wahl im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina gewonnen haben: Sinisa Karan.Bild: keystone

Die teilweise Wiederholung der Präsidentenwahl im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina, der Republika Srpska (RS), hat nach Angaben aus den Wahlkampfstäben keine Änderung gebracht. Der Kandidat des Regierungslagers, Sinisa Karan, der die Wahl am 23. November des Vorjahrs gewonnen hatte, erklärte sich zum erneuten Sieger.

Sein Herausforderer, der Oppositionskandidat Branko Blanusa, gestand die Niederlage ein. Die staatliche Wahlkommission in Sarajevo veröffentlichte bis zum späten Sonntagabend keine Ergebnisse. Die Politiker beriefen sich auf die Stimmenzahlen, die die Beisitzer ihrer jeweiligen Parteien in den einzelnen Wahllokalen zusammengezählt hatten.

Die Wahl wurde in 136 von etwa 2'200 Wahllokalen in der RS wiederholt. Die Wahlkommission hatte dies angeordnet, nachdem sie dort bei der Wahl am 23. November schwere Unregelmässigkeiten und Betrugsverdacht festgestellt hatte. Blanusa hätte das Ergebnis theoretisch umdrehen können. Am Sonntag waren 84'500 Bürger wahlberechtigt, Karan, ein Vertrauter des SNSD-Chefs und ehemaligen RS-Präsidenten Milorad Dodik, hatte die Wahl im November mit einem Vorsprung von weniger als 10'000 Stimmen gewonnen.

Wieder Unregelmässigkeiten festgestellt

Auch an diesem Wahlsonntag stellten Wahlbeobachter Unregelmässigkeiten wie Druckausübung auf Wähler und Stimmenkauf fest. «Ich bin nicht enttäuscht», sagte Oppositionskandidat Blanusa. «Es geht hier um systemische Probleme im Wahlablauf, die auch durch den Einsatz von Scannern und neuen Technologien nicht gelöst werden können», zitierten ihn bosnische Medien.

Die Präsidentenwahl im November war erforderlich geworden, weil ein Gericht in Sarajevo den damaligen RS-Präsidenten Dodik im vergangenen Sommer wegen separatistischer Aktivitäten abgesetzt hatte. Dodik bestimmte fast zwei Jahrzehnte lang die Geschicke der RS. Als serbischer Nationalist versuchte er, die RS aus dem bosnischen Staat herauszulösen.

Zweigeteiltes Land

Seit dem Ende des Bosnien-Kriegs (1992-1995) vor 30 Jahren besteht Bosnien-Herzegowina aus zwei Landesteilen: aus der Föderation Bosnien-Herzegowina (FBIH), in der vor allem Kroaten und Bosniaken (Muslime) leben, sowie aus der vorwiegend von ethnischen Serben bewohnten Republika Srpska. Die beiden Verwaltungseinheiten sind weitgehend eigenständig in Bereichen, die nicht die Aussen-, Währungs-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik betreffen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Presseausweis in Epstein-Akten – in Deutschland ausgestellt?
In den Ermittlungsakten zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist ein Presseausweis aufgetaucht, der dem Anschein nach einen Bezug zu einem deutschen Journalistenverband hat. Das Dokument ist auf die aktuell im Gefängnis sitzende Epstein-Vertraute Ghislane Maxwell mit Gültigkeit im Jahr 2017 ausgestellt, wie aus zwei Scans in den Akten hervorgeht, die jeweils die Vorderseite des Ausweises zeigen. Der «Spiegel» hatte zuerst darüber berichtet.
Zur Story