DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mysteriöse Hepatitis-Erkrankungen bei Kindern: WHO untersucht Zusammenhang mit Covid

11.05.2022, 06:39

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht einen Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und den mysteriösen Hepatitis-Erkrankungen bei Kindern.

Inzwischen seien bereits 348 wahrscheinliche Fälle der Erkrankung mit unbekannter Herkunft in 20 Ländern gemeldet worden, erklärte die WHO am Dienstag. Allein in Grossbritannien wurden mehr als 160 davon gemeldet. Dazu kommen 70 Fälle aus 13 Ländern, die noch nicht abschliessend klassifiziert sind. Die führende Hypothese für die Ursache bleiben demnach Adenoviren.

Zuletzt kam es vermehrt zu Hepatitis-Fällen bei Kindern – die Ursache ist noch nicht geklärt.
Zuletzt kam es vermehrt zu Hepatitis-Fällen bei Kindern – die Ursache ist noch nicht geklärt.Bild: IMAGO / Westend61

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die bei gesunden Kindern nur selten auftritt. Zuletzt nahm die Zahl mysteriöser Hepatitis-Erkrankungen bei Kindern weltweit zu. Die WHO war am Anfang April erstmals über ungeklärte Hepatitis-Fälle in Schottland informiert worden. Die USA untersuchen laut eigenen Angaben mittlerweile mehr als hundert Fälle, in fünf davon sind die Kinder gestorben. In einigen Fällen wurden Lebertransplantationen nötig.

Wichtige Fortschritte erzielt

In der vergangenen Woche habe es einige wichtige Fortschritte bei der Untersuchung der Fälle und möglicher Ursachen gegeben, sagte Philippa Easterbrook vom globalen Hepatitis-Programm der WHO. «Gegenwärtig bleiben die führenden Hypothesen diejenigen, die Adenoviren mit einbeziehen - wobei auch die Rolle von Covid, entweder als Co-Infektion oder als frühere Infektion, noch eine wichtige Rolle spielt.»

Weitere Tests in der vergangenen Woche bestätigten, dass etwa 70 Prozent der Hepatitis-Fälle positiv auf Adenoviren getestet wurden, wobei der Subtyp 41 - der normalerweise mit Magen-Darm-Entzündungen in Verbindung gebracht wird - der vorherrschende Subtyp ist. Die Tests haben auch gezeigt, dass etwa 18 Prozent der Fälle positiv auf Covid-19 getestet wurden.

Auch hier gab es während Corona einen Anstieg:

Kausaler Zusammenhang

Mithilfe neuer Daten aus Grossbritannien wollen die Forscher nun klären, ob Adeno nur eine zufällig entdeckte Infektion ist oder ob es einen kausalen Zusammenhang gibt, sagte Easterbrook weiter. Bisherige Untersuchungen zeigten keine der typischen Merkmale, die bei einer Leberentzündung durch Adenoviren erwartet würde.

Adenoviren sind weit verbreitete Viren, die normalerweise nur leichte Erkrankungen auslösen. Es gibt mehr als 50 Typen dieser Viren, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Die meisten dieser Erreger verursachen Erkältungen, manche lösen aber andere Beschwerden aus. (dab/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Tausende Trucker demonstrieren in Kanada gegen Corona-Vorgaben

1 / 19
Tausende Trucker demonstrieren in Kanada gegen Corona-Vorgaben
quelle: keystone / frank gunn
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Lärmende Roboterhunde und Bettenlager – so sieht der Alltag im Lockdown in Shanghai aus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Rohöl- und Benzinpreise weiterhin ganz im Bann der Geopolitik – 5 Punkte zur Lage
Derweil wird in Brüssel um ein europäisches Öl-Embargo gegen Russland gerungen. Doch auch die pandemische Lage in China wird von den Akteuren an den Rohstoffmärkten genauestens im Auge behalten – und nicht nur an den Rohstoffmärkten, treiben die steigenden Ölpreise doch die Teuerung.

Während andere Rohstoffe derzeit eher günstiger werden, verspürt das Rohöl wieder Auftrieb. Erst vor wenigen Tagen stieg der Preis für ein Fass der Sorte Brent Crude (159 Liter) zeitweise auf knapp 116 Dollar. Auch die Konsumenten spüren dies an der Zapfsäule.

Zur Story