DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Deutlich mehr Fälle von postpartaler Depression während Pandemie

10.05.2022, 11:5110.05.2022, 15:30
Bild: keystone

Die Corona-Pandemie hat die psychische Belastung von werdenden und frischgebackenen Eltern verstärkt. Dementsprechend sind die Anfragen beim Verein Postpartale Depression Schweiz in Thalwil im vergangenen Jahr um 64 Prozent gestiegen.

An einer postpartalen Depression (umgangssprachlich: postnatale Depression) leiden 15 Prozent der Mütter und 10 Prozent der Väter, in Pandemie-Zeiten seien es nach ersten Studien doppelt so viele, wie der Verein Postpartale Depression Schweiz am Dienstag mitteilte. Die Anfragen hätten im Vergleich zum ersten Pandemie-Jahr, in dem bereits ein Anstieg von 40 Prozent verzeichnet wurde, erneut zugenommen.

Die neu aufgesetzten Online-Angebote, die Betroffene zusammenzubringen und die Isolation der Eltern zu durchbrechen versuchen, seien rege genutzt worden. Online-Gesprächsgruppen für Betroffene gebe es in der Deutschschweiz und der Romandie.

Auch stehe betroffenen Eltern auf Deutsch und Französisch eine vom Verein entwickelte App zur Verfügung. Bei längerer Wartezeit auf einen Therapieplatz, was je nach Region sehr häufig vorkomme, gebe es zudem die Möglichkeit, ein kostenloses Überbrückungsgespräch mit Fachpsychologinnen des Vereins zu nutzen.

Ausserdem seien im vergangenen Jahr über 250 Fachpersonen zum Thema «Psychische Gesundheit im Übergang zur Elternschaft» ausgebildet worden.

Während für Eltern, Angehörige und Fachpersonen in der Deutschschweiz und Romandie Anlaufstellen existierten, gebe es solche im Tessin noch nicht. Mit Unterstützung der Gesundheitsförderung Schweiz soll gemäss Mitteilung eine zentrale Anlaufstelle im Südkanton jedoch noch in diesem Jahr entstehen.

Es sei wichtig, dass das Thema der postnatalen Depression mehrfach und von unterschiedlichen Personen angesprochen werde, sagte Vereinspräsidentin Andrea Borzatta. «Nur so kann der Tabuisierung entgegengewirkt werden.» (aeg/sda)

Lass dir helfen!
Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen.
In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen und depressiven Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.
Die Dargebotene Hand: Tel 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch
Hilfe für Menschen in der Landwirtschaft gibt es hier
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

«Suizid-Gedanken haben sich seit Corona verdoppelt» – 147-Beraterin erzählt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
Erster Schweizer Hitzetag registriert – Gewitter im Berner Oberland und der Zentralschweiz

In Visp im Wallis ist am Sonntag das Thermometer auf 30 Grad Celsius gestiegen. Damit wurde der erste Hitzetag des Jahres in der Schweiz gemessen.

Zur Story