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Deutscher Aussenminister Wadephul glaubt an Bündnistreue der USA

Secretary of State Marco Rubio, right, gives a thumbs up while standing with Germany's Foreign Minister Johann Wadephul at the State Department, Monday, Jan. 12, 2026, in Washington. (AP Photo/Ma ...
Der Deutsche Aussenminister Johann Wadephul (links) besuchte Marco Rubio (rechts) am 12. Januar 2026 in Washington.Bild: keystone

So schätzt Wadephul die Nato-Bündnistreue der USA ein

Bundesaussenminister Wadephul gibt sich trotz US-Zolldrohungen gelassen: Er verwehrt sich gegen Diskussionen über die Nato-Bündnistreue Trumps.
18.01.2026, 21:3019.01.2026, 12:40
Ein Artikel von
t-online

Bundesaussenminister Johann Wadephul sieht keine Auswirkungen des aktuellen Zollstreits mit den USA auf den militärischen Zusammenhalt der Nato. «Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass die Vereinigten Staaten von Amerika voll und ganz zum Bündnis, zur Nato stehen und auch zur Verteidigung Europas», sagte der CDU-Politiker im «Bericht aus Berlin» der ARD. «Das hat niemand bisher in Washington in Zweifel gezogen.» In Europa solle man nicht solche Fragen andiskutieren, sondern gemeinsam an einem starken Bündnis arbeiten, fügte er hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte im Streit über seine Ansprüche auf Grönland Sonderzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Nato-Partner angekündigt. Wadephul erwartet Konsequenzen: Er sagte, in dieser Situation sei er skeptisch, ob das vor Monaten ausgehandelte EU-Zollabkommen mit den USA vom Europaparlament ratifiziert werde. «Ich glaube nicht, dass in dieser aktuellen Situation diese Vereinbarung möglich ist», sagte der Aussenminister.

Zölle «Gift für das transatlantische Verhältnis»

Zu einer Frage nach möglichen Gegenzöllen der EU für den Fall, dass Trumps Sonderzölle wie angekündigt zum 1. Februar in Kraft treten, sagte er: Wenn die USA weitere Massnahmen ergriffen, «dann wird es eine europäische Antwort geben müssen». Nun werde es intensive Gespräche mit Washington geben.

Die EU sei handlungsfähig. «Europa ist politisch und wirtschaftlich sehr viel stärker als manch einer bisher gedacht hat, und ich finde, das sollten wir jetzt auch zur Geltung bringen», sagte Wadephul. Zölle wären «Gift für das transatlantische Verhältnis».

Gefragt, ob es kurzfristig einen ausserordentlichen EU-Gipfel geben werde, sagte Wadephul, das könne er jetzt nicht sagen. Er rechne allerdings nicht mit einer schnellen Ratifizierung des geplanten EU-US-Handelsabkommens.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
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