International
Grossbritannien

Der Zustand von Julian Assange verschlechtert sich jeden Tag

FILE - WikiLeaks founder Julian Assange pauses as he makes a statement to media gathered outside the High Court in London, on Dec. 5, 2011. Australia
Julian Assange.Bild: keystone

Der Zustand von Julian Assange verschlechtert sich täglich – so Ehefrau

04.04.2023, 15:4504.04.2023, 16:42

Laut Aussage der Ehefrau von Julian Assange leidet der Wikileaks-Gründer zunehmend unter der langjährigen Inhaftierung in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis.

«Sein körperlicher Zustand wird mit jedem Tag schlechter, denn das passiert eben, wenn man einen Menschen bis zu 20 Stunden am Tag einsperrt, Besuche einschränkt und auf grausame Weise mit seinem Wohlbefinden umgeht.»

Das sagte Stella Assange am Dienstag zu Journalisten vor dem Gefängnis Belmarsh, in dem Assange mittlerweile seit rund vier Jahren inhaftiert ist. «Aber er versucht, nicht aufzugeben und weiterzukämpfen.»

WikiLeaks founder Julian Assange's wife, Stella Assange addresses journalists at the European Parliament in Strasbourg, eastern France, Tuesday Dec 13, 2022. Stella Assange is expected to attend  ...
Stella Assange im Dezember 2022.Bild: keystone

Die USA werfen Assange vor, geheimes Material von Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und das Leben von Informanten in Gefahr gebracht zu haben. Unterstützer sehen in ihm einen mutigen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte. Das juristische Tauziehen um Assanges mögliche Auslieferung in die USA zieht sich seit Jahren hin. Seit 2019 sitzt der 51-Jährige ohne Verurteilung in Haft. Ihm drohen viele weitere Jahre Gefängnis.

Der Organisation Reporter ohne Grenzen, die sich seit Jahren für die Freilassung Assanges einsetzt, wurde am Dienstagmorgen nach eigenen Angaben kurzfristig ein seltenes Treffen mit ihm im Gefängnis verwehrt. Eigentlich hatten ihre Vertreter einen Termin bekommen, um sich mit Assange beraten und einen Eindruck verschaffen zu können.

«Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass an diesem Fall nichts normal ist», sagte der Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, Christophe Deloire, vor dem Gefängnis. Unabhängigen Beobachtern werde von den britischen Behörden systematisch der Zugang erschwert. So seien die NGO-Vertreter mit der Begründung, sie seien Journalisten, nicht zugelassen worden. Im Gerichtsprozess hingegen seien sie teilweise nicht zugelassen worden, weil sie nicht als Presse galten.

(yam/sda/dpa)

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50 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kommissar Rizzo
04.04.2023 17:13registriert Mai 2021
Es bleibt halt so, dass man sehr gerne auf die Verfehlungen anderer Staaten zeigt. Über die eigenen Schweinereien - und davon gibt es viele! - soll aber schön der Mantel des Schweigens gelegt werden.
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Einä wo schribt
04.04.2023 17:11registriert Juni 2019
Es ist erschreckend wie sogenannte Demokratien den Rechtsstaat mit Füssen treten. Es sind die selben Länder, die mit der Moralkeule auf andere zeigen, während sie selbst tief im Sumpf der verlogenen stehen.
Der Westen darf sich keine Moralischen Asymmetrien leisten, wen er ernst genommen werden will.
Free Julian Assange!!!
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Ueli der Knecht
04.04.2023 16:54registriert April 2017
Die Russen haben Nawalny und wir, die USA und NATO haben Assange. Und doppelte Standards, womit wir selbst mit verantwortlich sind an der Verluderung der Menschenrechte.

Zitat von Amnesty International:
"Shameless double standards pave way for further abuses"
("Schamlose Doppelmoral ebnet den Weg für weitere Missbräuche")
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2023/03/international-system-unfit-to-deal-with-global-crises-annual-report-2022/

Kriegsverbrechen der NATO in Afghanistan, Irak, Syrien und Serbien sind offenbar nicht das Gleiche wie die Kriegsverbrechen von Russland in der Ukraine.
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