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Nach Party-Eklat: Boris Johnson verliert wichtigen Corona-Berater

Wegen einer Gartenparty mitten im Lockdown steht Boris Johnson massiv unter Druck, die Opposition fordert seinen Rücktritt. Jetzt verlässt auch noch sein wichtigster Corona-Berater die britische Regierung. 
13.01.2022, 13:1013.01.2022, 13:12
Ein Artikel von
t-online

Mitten in seiner womöglich schwersten politischen Krise verliert der britische Premierminister Boris Johnson einen wichtigen Mitarbeiter. Gesundheitsberater Jonathan Van-Tam hat überraschend seinen Rückzug aus der Politik bekannt gegeben. Der Epidemiologe ist in der Pandemie zu einem der bekanntesten Gesichter der britischen Regierung geworden.

Jonathan Van-Tam tritt ab.
Jonathan Van-Tam tritt ab.Bild: keystone

Es sei «das grösste Privileg seiner Karriere» gewesen, der Öffentlichkeit während der Coronavirus-Pandemie zu dienen, sagte Van-Tam am Donnerstag vor Journalisten. Gesundheitsminister  Sajid Javid würdigte Van-Tams «tragende Rolle» im Kampf gegen das Virus und zeigte sich «unendlich dankbar». Van-Tam wird seinen Posten in der Regierung noch bis Ende März ausfüllen und dann als Forscher an die Universität Nottingham zurückkehren.

Party im Lockdown – Johnson massiv unter Druck

Für Johnson kommt Van-Tams Rückzug zur Unzeit. Der Premier hatte am Mittwoch im Parlament gestanden , während des Lockdown im Mai 2020 an einer Gartenparty in der Downing Street teilgenommen zu haben. Johnson sagte, er hätte die Party für ein Arbeitstreffen gehalten – dies sei rückblickend falsch gewesen. Johnsons Büroleiter hatte zu dem Event eingeladen und die Gäste aufgefordert, selbst Alkohol mitzubringen.

Die Opposition im Parlament forderte Johnsons Rücktritt, doch der Premier steht auch bei seinen Tories massiv unter Druck. «Wir wissen nun, dass der Premierminister 25 Minuten bei etwas verbracht hat, das eindeutig eine Party war. Das bedeutet, dass er das Parlament getäuscht hat», sagte der Tory-Parlamentarier Roger Gale der BBC. Johnson sei nun ein «dead man walking», ein Premier auf Abruf. Auch der Chef der schottischen Konservativen, Douglas Ross, forderte Johnson zum Rücktritt auf.

Schlechte Umfragewerte
Belastet von schlechten Umfragen und einem verheerenden Medienecho kämpft Boris Johnson um sein Amt. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Zeitung «Times» (Donnerstag) zufolge wuchs der Vorsprung der oppositionellen Labour-Partei vor Johnsons Konservativen auf zehn Prozentpunkte – die grösste Differenz seit Dezember 2013.

Nur wenige Tories unterstützten den Premier öffentlich. Kulturministerin Nadine Dorries rief dazu auf, das Ergebnis einer bereits laufenden internen Untersuchung abzuwarten. Auch Johnson selbst hatte auf diese Ermittlungen verwiesen, als ihn die Opposition im Parlament zum Rücktritt aufforderte. (mk,t-online,AFP)

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Boris Johnson verschärft die Massnahmen:

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