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«Unsere grösste Sorge war, dass das Bier ausgeht» – die eingeschneiten Pub-Gäste sind frei

30.11.2021, 07:2830.11.2021, 07:35
Das verschneite Tan Hill Inn.
Das verschneite Tan Hill Inn.Bild: twitter

Nach drei Nächten in einem eingeschneiten Pub in Nordengland haben die 61 Gäste ihr unfreiwilliges Quartier wieder verlassen. Der Schneepflug sei am Montag «endlich durchgekommen», sagte Nicola Townsend, Wirtin des Tan Hill Inn, der Agentur PA am späten Montagabend. Von den 61 Gästen seien 59 abgereist. Die zwei verbliebenen Gäste wollten noch einen Tag anhängen und dann am Dienstag abreisen.

Aber der Reihe nach:

Was bisher geschah – oder: Eine Story wie für einen Werbespot

Es klingt wie das Drehbuch für einen Werbespot: Nach Schnee und Wind am Wochenende haben Besucher eines Pubs in Nordengland drei Nächte in der Kneipe verbringen müssen.

Wie die Wirtin des Tan Hill Inn, Nicola Townsend, am Montag im BBC-Radio sagte, war noch unklar, wann die Strasse zu dem im Nationalpark Yorkshire Dales gelegenen Pub wieder freigeräumt werden kann. Die 51-Jährige wurde am Montag im Frühstücksprogramm verschiedener britischer Nachrichtenkanäle interviewt.

«Es klingt ein bisschen wie ein Klischee, aber die Leute kamen als Fremde und werden als Freunde wieder gehen.»

Die 61 Gäste waren nach dem Auftritt einer Oasis-Cover-Band am Freitagabend gestrandet. Der Herbststurm Arwen hatte auch in anderen Landesteilen Grossbritanniens für Verkehrschaos gesorgt und den Strom in vielen Haushalten ausfallen lassen.

Pub-Quiz und englische Gastfreundschaft – oder: Die grosse Sorge um das Bier

Die Pub-Besucher vertrieben sich die Zeit mit Karaoke, Pub-Quiz und Brettspielen, wie Townsend berichtete. Einen geplanten Wettbewerb für den bestangezogenen Schneemann habe man aber wegen der grossen Kälte und des starken Winds absagen müssen. Nachts müsse man etwas improvisieren: Viele der Gäste habe man in den Zimmern der Herberge untergebracht, andere schliefen teils auf Sofas oder auf Matratzen auf dem Boden. Jeder habe die Möglichkeit zum regelmässigen Duschen bekommen.

Auch für die Versorgung scheint gesorgt. «Wir haben eine Menge zu essen», sagte Townsend dem britischen Sender ITV. «Es klingt ein bisschen wie ein Klischee, aber die Leute kamen als Fremde und werden als Freunde wieder gehen.» Eine Frau soll sogar den Wunsch geäussert haben, gar nicht mehr abzureisen. «Es ist, als hätte man eine grosse Gruppe von Freunden zum Abendessen da», sagte Townsend und fügte scherzhaft hinzu, es sei gut, nicht die echte Band Oasis zu Gast zu haben. Deren Ex-Frontmann Liam Gallagher gilt als streitsüchtig. Mehrere Personen, die ein Baby bei sich hatten, seien aber inzwischen mithilfe von Spezialfahrzeugen abgereist.

Den Alkoholausschank habe sie auf die Zeit nach drei Uhr nachmittags beschränkt, fuhr Townsend fort. «Unsere grösste Sorge war, dass uns das Bier ausgeht», sagte Gary Bimpson nach Angaben der «Sun».

«Es herrschte eine gute Atmosphäre, guter alter britischer Geist», fassten die Beiden das Erlebte zusammen. Vor allem die Gastfreundschaft der Wirtsleute habe alle beeindruckt. «Man sollte den Besitzern eine Medaille verleihen.»

Der Schneepflug – oder: «Wir vermissen Euch»

Auf Bildern war zu sehen, wie sich der Schnee um Autos und das Pub-Gebäude auftürmte. Das eigentliche Problem sei der Wind gewesen, erläuterte Townsend. Der habe den Schnee an Hindernisse geweht, darunter auch an das Gebäude und die darum herum geparkten Fahrzeuge. Die einzige reguläre Strasse, die zu dem Pub führt wurde unterdessen einem Bericht des «Telegraph» zufolge von einem umgestürzten Strommast blockiert.

Auf Facebook dankten die Besitzer ihren Gästen. Sie verwiesen darauf, dass sie von vielen ehemaligen Eingeschlossenen bereits Posts mit «Wir vermissen Euch» erhalten hätten. «Wir vermissen sie auch. Wartet auf den Film», antwortete die Tan-Hill-Besatzung. Mit dem Schlusshinweis reagierten sie auf Gerüchte, dass es bereits Gespräche über eine mögliche Verfilmung des Wochenendes im Schnee gebe. Und Chefkoch Ryan Lockwood verriet dem «Mirror», dass 2022 ein Jahrestreffen geplant sei.

Der angeblich höchstgelegene Pub Englands war häufig Kulisse für Werbespots. Einer davon handelte von einer Gruppe von Besuchern, die eingeschneit werden und dann unfreiwillig eine schöne Zeit miteinander verbringen. Das scheint nun zumindest teilweise Realität geworden zu sein. (aeg/sda/dpa)

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