DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Reuters bekam geheime Gelder von Grossbritannien

14.01.2020, 03:58

Die Nachrichtenagentur Reuters hat in den 1960er und 1970er Jahren versteckte Subventionen der britischen Regierung erhalten. Das geht aus inzwischen freigegebenen Geheimdokumenten aus dem Jahr 1969 hervor.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat in eigener Sache bekanntgegeben, dass sie Staatsgelder von Grossbritannien angenommen hat, die nicht in Einklang mit den Reuters-Prinzipien gestanden haben. (Symbolbild)
Die Nachrichtenagentur Reuters hat in eigener Sache bekanntgegeben, dass sie Staatsgelder von Grossbritannien angenommen hat, die nicht in Einklang mit den Reuters-Prinzipien gestanden haben. (Symbolbild)
Bild: EPA

Mit dem Geld sollte Reuters den Ausbau der Berichterstattung aus dem Nahen Osten und Lateinamerika finanzieren. Für die Kooperation verantwortlich war das Information Research Department (IRD), eine Einrichtung, die für anti-sowjetische Propaganda zuständig war und enge Verbindungen zum britischen Geheimdienst hatte.

Verdeckte Zahlweise

Die geschwärzten, einst als geheim eingestuften Dokumente betreffen den Weg der verdeckten Finanzierung. Die Staatsgelder flossen laut den Angaben in Form von erhöhten Abonnementzahlungen des staatlichen Senders BBC. Ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass die Regierung Einfluss auf die Reuters-Nachrichten hatte, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Ein Reuters-Sprecher sagte: «Viele Nachrichtenanbieter haben in irgendeiner Form staatliche Hilfen nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten.» Die Vereinbarung von 1969 habe allerdings nicht in Einklang mit den Reuters-Prinzipien gestanden, mit denen Unabhängigkeit und Vertrauenswürdigkeit der Agentur gesichert werden sollen. «Wir würden das heute nicht mehr machen», betonte der Sprecher.

«Die BBC-Satzung garantiert redaktionelle Unabhängigkeit, ganz gleich ob die Finanzierung über die britische Regierung, Gebühreneinnahmen oder Werbung erfolgt.»

Regierung bleibt stumm

Er fügte hinzu, Reuters verkaufe seine Nachrichten an ein grosses Spektrum von Kunden, darunter auch Regierungen. Aber keine Regierung habe Kontrolle darüber, wie oder was Reuters produziere. Eine BBC-Sprecherin sagte: «Die BBC-Satzung garantiert redaktionelle Unabhängigkeit, ganz gleich ob die Finanzierung über die britische Regierung, Gebühreneinnahmen oder Werbung erfolgt.» Eine Regierungssprecherin wollte sich zu der Angelegenheit nicht äussern.

Reuters wurde 1851 in London gegründet. Die Agentur gehört zu den grössten Nachrichtenanbietern weltweit. Inzwischen ist sie Teil des Konzerns Thomson Reuters mit Sitz im kanadischen Toronto. (sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Abwasser darf ins Meer – Wut und Zorn in Grossbritannien

Wenige Tage vor der Klimakonferenz COP26 in Glasgow kocht in Grossbritannien eine Umweltdebatte hoch. Anlass ist die Weigerung des britischen Parlaments, die ungefilterte Ableitung von Abwasser in Meer und Flüsse zu verbieten.

In sozialen Medien sowie Schreiben an ihre Abgeordneten hätten viele Menschen mit Wut und Zorn reagiert, berichtete die Zeitung «Daily Mail» am Montag. Zuvor hatte die Regierung erlaubt, dass Kläranlagen nicht vollständig behandeltes Abwasser entsorgen dürfen. Denn …

Artikel lesen
Link zum Artikel