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epa07733573 Britain's Former Foreign Secretary Boris Johnson leaves offices in Central London, Britain, 22 July 2019. Johnson and his Conservative Leadership rival Jeremy Hunt will discover who has won the race to become Britain's next prime minister on 23 July 2019.  EPA/WILL OLIVER

Wer wird der nächste britische Premier? Boris Johnson (m.) oder Jeremy Hunt? Bild: EPA

May hat einen Nachfolger – wer ist eigentlich Boris Johnson?

Heute Mittag entscheiden die britischen Tory-Mitglieder, wer die Nachfolge von Theresa May antreten soll. Laut einer jüngsten Umfrage kommt der Ex-Aussenminister Boris Johnson auf 70 Prozent der Stimmen. Aber wer ist eigentlich Johnson?



Er ist unverkennbar mit seinem strohblonden Haarschopf: Der Brexit-Hardliner Boris Johnson will die Nachfolge der scheidenden britischen Premierministerin Theresa May antreten – als neuer Parteichef der konservativen Tories und in der Folge auch als Regierungschef.

Johnson, von vielen einfach nur «Boris» genannt, wurde 1964 in New York als Alexander Boris de Pfeffel Johnson geboren. Schon als Kind habe er den Wunsch geäussert, einmal «König der Welt» zu werden, verriet seine Schwester Rachel dem Biografen Andrew Gimson.

Ihr Bruder Boris erhielt als Schüler ein Stipendium für die Eliteschule Eton und ging später auf die Universität Oxford, wo er Mitglied im berüchtigten Bullingdon Club wurde.

Nach dem Studium wurde Johnson Journalist. Die Zeitung «The Times» feuerte ihn nach einem Jahr, weil er Zitate fälschte. Dann arbeitete er für «The Daily Telegraph», das Magazin «Spectator» und verfasste mehrere Geschichtsbücher.

Die Zeitung «The Times» feuerte ihn nach einem Jahr, weil er Zitate fälschte.

Von 1989 bis 1994 als Brüsseler Korrespondent für den «Telegraph» machte er sich über EU-Institutionen und angebliche EU-Beschlüsse lustig. In Brüssel zerbrach die Ehe mit seiner ersten Frau Allegra Mostyn-Owen. Er heiratete seine Jugendfreundin Marina Wheeler, mit der er vier gemeinsame Kinder hat. Das Paar trennte sich 2018.

Politisches Geschick

Seine politische Karriere begann Johnson 2001 als Abgeordneter. Sein politisches Geschick bewies er 2008 und 2012 durch die zweimalige Wahl zum Bürgermeister von London – einer normalerweise eher links wählenden Stadt.

International gewann er durch die Organisation der Olympischen Spiele in der Hauptstadt 2012 an Profil. Kritiker werfen ihm allerdings vor, sein Erbe als Bürgermeister beschränke sich auf eine bessere Verkehrsinfrastruktur für Fahrradfahrer.

Ein Jahr vor dem Ende seiner Amtszeit als Bürgermeister kehrte Johnson 2015 als Abgeordneter ins Unterhaus zurück. Seine Entscheidung, die Brexit-Kampagne zu unterstützen, gilt als Wendepunkt in den Austrittsbestrebungen des Vereinigten Königreichs, und führte zum Sieg der Brexit-Befürworter.

epa07733588 Protesters dressed as stormtroopers with placards 'Vote Darth Vader for Prime Minister' outside the offices of Britain's Former Foreign Secretary Boris Johnson in Central London, Britain, 22 July 2019. Johnson and his Conservative Leadership rival Jeremy Hunt will discover who has won the race to become Britain's next prime minister on 23 July 2019.  EPA/WILL OLIVER

Kreativer Protest gegen Johnson: «Vote Vader for Prime Minister». Bild: EPA

Erfolgloser Aussenminister

Bereits nach seinem Triumph beim Brexit-Votum galt Johnson als Favorit für den Posten des Premierministers – doch grätschte ihm sein bis dahin engster Unterstützer Michael Gove dazwischen, der selbst seine Kandidatur verkündete.

Johnsons Ernennung zum Aussenminister im Jahr 2016 galt den einen als gewiefter Schachzug der neuen Premierministerin May – wurde angesichts undiplomatischer, teils rassistischer Bemerkungen Johnsons unter anderem über Ex-US-Präsident Barack Obama von anderen aber als ungeschickt gewertet.

Das Institut Chatham House bezeichnete Johnson als den «erfolglosesten» britischen Aussenminister seit dem Zweiten Weltkrieg: Wo Ernsthaftigkeit und Detailgenauigkeit erforderlich gewesen seien, habe Johnson nur Sprüche geklopft. Im Sommer vergangenen Jahres trat er aus Verärgerung über Mays Brexit-Kurs zurück.

Schlagzeilen mit Privatleben

Obwohl Johnson im Rennen um die Parteiführung von Anfang an als haushoher Favorit gehandelt wurde, fürchtete sein Team, er könnte es mit seinem unvorhersehbaren Verhalten noch vermasseln.

Er mied deshalb zunächst die mediale Bühne – das brachte ihm allerdings den Vorwurf ein, seine als zu vage kritisierte Vision vom Brexit einer genauen Prüfung durch die Öffentlichkeit entziehen zu wollen.

Vor wenigen Wochen machte Johnson dann auch noch mit seinem Privatleben Schlagzeilen. Ein nächtlicher Streit mit seiner Lebensgefährtin rief die Polizei auf den Plan und dominierte alle Titelseiten.

Dass sich die Parteibasis von solchen Schlagzeilen jedoch noch umstimmen lässt, ist aber unwahrscheinlich. Denn die Tory-Mitglieder wollen vor allem eins: endlich den Brexit durchziehen. (sda/afp)

Die Brexit-Frage spaltet Grossbritannien

Grossbritannien: TV-Debatte ohne Boris Johnson

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Therealmonti 23.07.2019 14:21
    Highlight Highlight Good night, GB!
  • schuldig 23.07.2019 12:43
    Highlight Highlight Seufz,
    naja wenigstens das: Wenn dieser Mensch mit 70% gewählt werden sollte kann niemand behaupten, er oder sie hätte von nichts gewusst...
    • Therealmonti 23.07.2019 14:44
      Highlight Highlight Die Krux liegt im politischen System. Johnson wurde von 70% der eingeschriebenen Mitglieder seiner Partei gewählt. Seine Partei (Tories) hat in GB 180'000 Mitglieder. Also haben ihn etwa 128'000 gewählt.
      Grossbritannien hat etwa 54,5 Millionen Einwohner, ca. 38 Millionen Bürger. Somit haben gut 4,5% der Briten bestimmt, dass Boris Johnson der neue Premier von Grossbritannien ist. Das nennt man dann halt Demokratie.
  • Army Neilstrong 23.07.2019 11:32
    Highlight Highlight Hmmmmm...
    Benutzer Bild
  • Quecksalber 23.07.2019 11:04
    Highlight Highlight Noch so einer bei dem man nie weiss ob und warum er lügt.
    • HabbyHab 23.07.2019 11:50
      Highlight Highlight Meistens und weil er daraus Gewinne zieht
  • Hüttler 23.07.2019 10:42
    Highlight Highlight Trumps unehelicher Sohn.
    • Milan Marquard 23.07.2019 10:43
      Highlight Highlight @Hüttler: Hat die Watson-Redaktion sehr amüsiert!
    • Hüttler 23.07.2019 11:30
      Highlight Highlight Na das freut mich doch, dass ich hier wahrgenommen werde. Gruss an die Redaktion
    • Toerpe Zwerg 23.07.2019 13:01
      Highlight Highlight So ein Quatsch. Neben intellektuelle Format eines Johnson wirkt Trump wie ein Gartenzwerg.
  • Ohniznachtisbett 23.07.2019 10:39
    Highlight Highlight Ein Rassist mit feuchten Diktatorenträumen im Weissen Haus, ein Politclown in Downing No. 10. Was würden wohl Churchill und Roosevelt oder Truman zu ihren Nachfolgern sagen. Und was würden sie wohl dazu sagen, dass plötzlich Deutschland DAS Demokratievorbild in den G7 ist. Alles irgendwie verwirrend. Nur in Frankreich läufts wie immer. Monsieur le president, sieht sich wie alle vor ihm in der Tradition der Bourbonenkönige unterhält einen über 100m teuren Hofstaat. Und wie immer hört eigentlich keiner auf ihn...
    • lilas 23.07.2019 13:12
      Highlight Highlight Sehr treffend!!!
  • Korrekt 23.07.2019 10:06
    Highlight Highlight Um einen positiven Satz einzubauen: Er schreibt überraschend gute Bücher und seine Kolumnen sind auch lesenswert. Allerdings macht einen das nicht zum PM.
    • Nickoseli 23.07.2019 12:04
      Highlight Highlight Der Journalist der Zitate fälscht, schreibt Geschichtsbücher? Ich weiss ja nicht. Die Relotius-Stories waren auch gut. Sie waren halt einfach nicht wahr.

«Wollte ihm in den Arsch treten» – Churchills Enkel rechnet mit Boris Johnson und Co. ab

Sir Nicholas Soames ist ein in der Wolle gefärbter Konservativer. Doch weil er sich gegen Boris Johnons No-Deal-Brexit stellte, warfen ihn die Tories aus der Partei. Nun findet der Enkel des legendären Kriegspremiers Winston Churchill deutliche Worte.

Der 71-Jährige galt als graue Eminenz der Konservativen Partei: Seit 37 Jahren vertrat Nicholas Soames die Tories im britischen Unterhaus. Er hat die Eliteschule Eton absolviert, diente in der Armee und war in den neunziger Jahren Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

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