Wären die USA gekommen, hätten die Grönländer die Landebahnen gesprengt
US-Präsident Donald Trump hat Anfang des Jahres ganz Europa nervös gemacht, als er immer wieder betonte, dass die USA Grönland annektieren wollen. Das war, kurz nachdem der venezolanische Machthaber Nicolas Maduro festgenommen und in die USA gebracht worden war. Mehrere Staaten schickten schliesslich Soldaten in den Norden, für den Fall, dass die Lage eskalieren sollte. Dänemark beharrte stets darauf, dass eine Abgabe Grönlands an die USA nicht zur Debatte stehe.
US-Flugzeuge am Landen hindern
Medienberichte zeigen nun, wie sehr sich Dänemark tatsächlich für den Ernstfall gewappnet hat. Der öffentlich-rechtliche Sender DR berichtet, dass dänische Soldaten nach Grönland entsandt worden seien, um bei einer möglichen Invasion der USA entscheidende Landebahnen in die Luft zu sprengen. Er beruft sich auf die dänische Regierung und das Militär sowie europäische Verbündete.
Ziel sei gewesen, amerikanische Flugzeuge an einer Landung zu hindern, sollte es ernst werden. «Wenn Trump immer wieder sagt, dass er Grönland übernehmen wolle, und was dann in Venezuela passierte, da mussten wir alle Szenarien ernst nehmen», sagt eine Quelle gegenüber «DR».
Ernstfall war als Übung getarnt
Weiter berichtet der Sender, dass auch Blutreserven nach Grönland gebracht worden seien, um mögliche Verwundete im Falle eines Kampfes versorgen zu können.
Gemäss BBC war nur eine kleine Zahl von Menschen in die Pläne eingeweiht. Die Aktion fand quasi unter dem Deckmantel der Militärübung «Arctic Endurance» statt. Normalerweise würden bei solchen Übungen keine Sprengstoffe und Blutreserven mitgeführt, heisst es aus Militärkreisen.
Gegenüber der Financial Times bestätigen zwei europäische Offizielle die Pläne. Demnach hätten die Truppen genügend Sprengstoff mitgebracht, um die Hauptlandebahnen nahe der Hauptstadt Nuuk sprengen zu können. Auch die Bahnen des einst grössten Flughafens in Kangerlussuaq sollten zerstört werden.
«Nach Venezuela dachten sie, sie könnten über Wasser laufen: Lass uns dieses Ding und dieses Land übernehmen», sagt einer der Offiziellen gegenüber der «Financial Times».
Trump hält an seinem Wunsch fest
Mittlerweile haben sich die Befürchtungen der Dänen etwas gelegt, auch wenn sie noch nicht verschwunden sind. Die Bedrohung bleibt.
Denn auch die dänische Premierministerin Mette Frederiksen sagt: «Trumps Wunsch, Grönland zu übernehmen, bleibt.» Noch immer laufen Verhandlungen, um im Konflikt eine Lösung zu finden, die auch für Grönland und Dänemark akzeptabel ist. Möglich machte diese Gespräche vor allem Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der Trump am WEF in Davos davon überzeugen konnte, über einen Kompromiss zu diskutieren. Zuvor hatte Trump während einer Rede erneut darüber gesprochen, dass die USA gedenken, Grönland zu übernehmen.
Trump hatte seine Besitzansprüche mit der nationalen Sicherheit begründet. China und Russland würden Grönland akut bedrohen, so seine Meinung. Dass es um Seltene Erden oder Öl geht, dementierte er. Erst im Februar kündigte Trump auf Truth Social an, er wolle ein Lazarettschiff nach Grönland schicken, um bei der Versorgung der Kranken zu helfen. Das zeigt, dass er seinen Wunsch noch nicht aufgegeben hat.
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