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Trump schickt Schiff nach Grönland – und provoziert Dänemark erneut

Trump schickt Schiff nach Grönland – und provoziert damit Dänemark erneut

Die USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff nach Grönland schicken und riskieren damit neue Spannungen im Verhältnis zum Nato-Partner Dänemark.
22.02.2026, 08:2022.02.2026, 08:20

Es solle bei der Versorgung von Kranken helfen, die auf der Arktisinsel keine Hilfe bekämen, schrieb Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social. «Es ist auf dem Weg!!!» Er sprach von einem «tollen» Schiff, nannte ansonsten aber keine weiteren Einzelheiten.

Trumps wiederholte Drohungen, die zum Königreich Dänemark gehörende und strategisch bedeutende Insel notfalls auch mit Gewalt zu annektieren, hatten in den vergangenen Wochen zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt.

President Donald Trump talks to media after a meeting about Greenland during the Annual Meeting of the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Wednesday, Jan. 21, 2026. (AP Photo/Markus Schreiber) ...
Will Grönland: US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Die US-Marine verfügt über zwei grosse Lazarettschiffe. In der Vergangenheit wurden die schwimmenden Krankenhäuser etwa nach Naturkatastrophen wie massiven Erdbeben oder verheerenden Hurrikans für Hilfseinsätze in betroffene Gebiete verlegt. In der Hochphase der Corona-Pandemie kamen sie zeitweise auch in US-Häfen zum Einsatz. Die Lazarettschiffe haben nach Angaben der Marine eine Kapazität von jeweils rund 1'000 Krankenhausbetten, davon 80 Betten auf der Intensivstation.

Auf dem riesigen Gebiet Grönlands leben nur knapp 57'000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen grossen medizinischen Bedarf dort, der die Entsendung eines Lazarettschiffs als nötig erscheinen liesse.

Wurden Dänemark und Grönland vorab gefragt?

Es blieb zunächst auch unklar, ob die laut Trump geplante Entsendung des Lazarettschiffs mit Dänemarks Regierung oder der im weitgehend autonomen Grönland abgestimmt war. Auch der Zeitrahmen der Verlegung blieb unklar: Einerseits schrieb Trump, dass das Schiff bereits unterwegs sei, andererseits dauert es normalerweise einige Zeit, ein Lazarettschiff mit voller Personalstärke auszustatten. Im Regelbetrieb, wenn die Schiffe vor Anker liegen, befindet sich nur eine minimale Besatzung an Bord.

In Grönland ist neben öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in der Fläche das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk für kompliziertere Fälle zuständig. In Einzelfällen werden Patienten für aufwendigere Eingriffe auch aus Grönland nach Dänemark ausgeflogen.

Europäische Länder wie Deutschland, Grossbritannien und Frankreich haben sich im Konflikt mit den USA hinter Dänemark und Grönland gestellt. Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk lehnen eine Annexion durch die Vereinigten Staaten entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen – mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden. (sda/dpa)

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Palpatine
22.02.2026 09:39registriert August 2018
Sowas kann man sich nicht ausdenken: Die Industrienation mit dem mit Abstand schlechtesten Gesundheitssystem schickt ein Hospitalschiff in ein Land, dessen Gesundheitssystem tiptopp funktioniert. Und dann noch mit der Botschaft, Hilfe sei unterwegs.

So was Kafkaeskes hätten sich nicht mal die Jungs von Monty Python ausdenken können...
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Andi Weibel
22.02.2026 09:49registriert März 2018
Wenn das Schiff ankommt, können die Grönländer der Besatzung die Vorzüge eines öffentlichen finanzierten Gesundheitssystems im Vergleich mit dem US-System erklären.
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Lohner
22.02.2026 09:07registriert August 2025
Provozieren, Drohen, Lügen, andere über den Tisch ziehen, Ablenken von seinen eigenen unsäglichen Taten. Wahrlich ein grosser Präsident in Trumpistan.
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