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Angeschossener Demonstrant in Hongkong angeklagt – ihm drohen bis zu 10 Jahre Haft



epa07891105 Riot police fire tear gas during a mass rally in Yuen Long, New Territories, Hong Kong, China, 27 July 2019. Anti-extradition bill protesters took to the streets to denounce the break out of violence on 21 July when more than 100 white-clad men suspected of being triads members beat up travellers in the Yuen Long MTR station. Some of whose victims had come from a march against the government?s now-suspended extradition bill.  EPA/RITCHIE B. TONGO

Ein Polizist feuert eine Tränengas-Kartusche ab. Bild: EPA

Der am Dienstag von einem Hongkonger Polizisten angeschossene Demonstrant ist angeklagt worden. Wie die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Donnerstag mitteilte, muss sich der 18-jährige Tsang Chi Kin wegen Randale und Angriffs auf Polizisten verantworten. Dem Schüler drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft.

Die seit fast vier Monaten andauernden Proteste für mehr Demokratie waren am Dienstag eskaliert. Bei einer Demonstration parallel zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China wurde dem 18-Jährigen von einem Polizisten aus kurzer Distanz in die Brust geschossen. Der Polizist, der den Schuss abfeuerte, gab an, in Notwehr gehandelt zu haben.

Videoaufnahmen zeigen, dass Tsang den Polizisten zuvor mit einer Eisenstange angreifen wollte. Der Schüler wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht, nach Behördenangaben hat sich sein Zustand inzwischen stabilisiert.

In Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste gegen die wachsende Einflussnahme der Regierung in Peking und die Beschneidung der Bürgerrechte. Die Proteste hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah. Mittlerweile richten sich die Proteste aber generell gegen die prochinesische Führung in Hongkong und die Einschränkung der Demokratie.

Die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete am Donnerstag, die Regierung plane ein Vermummungsverbot für Demonstranten. Dieses werde die pekingtreue Regierungschefin Carrie Lam am Freitag verkünden. Mit dem Tragen von Atemschutzmasken schützen sich die Demonstranten auch gegen den massiven Einsatz von Tränengas durch die Polizei. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • TJ Müller 03.10.2019 23:23
    Highlight Highlight Das erste Video zeigt, wie der Polizist seine Pistole zieht, obwohl er Pfefferspray und ein Gummischrotgewehr bereit hat und auf die Menge zustürmt bevor er abdrückt.
    Das zweite Video zeigt einen Polizisten (weisses T-Shirt) wie er merkt, dass neben Chi Kin eine Kunststoffröhre liegt. Ein anderer Polizist gibt kurz darauf (0:38) eine Metallstange, welche er dann mit dem blauen Schild zusammen trägt (3:00).

    Solltet ihr nicht ein bisschen besser recherchieren, bevor ihr die falschen Aussagen der Polizei verbreitet?

    Play Icon

    https://v.redd.it/i3ntfx58n9q31
    • Jo Blocher 04.10.2019 05:37
      Highlight Highlight Nö, da kannst du noch soviele Links bringen. Das war klare Notwehr. Ich hätte auch abgedrückt in dieser Situation!
    • just sayin' 04.10.2019 07:27
      Highlight Highlight auch wenn ich dein sjw-video anschaue, finde ich das vorgehen verhältnismässig.
    • Magnum 04.10.2019 12:19
      Highlight Highlight Danke für das zweite Video - ich habe mich öfters gefragt, woher die Verteidiger unverhältnismässiger Polizeigewalt die Information hatten, wonach dieser Jugendliche den Polizeibeamten mit einer "Eisenstange" angegriffen habe - für mich sah das nach einer Stange aus einem weit flexibleren Material aus, also einem Kunststoff. Und angesichts der Schutzausrüstung, die der Polizist trug, war er durch diesen Angriff NICHT an Leib und Leben bedroht. Und damit war die Schussabgabe auch nicht verhältnismässig.

      Ich fürchte, die Proteste werden dieses Wochenende weiter eskalieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jonny1 03.10.2019 19:19
    Highlight Highlight Wer immer noch denkt der Schuss war nicht gerechtfertigt:
    Play Icon


    Leider mittlerweile taegliche Szenen in HK. Es wird Zeit das die Presse zeigt was einige "Protester" treiben. Es werden Strassen gesperrt, Geschaefte zerstoert, Zivilisten und Polizisten attackiert, Fahrzeuge in Brand gesetzt. Und mein, ich bin kein Chinabot aber ich kann es nicht mehr sehen wie Kriminelle von der Presse verharmlost werden.
    • TJ Müller 05.10.2019 17:50
      Highlight Highlight Dir ist aber schon bewusst, dass erstens die Gewalt grundsätzlich über Monate durch die HK Polizei mit Undercover Agenten gefördert hat und zweitens dieser Polizist 2 nicht tödliche Waffen bei sich hatte. Warum willst du dann, dass er einen Toten Jugendlichen in Kauf nimmt. Und btw, das sind nicht HK Polizisten, sondern Festlandchinesen, denen HK total egal ist. Und weswegen Kriminelle? Es wird seit Monaten friedlich demonstriert, zeitweise waren 2 Milionen HK auf den Strassen, nur interessiert dies die Regierung schlicht nicht. Die Demonstranten haben aus der Regenschirmrevolution gelernt.
  • Magnum 03.10.2019 18:44
    Highlight Highlight Drakonische Härte, neue Gesetze und mehr Repression: So will Carrie Lam also die Proteste ersticken? Es wird ihr nicht gelingen, da die jungen Menschen in Hong Kong zu viel zu verlieren haben und es um zu existentielle Fragen geht. Das mag eine Opportunistin wie Lam nicht begreifen, aber das ist eine gelebte Tatsache. Unter Führung von Carrie Lam werden die aktuellen Probleme Hong Kongs ganz sicher nicht gelöst. Ich empfehle Bewohnerinnen und Bewohnern von Hong Kong, die keine Untertanen-Mentalität haben, die baldestmögliche Emigration. Sie haben keine Zukunft in dieser Stadt, leider.
    • Jo Blocher 04.10.2019 05:49
      Highlight Highlight @Magnum. Blödsinn, HK hat ein proKopf Einkommen von 48k $ und ist quasi die Freihandelszone von China; der überwiegende Teil denkt nicht daran, zu emigrieren. Die Rolle dieses Stadtstaates ist klar im chinesischen Staatsgebilde und China wird niemals einem von den USA provozierten Versuch nachgeben. Da können im Hintergrund noch so viele CIA Agenten die Proteste vor Ort koordinieren.
    • Magnum 05.10.2019 11:12
      Highlight Highlight Autsch. Wenn die Meinungsäusserungsfreiheit in freien Ländern missbraucht wird, um einen Unrechtsstaat und seine Unterdrückung zu verteidigen, muss ich mich schwer beherrschen, um nicht gegen Diktatur-Fans wie Dich ausfällig zu werden.

      Hong Kongs Erfolgsrezept ist eben, dass es nicht China ist, sondern eine Sonderverwaltungszone, die ihren Bürgern (NICHT Untertanen) Rechte einräumt, von denen die Chinesen nur träumen können. Dazu kommt noch, dass in Hong Kong Kantonesisch und nicht Mandarin gesprochen wird. Kurzum: Du bist schlecht informiert und gibst Unsinn von Dir.

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