International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this photo released by China's Xinhua News Agency, Chinese President Xi Jinping, right, is briefed about the Huoshenshan Hospital in Wuhan in central China's Hubei Province, Tuesday, March 10, 2020. China's president visited the center of the global virus outbreak Tuesday as Italy began a sweeping nationwide travel ban and people worldwide braced for the possibility of recession. For most people, the new coronavirus causes only mild or moderate symptoms, such as fever and cough. For some, especially older adults and people with existing health problems, it can cause more severe illness, including pneumonia. (Xie Huanchi/Xinhua via AP)

Staatschef Xi Jinping bei seinem Besuch in Wuhan am Dienstag. Bild: AP

Interview

«Die Epidemie muss jetzt beendet sein, sonst wird es für China gefährlich»

China präsentiert sich als Sieger im Kampf gegen das Coronavirus, während der Westen eine schlechte Figur macht. Der China-Kenner Sebastian Heilmann ist überzeugt, dass wir vieles nicht wissen. Er warnt vor zu grosser Abhängigkeit von Peking.



Xi Jinping hat am Dienstag Wuhan besucht, das «Epizentrum» der Corona-Seuche. Wollte er damit signalisieren, dass China die Lage im Griff hat?
Sebastian Heilmann:
Die offizielle Botschaft ist eindeutig, dass dieser «Volkskrieg» gewonnen ist. Die Frage ist, wie die Situation vor Ort überall aussieht. Da gibt es gewisse Zweifel. Im Grunde ist es ein Beschluss des Politbüros, dass diese Epidemie zu Ende ist.

Das Ende wurde quasi von oben herab verordnet?
Die Epidemie und ihre Folgen sind wirtschaftlich, sozial und politisch enorm schädlich. Das war nicht mehr tolerabel. Gleichzeitig gibt es Informationen, dass es weitere Infektionsherde gibt und Fälle in anderen Landesteilen. Das Virus ist nicht tot. Wenn die Menschen wieder unterwegs sind, kann es zu einer weiteren Epidemie-Welle kommen. Das reale Geschehen ist wesentlich komplexer als die offiziellen Jubelmeldungen.

Sebastian Heilmann, Mercator Institute for China Studies

Bild: www.marco-urban.de

Sebastian Heilmann ist Professor für Politik und Wirtschaft Chinas an der Universität Trier. Er war Gründungsdirektor des Mercator Institute for China Studies in Berlin und gilt als einer der besten China-Kenner im deutschsprachigen Raum. Ein für diese Woche geplanter Vortrag am Europainstitut der Universität Zürich musste wegen der Corona-Epidemie verschoben werden. Ein für den 12. Mai geplantes Referat über «Chinas Aufstieg zur Supermacht: Konsequenzen für Europa» soll stattfinden, so Corona will.

Was jetzt passiert, ist vor allem Propaganda?
Nicht nur Propaganda, sondern vor allem Informationsunterdrückung. Unschöne Dinge dürfen nicht mehr nach aussen dringen. Das ist die Staatsräson. Die Epidemie muss jetzt beendet sein, sonst wird es wirtschaftlich für China ausserordentlich gefährlich.

Schon zu Beginn versuchte man, Berichte über den Ausbruch der Epidemie in Wuhan zu unterdrücken.
Das ist ein Teil des Systems. Wir bekommen viele Informationen über China nicht, die sehr wichtig wären, aber aus politischer Sicht nicht genehm sind.

Wie kann man den Umgang Chinas mit der Corona-Krise beurteilen?
Wir im Westen gewichten individuelle Freiheitsrechte in Normalzeiten höher als das Kollektivinteresse. Genau das wird zu einem Riesenproblem in Zeiten einer Pandemie. Der Einzelne kann dann nicht mehr einfach machen, was er will – zum Schutz der Bevölkerung. In der Epidemiebekämpfung hat Chinas autoritäres System es einfacher. Denn es muss sich für drastisch einschränkende Massnahmen nicht rechtfertigen.

Wenn die Partei will, steht alles still.
Durch die Vollbremsung und die Quarantäne für grosse Teile des Landes hat sie einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden riskiert. Die Bekämpfung der Epidemie hatte absolute Priorität, ohne Rücksicht auf menschliche und wirtschaftliche Belastungen. Gleichzeitig kann die Kommunistische Partei in China auf Mobilisierungsmethoden zurückgreifen, die wir in dieser Form nicht zur Verfügung haben: Ärzte über Monate von einer Stadt in eine andere versetzen, Bautrupps für Notspitäler Tag und Nacht einsetzen, medizinisches Personal aus dem Urlaub zurückrufen. Unsere Demokratien haben grosse Schwierigkeiten, eine ähnliche Mobilisierung zu erreichen.

15 Bilder, die zeigen, was gerade in Wuhan vor sich geht

Virologen und andere Experten bezeichnen China deshalb als Vorbild und fordern ähnlich rigorose Massnahmen bei uns.
Von chinesischer Seite wird die Eindämmung der Epidemie auch als Systemwettbewerb gesehen: China habe bewiesen, dass es schnell und wirkungsvoll handeln könne. Der Westen hingegen, vor allem die USA, habe Mühe, erforderliche Massnahmen durchzusetzen. Ich rechne damit, dass diese Sichtweise in den chinesischen Medien ausgiebig dargelegt wird. Chinas Regierung nutzt die globale Pandemie, um die Überlegenheit des eigenen Systems zu belegen.

«Wir können uns nicht vorstellen, dass eine solche ‹mittelalterliche Seuche› unsere vermeintlich so hoch entwickelten Gesellschaften fundamental erschüttern kann. Erst so langsam verstehen wir, was da auf uns zurollt.»

Sebastian Heilmann

Am Ursprung der Epidemie aber hat es versagt.
Die Erstreaktion in China fiel verzögert aus, weil die Verantwortlichen von unten nichts entscheiden und auch keine Nachrichten herausgeben konnten. Das würde in westlichen Gesellschaften anders verlaufen. Wir würden sehr schnell viele Informationen von unten bekommen. Wir hätten also wahrscheinlich Vorteile gegenüber China in der Startphase der Epidemie gehabt. In der Mobilisierungsphase aber hat Chinas Regierung rasch einen gewaltigen Handlungs- und Kontrolldruck aufbauen können.

Dann könnte China sich am Ende als Sieger fühlen?
Im Moment sieht es so aus. Wenn in China keine neue Infektionswelle kommt und im Kontrast bei uns die Epidemie für anhaltendes Chaos sorgt, dann wird das dazu führen, dass China sich weltweit auch als politisches System modellhaft darstellt.

Das demokratische Taiwan aber hat auch schnell reagiert und die Lage unter Kontrolle gebracht.
Diese Epidemie führt zwangsläufig zu Systemvergleichen mit Blick auf die Effektivität der Eindämmungsmassnahmen. Als «Goldstandard» der Epidemiebekämpfung kann auf dem heutigen Stand Singapur gelten. Bevor dort überhaupt die ersten Infektionen nachgewiesen wurden, hatte man schon das gesamte Gesundheitssystem mobilisiert, Menschen mit Grippesymptomen und Einreisende aus China vorsorglich in Quarantäne gesetzt, medizinische Spezialtrupps zur Virusbekämpfung zusammengestellt usw. So wurde die Epidemie in Singapur kontrolliert, obwohl der Stadtstaat eine Drehscheibe für Business und Tourismus ist. Singapur hat aus der Sars-Epidemie vor 17 Jahren konsequent gelernt, um sein Gesundheitssystem gleichsam «epidemiefest» zu machen.

epa08224919 A visitor has her temperature checked before entering the uddha Tooth Relic Temple in the Chinatown district of Singapore, 17 February 2020 (issued 18 February 2020). The Singapore government will announce its budget on 18 February and introduce a range of measures to help businesses hit by the novel coronavirus (SARS-CoV-2) outbreak. Among those hit hardest by the global health crisis, the tourism sector as well as those in retail, transport, F&B, and manufacturing will receive support for wages and rental. The disease caused by the virus has been officially named COVID-19 by the World Health Organization (WHO). The outbreak, which originated in the Chinese city of Wuhan, has so far killed more than 1,800 people with over 73,000 infected worldwide, mostly in China.  EPA/WALLACE WOON

Fiebermessen in Singapur: Der Stadtstaat hat die Epidemie wohl am besten im Griff. Bild: EPA

Die Asiaten haben mehr Erfahrung mit solchen Epidemien, etwa auch der Vogelgrippe oder Mers?
Wir haben im Westen ein mentales Problem. Noch Anfang März konnten wir bei vielen europäischen Ärzten beobachten, dass sie die Pandemiegefahr verneinten, weil sie eine solche Bedrohung hier bei uns nie erlebt hatten und deshalb für unwahrscheinlich hielten. 2003 hatte ich den Sars-Ausbruch in China miterlebt. Wir sind damals nur mit viel Glück einer globalen Pandemie entgangen. Seitdem habe ich eine von China ausgehende Pandemie in meine Szenarien und Publikationen explizit einbeziehen müssen. Ich befürchte, wir haben Nachteile im Westen, weil wir im Kopf nicht die Kurve kriegen: Wir können uns nicht vorstellen, dass eine solche «mittelalterliche Seuche» unsere vermeintlich so hoch entwickelten Gesellschaften fundamental erschüttern kann. Erst so langsam verstehen wir, was da auf uns zurollt.

Während es in China sogar schon Versuche zu geben scheint, die Herkunft des Virus zu verschleiern.
Das ist eine wirkliche Verbiegung von allem, was wir wissen, und ein ganz klarer Versuch, den schwarzen Peter anderen zuzuschieben. Aus meiner Sicht ist das pure Propaganda.

«Unsere freiheitlichen Ordnungen sind überaus kostbar. Wir dürfen sie nicht aus falschem Neid auf China preisgeben.»

Sebastian Heilmann

Man hört aber auch von einem Unmut in der Bevölkerung, etwa über den Tod des Arztes Li Wenliang, der die Bevölkerung vor dem Virus warnen wollte.
Dieser Unmut konnte sich nur kurzzeitig offen äussern und wurde dann von der Online-Zensur weggedrückt. Momentan aber beobachten wir in Chinas sozialen Medien eine aufkommende Welle der Wertschätzung für das System. Das ist eine Folge des zeitlichen Verlaufs. Sobald der Erfolg sich zeigt, rechtfertigt er die Mittel. Chinas Bevölkerung schaut nun kritisch darauf, wie westliche Regierungen und Gesellschaften mit der Epidemie umgehen.

Xi Jinping war in der ersten Phase abgetaucht. Jetzt kann er auftrumpfen.
Er präsentiert sich als «Führer des Volkes». Dieser Ehrentitel hatte sich bislang nicht richtig durchgesetzt. Das dürfte sich nun ändern. Er wird den «Sieg» über das Virus als Erfolg für sich verbuchen.

Kann er nun seine Position noch mehr stärken?
Wenn Chinas Regierung Virus und Kommunikation unter Kontrolle halten kann, wird Xi Jinping zweifellos an Autorität und Zustimmung gewinnen.

China beweist vordergründig, dass man wirtschaftlichen Erfolg ohne persönliche Freiheit haben kann ...
... und digitale Transformation ohne freie Wissenschaft und freie Bürger, obwohl es immer hiess, ohne diese Voraussetzungen gebe es keine Innovation. China ist eindeutig auf einem anderen Pfad und will in mehreren Stufen bis 2049 die weltweit führende Innovationsmacht werden.

Mit Big Brother gegen das Coronavirus

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Im Westen führt dies teilweise zu einer fast schon kritiklosen Bewunderung.
Der Preis ist schon auch den Bewunderern klar. China ist keine freie Gesellschaft. Nur wenige Westler wollen in einer unfreien Gesellschaft leben. Da müssen wir in Europa klar Farbe bekennen. Die freiheitlichen Gesellschaften, die unsere Vorfahren erkämpft haben, müssen wir verteidigen. Unsere freiheitlichen Ordnungen sind überaus kostbar. Wir dürfen sie nicht aus falschem Neid auf China preisgeben.

Die Corona-Krise verdeutlicht auch unsere Abhängigkeit von China gerade im Bereich Gesundheit. Könnte sich da etwas ändern?
Sicherheitsrelevante Lieferketten müssen auf Verwundbarkeiten und Risiken hin überprüft werden. Wenn wir bei Wirkstoffen und Grundarzneimitteln wie Antibiotika und Schmerzmitteln Versorgungsengpässe erleben, wird sich die Regulierung ändern müssen. Wirkstoffe müssen wieder in Europa hergestellt werden, notfalls mit Steuervorteilen und komplett roboterisiert. Die Standorte müssen in Europa sein, wenn Lieferketten so verwundbar geworden sind, dass im Epidemiefall keine Medikamente zur Verfügung stehen.

«Manche Europäer sind in ihren Beziehungen zu chinesischen Geschäftspartnern überaus leichtfertig und kurzsichtig. In unserem ureigenen Interesse müssen wir diese Kurzsichtigkeit unbedingt ablegen.»

Sebastian Heilmann

Das gilt auch für Schutzmasken und anderes Material.
Das sind keine Hightech-Produkte. Mit den notwendigen Maschinen könnten wir die Produktion in Europa schnell hochfahren. Bei den Wirkstoffen ist die Lage wesentlich komplizierter. Wir hatten schon in Normalzeiten einzelne Lieferprobleme und können angesichts der aktuell bedrohlichen Störungen in den Lieferketten definitiv nicht mehr so weitermachen.

Bis jetzt gab es eine Art Konsens, dass man wichtige Infrastrukturen dem Zugriff Chinas entzieht. Muss man also weitergehen?
Epidemien sind eine elementare Sicherheitsbedrohung. Dafür müssen wir uns wappnen. Pandemien sind gefühlt eine «vormoderne» Bedrohung, und wir antworten immer noch mit mittelalterlichen Methoden wie Quarantänen und Grenzkontrollen. In China nutzt man Hightech, etwa Smartphone-Apps, mit denen Infizierte und Nicht-Infizierte gleichsam markiert und Risikopersonen in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Diese Herangehensweise ist mit unseren individuellen Freiheitsrechten auch in Epidemiezeiten nicht vereinbar. Hier zeigt sich in aller Deutlichkeit ein Systemkonflikt.

Die Skepsis nimmt bereits zu. Das Schweizer Parlament hat einer verstärkten Investitionskontrolle zugestimmt, die in erster Linie auf China zielt.
In der EU und in Deutschland ist dies auch der Fall. Die Mehrheiten verschieben sich momentan, das Misstrauen wächst. Mit gutem Grund. Das politische System in China ist viel repressiver geworden und baut totalitäre Überwachungsmethoden aus. In Xinjiang sehen wir haarsträubende Entwicklungen wie ein riesiges System von Umerziehungslagern. Das alles geht in eine Richtung, die wir als freiheitliche Gesellschaften nicht akzeptieren können.

epa08064321 An aerial photo taken with a drone shows the Huawei building in Shenzhen, Guangdong Province, China, 11 December 2019 (issued 12 December 2019). Huawei founder and CEO Ren Zhengfei said on 11 December that US President Donald Trump's campaign against the company hit him 'hard' and forced him to postpone his retirement to defend Huawei's image.  EPA/ALEX PLAVEVSKI

Huawei möchte ein normales Unternehmen sein, kann sich dem Staat aber nicht entziehen. Bild: EPA

Die Schweiz hat sich wirtschaftlich stark auf China ausgerichtet, nicht zuletzt mit dem Freihandelsabkommen.
Alle Europäer müssen in ihren Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen aus autoritären Systemen besonders misstrauisch sein und diese doppelt und dreifach prüfen. Denn es handelt sich um Unternehmen, die aus einem Kontext heraus operieren, der keine Informationsfreiheit und keine Rechtsstaatlichkeit kennt. In autoritären Systemen können vermeintlich kommerzielle Unternehmen von einem Tag auf den anderen zu politischen Instrumenten der Herrschenden werden. Konkret: Kein chinesisches Unternehmen kann sich dem Zugriff der Kommunistischen Partei entziehen. Manche Europäer sind in ihren Beziehungen zu chinesischen Geschäftspartnern überaus leichtfertig und kurzsichtig. In unserem ureigenen Interesse müssen wir diese Kurzsichtigkeit unbedingt ablegen.

Müssen wir Donald Trump für seinen Wirtschaftskrieg fast schon dankbar sein?
Seine Strategie ist zutiefst nationalistisch. Aber er ist in die chinesischen Aufhol- und Aufstiegspläne wie keiner zuvor hineingegrätscht. Andererseits kümmert er sich überhaupt nicht um Menschenrechte oder die Muslime in Xinjiang. Das interessiert ihn nicht. Wenn wir einen demokratischen Präsidenten in den USA bekommen, wird sich der Konflikt mit China verschärfen, weil es dann auch um diese Aspekte gehen wird. Das Verhältnis könnte noch unversöhnlicher werden, denn bei den Menschenrechten gibt es anders als in den Handelsbeziehungen viel weniger Raum für Kompromisse.

«Ich habe einige Manager von Huawei kennengelernt und glaube ihnen, dass sie persönlich keinesfalls Spionage betreiben wollen.»

Sebastian Heilmann

Trump hat besonders den Tech-Konzern Huawei im Visier. Er attackiert sogar seinen treuen Verbündeten Boris Johnson, weil der Huawei nicht rauswerfen will. Auch Schweizer Telekoms arbeiten beim 5G-Netz mit Huawei zusammen. Wie sehen Sie diesen Konflikt?
Huawei ist ein nationaler Champion, die Speerspitze der chinesischen Technologiepolitik. In Sachen Innovationskraft ist es eine hervorragende Firma, keine Frage. Aber sie ist auch ein politisches Instrument, eng eingebunden und gefördert vom chinesischen Staat. Das muss uns misstrauisch machen. Wir müssen Huawei auf die Finger schauen. Sie dürfen in den Wartungszentren für 5G nicht allein gelassen werden und Zugriff auf die gesamte Software und alle Daten erhalten. Die zweckmässige, gut machbare Lösung ist es, die Wettbewerber Ericsson und Nokia stets ebenfalls in Ausrüstung und Wartung der 5G-Netze einzubeziehen, damit Huawei und die europäischen Konkurrenten ständig eine gegenseitige Qualitäts- und Sicherheitskontrolle durchführen. Das ist eine marktkonforme Lösung. Zugleich müssen staatliche Cybersecurity-Einheiten gezielt qualitativ aufgestockt und durch internationale Kooperationen und Trainings geschult werden. Freiheitliche Gesellschaften müssen auch im Cyberraum viel wehrhafter und widerstandsfähiger werden.

Die Beteuerungen von Huawei, man werde niemals andere Länder ausspionieren, sind nicht glaubhaft?
In China hat die Kommunistische Partei immer Vorrang. Wenn die Staatssicherheit anklopft, muss Huawei die Türe aufmachen. Ich habe einige Manager von Huawei kennengelernt und glaube ihnen, dass sie persönlich keinesfalls Spionage betreiben wollen. Sie wollen wie alle guten Manager ein tolles Geschäftsmodell aufbauen und ein globaler Player werden. Die politische Einflussnahme wollen sie nicht. Aber im Ernstfall können sie sich der politischen Instrumentalisierung nicht entziehen. Das ist völlig ausgeschlossen. Man muss also stets den autoritären und industriepolitischen Kontext mitbedenken, aus dem heraus Huawei agiert.

Man kann sich aber auch nicht einfach von China abkoppeln. Wir sind zu stark miteinander vernetzt.
Wir haben schon jetzt grosse Erschütterungen in den globalen Verflechtungen. Die Amerikaner haben damit begonnen – mit Strafzöllen, Exportkontrollen und der Schwächung der Welthandelsorganisation. Gleichzeitig untergräbt die chinesische Regierung mit ihrer aggressiven Industriepolitik unsere offenen Märkte und unser technologisches Knowhow. Akquisitionen im Ausland sind politisch gesteuert und durch Staatsbanken finanziert.

Zum Beispiel im Fall des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta.
Das ist ein besonders markanter Fall. Ein chinesisches Staatsunternehmen, das finanziell schwer angeschlagen war, konnte für mehr als 40 Milliarden Franken Syngenta übernehmen. Ohne staatliche Finanzierungsgarantien hätte ChemChina nicht daran denken können, das Knowhow von Syngenta für China nutzbar zu machen. Diese Akquisition ist ein lupenreines industriepolitisches Projekt. «Return on Investment» spielte keine nachvollziehbare Rolle. Wir dürfen da nicht blauäugig sein. Solche Deals sind eine krasse Verzerrung aller Marktprinzipien.

Zum Beispiel Syngenta: Investitionen aus dem Ausland in Schweizer Firmen bereiten dem Parlament Sorgen. Nun soll eine Genehmigungsbehörde für ausländische Investitionen geschaffen werden. (Themenbild)

Die Übernahme von Syngenta durch ChemChina war ein staatliches Projekt. Bild: KEYSTONE

Man hat lange gehofft, China werde sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung auch politisch öffnen. Das ist nicht eingetreten.
Im Gegenteil. China hat eine Rolle rückwärts vollzogen, hin zu einer zentralistischen, leninistischen Struktur.

War man im Westen naiv?
Ich bin jetzt 35 Jahre in der Chinaforschung aktiv und habe die Entwicklung über Jahrzehnte beobachtet. Es gab eindeutige Pluralisierungstendenzen bis zur Finanzkrise 2008. Die Chinesen waren bis dahin der Ansicht, dass der Westen Lösungen hat für die Zukunft. Die Finanzkrise hat aus ihrer Sicht das Gegenteil bewiesen. Seither sind sie dezidiert auf einem eigenen Pfad. Xi Jinping hat das zugespitzt, weil er ein sehr ehrgeiziger politischer Führer ist. Seine Mission ist es, China zu einer Weltmacht zumachen.

Früher haben die Chinesen sich politisch zurückgehalten.
Jetzt sind sie auch im diplomatischen Umgang oft ziemlich rabiat. Sie treten mit harten Bandagen auf, völlig anders als noch vor zehn Jahren. Besonders gegenüber kleineren Ländern betreibt China oft eine knallharte Diplomatie. Auf sich allein gestellt können einzelne Länder dem nicht entgegentreten. Allianzenbildung mittels Europäischer Union oder internationaler Organisationen ist unabdingbar.

Coronavirus: Was du wissen musst

So bauen die Chinesen ein Notspital innert zehn Tagen

Play Icon

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

81
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
81Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • davej 16.03.2020 15:00
    Highlight Highlight "Unschöne Dinge dürfen nicht mehr nach aussen dringen". Aha wie die Tatsache, dass China ein paar Tonnen Ärztliches Material nach Italien versendet hat. Dazu noch Experten und Ärzte. Während die EU nichts macht ausser die Finanzmärkte zu unterstützen. Aber das kennen wir ja. China baut in ganz Afrika Krankenhäuser, Schulen und Infrastruktur. Was hat der Westen für Afrika getan?
    Immer die bösen Chinesen...
  • Ökonometriker 15.03.2020 17:05
    Highlight Highlight Ganz starkes Bild hier... dies Symbolsprache ist gigantisch. Xi ist im Soldatenkontrollzentrum des Spitals am Berg des Feuergotts (sic!) in Wuhan und erklärt im maoistischen Tenu (sonst ist er immer mit westlichem Anzug und Krawatte unterwegs) einem General, einem Korpskommandaten und zwei Brigadiers wie sie die Forschung gegen das Virus voranbringen sollen. Natürlich tragen alle Mundschutz (und zwar nicht nur die billigen Einwegmasken).

    Die Message ist klar: alle Fäden laufen bei ihm zusammen: Forschung, Militär, Gesundheit. Die Partei kontrolliert alles und er kontrolliert die Partei.
  • Fiftyfoot 15.03.2020 14:41
    Highlight Highlight "In China hat die Kommunistische Partei immer Vorrang. Wenn die Staatssicherheit anklopft, muss Huawei die Türe aufmachen."
    - und all die amerikanischen Netzwerkkomponenten Hersteller wie Cisco, Dell, HP usw. müssen dies nicht gegenüber der NSA und anderen staatlichen US Behörden? Bitte machen wir uns doch nichts vor. China gehört klar angeprangert, aber hört auf das amerikanische System als besser hinzustellen. Die Freiheit von vielen rechtfertigt nicht das vernachlässigen der Armen, der Ausgesteuerten, der Einwanderer usw.
  • AtlasausOprund 15.03.2020 12:29
    Highlight Highlight Habe fast 20 Jahre für Siemens und Nokia in der Telco Branche gearbeitet. Huawei hat sich erst 'gut' kopiert und sich dann 'besser' entwickelt. Die europäischen Public Provider (auch Swisscom und Sunrise) haben das auch ohne Weitsicht ermöglicht. Während Europäer gemäss europäischen Sozialstandards arbeiten honorierte z.B. Swisscom chinesischen Standards. Hab ich bei vor 15 Jahren bei einem Debriefing selbst erklärt bekommen. Europa sollte besser zu sich schauen und diesbezüglich gehören dazu. Bitte bei kommenden Abstimmungen nicht vergessen.
  • magnet1c 15.03.2020 11:28
    Highlight Highlight Wenn diese Krise überstanden ist, tut die Schweiz sehr gut daran, eine neue Strategie für das Gesundheitswesen auszuarbeiten, welche auch das Militär berücksichtigt und mehr eigenständige Produktion beinhaltet. Stichworte: Kapazitäten, Eigenproduktion von Schutzartikeln, Verfügbarkeit von zusätzlichen Einrichtugen, Personal-Reserven und ein Frühwarnsystem.
    Grundsätzlich empfinde ich das aktuelle Handeln des BR als gut, aber wir müssen für die Zukunft lernen und vorbereitet sein.
  • Energize 15.03.2020 10:00
    Highlight Highlight Wirklich tolles Interview - Danke Watson!
  • Antinatalist 15.03.2020 07:22
    Highlight Highlight "Wir hätten also wahrscheinlich Vorteile gegenüber China in der Startphase der Epidemie gehabt."

    Die Startphase hat in der Schweiz vor etwa zwei Wochen stattgefunden. Zwei Wochen später hat die Schweiz offiziell global am neuntmeisten Ansteckungen, 13 Tote und den Vorteil, dass woanders das Virus sich bereits ausgebreitet hat und daraus lernen können, nicht genutzt. Zuschauen war halt lustiger.

    Nicht, dass mich das jetzt persönlich irgendwie beunruhigt. Aber realistisch betrachtet ist es genau so gelaufen. Wäre das Virus zuerst im Westen ausgebrochen, na gute Nacht!
  • elco 15.03.2020 00:51
    Highlight Highlight Ich wünschte mir, dass wir einen anderen Weg gehen und den Wahnsinn durchbrechen: Durchseuchung der gesunden Bevölkerung bei gleichzeitiger Abschottung der Risiko-Patienten. Dann wäre der Spuk in 3-4 Wochen vorbei. 60% der Bevölkerung wär Immun, und die Risikogruppe wäre geschützt. Dauerhaft dank der Herdenimmunität der Restbevölkerung. Das Virus hätte keine Möglichkeit mehr sich zu verbreiten. Und wir müssten nicht auf den Nimmerleinstag warten auf einen Pharmariesen der irgendwan vielleicht oder vielleicht auch nicht einen Impfstoff entwickelt. Ja ich weiss, Wunschtraum.
    • Toni.Stark 15.03.2020 08:33
      Highlight Highlight Sie sind ein Genie, bitte den Bundesrat informieren!
    • _kokolorix 15.03.2020 10:05
      Highlight Highlight In deinem Wunschtraum gibt es ein paar offensichtliche Denkfehler. Eine unkontrollierte 'Durchseuchung' der Bevölkerung würde unser eh schon am Limit laufendes Gesundheitssystem zum Kollabieren bringen. In der Folge würden viele Patienten sterben oder irreparable Schäden davontragen, gerade auch bei ansonsten easy zu behandelnden Krankheit. Diese verschwinden wegen Corona ja nicht einfach.
      Das andere Problem ist die strickte Trennung von Risikogruppen und dem infizierten Rest. Wer pflegt und betreut die Alten und Kranken in diesen 2 Monaten?
    • Cocalero 15.03.2020 19:36
      Highlight Highlight elco meint kontrollierte durchseuchung.
      Das was jetzt läuft ist unkontrolliert
  • doods 15.03.2020 00:31
    Highlight Highlight Sehr präzise Einschätzung. Hoffentlich begreifen das auch irgendwann unsere Politiker, egal welcher Couleur.
  • TWilli 15.03.2020 00:22
    Highlight Highlight Ein China-Kenner "nimmt an", dass im chinesischen Medien etwas gesagt wird. Entweder ein uninformierter "Kenner" oder schlecht transkribiert
    • Sünneli31 15.03.2020 10:56
      Highlight Highlight Genau daran erkennt man den Experten: er hat es bisher nicht selber gesehen oder gelesen (er ist ja hier und nicht in China - Online-Zensur, etc) weiss aber eigentlich, dass es so ist... darum „nimmt er an“ oder „geht davon aus“ ... im Gegensatz zu den Allwissenden die keine Beweise brauchen um alles (immer schon vorher und besser) zu wissen...
  • Skeptischer Optimist 14.03.2020 22:21
    Highlight Highlight „ Die Finanzkrise hat aus ihrer Sicht das Gegenteil bewiesen.„

    Mit dieser Sicht haben die Chinesen eben recht. Wenn die „freiheitliche Gesellschaft“ nicht fähig ist sich zu reformieren, wird sie von einem anderen System zerdrückt werden.
    • redeye70 14.03.2020 22:47
      Highlight Highlight Kann man so sehen aber China ist noch viel weniger reformfreudig. Daher wird dort auch ein grandioser Knall stattfinden. Früher oder später.
    • _kokolorix 15.03.2020 10:16
      Highlight Highlight China ist ein Trittbrettfahrer unserer demokratischen Gesellschaften. Oder hat jemand den Eindruck, dass ein absolutistischer Herrscher seinem Fussvolk Luxus und Komfort aufdrängen würde, wenn nicht die freieren Länder dieser Welt es unübersehbar vormachen?
      Diktatoren aller Couleur haben ihren Völkern stets nur Schweiss und Tränen zugestanden, während sich ihr Günstlingsumfeld in Luxus und Dekadenz suhlte. Diese Ungleichheit muss es geben, wenn man sich als etwas Besseres empfinden will, und das tun Machtmenschen immer
  • Swen Goldpreis 14.03.2020 21:25
    Highlight Highlight Ein kleiner Hinweis für Heilmann,

    ich weiss nicht, wie gut Sie in China vernetzt sind mit den gewöhnlichen Leuten. Ich habe lange dort gelebt und gearbeitet und verfüge über ein grosses Bekanntennetz.

    Viele von ihnen verschicken sich über Wechat gerade einen Artikel darüber, wie sie von der Regierung konsequent belogen werden. Ich habe ihn schon von mehreren Bekannten erhalten.

    Das Vertrauen der Menschen, dass das Virus in China besiegt ist, scheint mir sehr, sehr klein zu sein. Und die Ablehnung der Regierung ist durch diese Krise extrem gewachsen. Vielleicht doch ein 2. Chernobyl?
    • redeye70 14.03.2020 22:24
      Highlight Highlight Wäre zu hoffen. Nur noch das Virus kann diese chinesische Regierung stoppen. Unsere Wirtschaftsführer und die ewig blinden Politiker ganz bestimmt nicht.
    • _kokolorix 15.03.2020 10:23
      Highlight Highlight @redeye
      Es sind die Wirtschaftsführer welche unsere Politiker zur Blindheit zwingen.
      Deshalb wäre es eminent wichtig, nach dem politischen, auch das wirtschaftliche System zu demokratisieren. Wir sind auf halbem Weg stecken geblieben, und die absolutistische Wirtschaftselite versucht uns mit immensem Aufwand klarzumachen, dass es ohne ihr Genie zum Chaos kommt. Das versuchte der europäische Adel vor ein paar Jahrzehnten auch, bis der 1. WK brutal das Gegenteil bewies.
      Leider scheinen wir einen genauso brutalen Wirtschaftscrash zu brauchen um zu begreifen, dass das auch nur Schaumschläger sind
  • Erich Kartmann 14.03.2020 21:12
    Highlight Highlight Und ich sage euch, es dauert wohl nicht mehr lange bis auch bei uns totalitäre Zustande wie in China oder auch schon Italien einkehren werden; nach und nach werden die Freiheitsrechte eingeschränkt und der Bund hat auch schon mit fadenscheinigen Begründungen angekündigt, so von wegen erhöhtem Datenverkehr wegen Home Office notfalls den Zugriff auf Youtube abzuschalten - etwas das sonst nur aus Diktaturen wie Türkei und eben China kennt. Die Machthaber fürchten wohl um ihr Medien und Meinungsmonopol. Seid alle Wachsam, die noch selber denken und handeln können!
    • _kokolorix 15.03.2020 10:25
      Highlight Highlight Als ob ausgerechnet Youtube zum selber denken und handeln nötig wäre...
  • Lunaral 14.03.2020 21:09
    Highlight Highlight Sehr spannendes Interview das die Schwachstellen verschiedener Systeme aufzeigt. Ich schätze die Freiheiten und Rechte der Demokratie sehr, diese bedingen aber auch (Eigen)-Verantwortung, auf welche wir uns gerade in dieser Krisensituation besinnen sollten.

    "Wir im Westen gewichten individuelle Freiheitsrechte in Normalzeiten höher als das Kollektivinteresse. Genau das wird zu einem Riesenproblem in Zeiten einer Pandemie."

    Die Kehrseite der Medaille. Darum ist es besonders wichtig, dass jeder von uns jetzt seinen Teil an Verantwortung übernimmt, um die restliche Bevölkerung zu schützen.




  • RozaxD 14.03.2020 20:49
    Highlight Highlight China hat es nach 5 Monaten geschafft, die Epidemie zu dämmen. Bei uns ist es erst seit ca 1 Monat. Logischerweise sind wir noch nicht am selben Standort.
    • manhunt 15.03.2020 11:42
      Highlight Highlight 5 monate? die ersten fälle wurden im dezember bekannt. nun ist mitte märz...
  • Gooner1886 14.03.2020 20:44
    Highlight Highlight Alle Macht für Xi Jinping!

    Er ist der einzig wahre Prophet und Erlöser von allem schlechten. Er ist der Mann der den Corona Virus besiegt hat. Der Westen muss endlich begreifen dass es das beste wäre wenn man sich ihm unterwerfen würde.

    Die sogenannten Chuck Norris Witze sind wahre Geschichten und Tatsachen. Nur in der Realität war es halt Xi Jinping.

    Alle Macht für Xi Jinping!
    • honesty_is_the_key 14.03.2020 23:12
      Highlight Highlight Ich hoffe sehr das ist alles ironisch gemeint ?
    • sowhat 15.03.2020 08:21
      Highlight Highlight 🤣
    • _kokolorix 15.03.2020 10:27
      Highlight Highlight Wer hier die Ironie nicht gefunden hat, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen😁
  • Kjwwj 14.03.2020 20:37
    Highlight Highlight Ich glaube ich spinne....
    China soll jetzt plötzlich gut dastehen obwohl wir ihnen den ganzen Schlamassel zu verdanken haben?!?

    Ich will ja nicht verallgemeinern Oder gar rechts klingen, aber deren Verständnis liegt im Bereich eines Kleinkindes und das hat man dem Autoritären System zu verdanken wo die kommentarlos hinnehmen...

    Hatte schon genug gefährliche TG mit denen!
    • BVB 15.03.2020 09:42
      Highlight Highlight Off topic
      "Ich will ja nicht verallgemeinern Oder gar rechts klingen"
      Rechts sein/klingen ist nicht schlimm und sicher nicht schlechter als Verallgemeinerung.
    • _kokolorix 15.03.2020 10:28
      Highlight Highlight Was zum Henker sind TG?
  • dmark 14.03.2020 20:32
    Highlight Highlight Weil er in diesem Artikel erwähnt wurde... zum Nachdenken.
    Einfach mal daran erinnern, dass der chinesische Arzt , welcher vor einem Ausbruch der Seuche warnen wollte, gerade mal 34 Jahre alt wurde.
    Über Vorerkrankungen oder einem chronischen Leiden, wie es gerne immer wieder im Zusammenhang mit dem Virus erwähnt wird, ist mir jetzt nichts bekannt.
    Es kann wohl also auch die etwas Jüngeren treffen und eben nicht nur die Alten und chronisch Kranken?
    • dmark 14.03.2020 21:11
      Highlight Highlight Die Blitze stammen wohl von den Jüngeren hier? Ist mir egal.
      Aber passt auf euch auf und bleibt gesund.
    • Frau_Was 14.03.2020 21:42
      Highlight Highlight Klar, kann es auch jüngere schwer erwischen... es ist ein Virus, jeder Mensch reagiert anders drauf. Aber: grundsätzlich sind jüngere weniger gefährdet.
      Was du bei dem Arzt nicht vergessen darfst: er und wahrscheinlich viele andere, über deren Tod hier nicht mal berichtet wurde, haben bis zum umfallen geschuftet um möglichst viele zu retten, bevor sie selber krank geworden sind.
    • honesty_is_the_key 14.03.2020 23:15
      Highlight Highlight Na ja, ich zweifle ehrlich gesagt sehr daran dass am Virus gestorben ist. Ich glaube eher, sein Tod wurde "organisiert" weil er so "unbequem" war und über das Virus informiert hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Doppelpass 14.03.2020 19:57
    Highlight Highlight Das Interview finde ich erhellend. Der Titel mit seinem verkürzten Zitat erscheint mir allerdings ein "billiger" Versuch etwas mehr zu "reissen". Schade.
    Die Aussage meint, dass es für China wirtschaftlich ausserordentlich gefährlich wird, wenn die Epidemie nicht wirklich gestoppt ist.
    Welche wirtschaftlichen Schäden, oder schlussendlich Veränderungen das Virus in den verschiedenen Ländern und weltweit bringen wird, ist zurzeit wohl absolute Spekulation.
    Latent scheint uns der Gedanke zu beunruhigen, dass China weniger Schaden nehmen könnte als Europa oder die USA.
  • Buddhatwig 14.03.2020 19:56
    Highlight Highlight Als Chinese habe ich die Ausbrüche in China und Europa zweimal erlebt. Ich könnte also erfahrungsmässig sagen, dass ich die Vorgangsweise von der schweizerischen Regierung klar bevorzugt. In China war die Reihenfolge so: Ersterscheinung der Krankheit => Vertuschung, Unterdrückung und Einschüchtung => Ausbruch! => Panik => 1.3 Mrd Menschen verlieren Bewegungsfreiheit => Sieg! => Noch mehr MACHT für die Regierung. In der Schweiz versucht der Bundesrat schrittweise vorzugehen um eine Gleichgewicht zwischen Härte und Akzeptanz beim Volk zu finden. Hier spüre ich keine Panik. Alles wird wieder gut!
    • Swen Goldpreis 14.03.2020 21:31
      Highlight Highlight Danke für diese Worte!
    • redeye70 14.03.2020 22:33
      Highlight Highlight Ich mag dich, irgendwie 😉 Zu keinem Zeitpunkt habe ich der chinesischen Regierung vertraut. Das Virus ist noch lange nicht unter Kontrolle.
    • honesty_is_the_key 14.03.2020 23:16
      Highlight Highlight Danke vielmals für diese sehr prägnanten Worte!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yunnan 14.03.2020 19:52
    Highlight Highlight Schade, dass sich die Welt nicht zu einer ähnlichen Antwort gegen die globale Erwärmung zusammenraffen kann. Aber die wird natürlich immer vermeintlich in der Zukunft liegen, während wir auf die Verheerungen wegen unserer monokausalen Denkweise nicht richtig reagieren.
    • K1aerer 15.03.2020 09:09
      Highlight Highlight Also willst du tatsächlich Notstand ausrufen und niemand mehr zur Arbeit gehen lassen? Klimaerwärmung müssen wir stoppen, aber sicher nicht so radikal. Ansonsten werden sehr viele Leute sterben, was vielleicht ja die Befürworter doch wollen. 🤷‍♂️
    • Yunnan 15.03.2020 09:24
      Highlight Highlight Nein. Es sollen einfach endlich zweckmässige Massnahmen ergriffen werden.
  • Buddhatwig 14.03.2020 19:47
    Highlight Highlight Danke für den sehr wertvollen Beitrag!
  • Ascorbin 14.03.2020 18:38
    Highlight Highlight ...Eindrüchliches und sehr Nachdenkliches Interview , dass uns alle vor Augen führen soll, so kann das nicht mehr weitergehen.

    Ob uns der bevorstehende Wirtschaftliche Supergau endlich alle wachrüttelt wird (da er viele aus der Bahn werfen wird), wird sich zeigen

    Ich hoffe dass der hinterste und letzte von uns die Zeichen endlich erkennt.

    Ausnahmezustände und Botschaften von Hiob werden sonst dekademässig zur Regel.

  • Firefly 14.03.2020 18:26
    Highlight Highlight «Manche Europäer sind in ihren Beziehungen zu chinesischen Geschäftspartnern überaus leichtfertig und kurzsichtig. In unserem ureigenen Interesse müssen wir diese Kurzsichtigkeit unbedingt ablegen.»

    Bitte mit freundlichen Grüssen an die Adresse: Ueli Maurer.
    • Swen Goldpreis 14.03.2020 21:32
      Highlight Highlight Haha... ich nenn ihn schon lange nur noch "Despoten-Ueli"
    • _kokolorix 15.03.2020 10:44
      Highlight Highlight Es sagt ja schon einiges über die selbsternannten Patrioten und Bewahrer der Freiheit aus, wenn sie Putin, Erdogan, Bolosonaro, Trump und Xi derart den Hof machen.
      Noch mehr sagt es über die Intelligenz des Viertels unsere Wählenden aus, die unverdrossen die SVP unterstützen...
  • DerTaran 14.03.2020 18:26
    Highlight Highlight Ich bin nicht der Meinung, dass wir es im Westen schlechter mache als die Chinesen. Hätte China nicht versucht alles zu vertuschen, dann wäre es gar nicht erst zu Infektionen in Europa gekommen.

    Ich finde auch, dass sich die Bevölkerungen ganz vernünftig zeigen und von ganz alleine vorsichtig sind.

    Ansonsten stimme ich zu, wir sind sehr abhängig von China geworden und verdrängen, dass es eine Diktatur ist, die unsere Werte missachtet (oder sogar verachtet).
    • _kokolorix 15.03.2020 10:47
      Highlight Highlight Und was genau sind unsere Werte? Demokratie? Freiheit des Kapitals?
      In China bekommt man davon wohl nur die Kapitalistischen zu Gesicht, welche auch ich eher verachte...
    • DerTaran 15.03.2020 12:24
      Highlight Highlight Ja, hauptsächlich Demokratie und Freiheit (mit und ohne Kapital). Aber auch unseren Individualismus. Den Kapitalismus verachten die Chinesen nicht, ganz im Gegenteil.
  • KYBI60 14.03.2020 18:20
    Highlight Highlight Vielleicht sollten unsere Politiker und das BAG mal diesen Artikel und die Modelle dahinter genau studieren....https://www.linkedin.com/pulse/coronavirus-why-you-must-act-now-tom%C3%A1s-pueyo
  • Itallion 14.03.2020 18:13
    Highlight Highlight Xi Jinping fürchtet das eigene Volk mehr als das Ausland, darum.......
    • redeye70 14.03.2020 22:38
      Highlight Highlight Typisch für totalitäre Staaten, oder? Ich möchte eine Regierung die uns möglichst unabhängig von China macht. Wer ist dabei?
  • Magnum 14.03.2020 18:10
    Highlight Highlight Endlich einmal ungefilterter Klartext zu China. Unter Xi Jinping setzt dieser autoritäre Einparteienstaat auf einen kruden Mix aus Turbokapitalismus, hitzigem Nationalismus, Militarismus und lückenloser Kontrolle der Gesellschaft - das Social Credit System lässt grüssen.

    Viel zu viele in Europa lassen sich von der selektiven Information aus China blenden wie durch die vielen Neonlichter. Kritik an den Zuständen im Xi's neuem Reich wird wahlweise als Kulturimperialismus oder Rassismus abgetan.

    Macht die Augen auf, informiert Euch. Sebastian Heilmann liefert ausreichend Anhaltspunkte.
  • Noblesse 14.03.2020 17:50
    Highlight Highlight Die Welt muss jetzt die Krise in Griff kriegen. Hinterher Hr. B ist Zeit, um in allen Bereichen zu analysieren! Und Europa sollte sich sodann ordeli Gedanken über viele Dinge machen. Und noch dies: China muss nicht in den Westen gucken! Die Seuche ging nicht auf einem Viehmarkt im Toggenburg los...
    • Magnum 14.03.2020 18:15
      Highlight Highlight Der Propaganda-Motor Pekings läuft aber JETZT auf Volltouren: Der glorreiche Sieg Chinas unter dem Volksführer Xi Jinping im Volkskrieg gegen das böse Virus wird hemmungslos abgefeiert. Zugleich ist die Trollarmee Chinas aktiv geworden, um Zweifel an der Herkunft des Virus zu streuen - Italien, Japan oder die USA werden als alternative Herkunftsorte genannt.

      Das ist alles sehr schamlos und widerlich. Und diesem Mist muss zeitnah und in aller Deutlichkeit widersprochen werden. Daher ist die Veröffentlichung dieses Interview bitter notwendig.
  • MGPC 14.03.2020 17:31
    Highlight Highlight Der hat gar nichts gewonnen. Er hat die ganze Welt ins Chaos gestürzt. Vielleicht ja auch gewollt.
  • Ferd Blu 14.03.2020 17:22
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht das wir keine Diktaturen sind, sondern das die Bevölkerungen hier extremen Egoismus vorzeigen in solchen Krisen und meinen das man nicht aufpassen muss, weil es einen ja nicht betreffe. Dabei sehen sie das Gesamtbild nicht. In einer Pandemie kann es keine Diskussionen und Debatten geben die alles verzögern, sondern man muss auf die Experten hören und das machen was die sagen und jeder muss auch Selbstverantwortung zeigen. Solche Massnahmen sollten nur solange gehen bis die Pandemie effektiv fertig ist. Dann müssen wir wieder zur vollen Demokratie über gehen.
    • Walter Sahli 14.03.2020 19:39
      Highlight Highlight Nein, die Aussagen und Empfehlungen der Experten müssen von der Politik in den Gesamtkontext gesetzt werden. Epidemiologen liefern nur die Antwort auf die Frage, wie die Verbreitung gestoppt werden kann, ungeachtet dessen ob die Massnahmen dafür möglicherweise schädlicher als die Krankheit selbst sind. Das zeigt sich ja jetzt gerade in China, wo die Massnahmen aufgehoben und deren Effekt als Erfolg gefeiert werden müssen, weil sie schlussendlich eben in dieser Radikalität längerfristig - also schon nach ein paar Wochen - schädlicher sind als die Krankheit selbst.
    • AndOne 14.03.2020 20:01
      Highlight Highlight @Walter Sahli
      Da würde ich sehr wiedersprechen! In Kriesenzeiten ist ein rasches und unkompliziertes Ziel gerechtes handeln wichtiger, als ein Interessen abwägen. Die Folgen des NICHT Handelns werden viel härter und langanhaltender ausfallen. So kann man jetzt schon mit Gewissheit sagen, die nächste Rezession wird (schon bald) kommen.
    • Erich Kartmann 14.03.2020 21:01
      Highlight Highlight Du würdest ein vorbildlicher Mitläufer in jeder totalitäten Diktatur abgeben, immer brav den Anweisungen der Machthaber folgend und bloss nicht hinterfragen und das kritische Denken am besten gleich abschalten. Dass nach und nach unsere Freiheitsrechte abgeschafft werden und schleichend eine Zensur eingeführt wird - wie der Bund unlängst fast unbemerkt als Fussnote verkündete soll unter anderem auch zBsp. notfalls Youtube abgeschaltet werden können, angeblich wegen erhöhtem Datenverkehr wegen Home Office - geht alles in Ordnung, dient schliesslich doch dem Allgemeinwohl.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Demo78 14.03.2020 17:14
    Highlight Highlight Super Interview 👍
  • Itallion 14.03.2020 17:07
    Highlight Highlight Er warnt vor zu grosser Abhängigkeit von Peking.....China hat seit einiger Zeit Mehrheiten in der Pharmaindustrie....Firmen wurden verkauft......eigentlich sollte ich jetzt Lachen....
    • quad 14.03.2020 17:43
      Highlight Highlight ... da dürfen wir uns ganz speziell bei Ex. BR Johan Schneider-Ammann bedanken - er hat den Ausverkauf der Schweiz so richtig liberalisiert ...
    • Firefly 14.03.2020 18:28
      Highlight Highlight @quad Und den Ueli nicht vergessen!
    • miguel kennedy 14.03.2020 20:16
      Highlight Highlight Krisensituationen werden ausgenutzt, immer...

      Wenn nach der Corona-Epidemie die Wirtschaft in Europa einknickt und schwächelt, wird der Ausverkauf erst richtig auf Touren kommen. Hier wäre DRINGEND Handlungsbedarf von Seiten der Politik gefordert um dem entgegen zu wirken.
    Weitere Antworten anzeigen

15 Bilder von Idioten, die «Keine Panik!» irgendwie falsch verstanden haben 🤦

Ja, es ist keine alltägliche Situation, die wir aktuell wegen des Coronavirus durchstehen. Aber Panik hat noch nie jemandem geholfen.

Irgendwie sind die folgenden Bilder aber trotzdem amüsant. Ärgerlich, absurd und amüsant zugleich.

Um noch einmal schnell in Erinnerung zu rufen: ES GIBT KEINE LEBENSMITTEL-ODER-WC-PAPIER-ENGEPÄSSE! KEINE! ES HAT GENUG FÜR ALLE!!!!(WARUM SCHREIEN WIR EIGENTLICH SO?)

(sim)

Hinweis: Der Detailhandel in der Schweiz ist auf die momentane Lage vorbereitet. Mehrfach haben …

Artikel lesen
Link zum Artikel