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USA versetzt Truppen im Irak in höhere Alarmstufe – unnötig, meint britischer General



U.S. soldiers from the 82nd Airborne Division fire artillery in support of Iraqi forces fighting Islamic State militants from their base east of Mosul on Monday, April 17, 2017. The soldiers are from C Battery, 2nd Battalion, 319th Airborne Field Artillery Regiment. (AP Photo/Maya Alleruzzo)

Bild: AP

Die US-Streitkräfte haben im Iran-Konflikt die Alarmstufe für ihre im Irak und in Syrien stationierten Truppenteile der Anti-Terror-Operation Inherent Resolve (OIR) erhöht. Dies teilte das US-Regionalkommando Centcom am Dienstag (Ortszeit) mit.

«Im Ergebnis ist OIR nun auf einer hohen Alarmstufe, während wir weiterhin genau die glaubhaften und möglicherweise bevorstehenden Bedrohungen gegen US-Truppen im Irak beobachten», heisst es in dem Statement.

Zuvor hatte der stellvertretende OIR-Kommandeur, der britische General Chris Ghika, das Bedrohungsszenario relativiert. «Es gibt keine erhöhten Bedrohungen von durch den Iran unterstützten Kräften im Irak und Syrien», hatte der britische General gesagt.

Die US-Streitkräfte reagierten scharf. «Jüngste Aussagen des stellvertretenden OIR-Kommandierenden sind gegenläufig zu den identifizierten, glaubhaften Bedrohungen, die durch Geheimdienstarbeit der USA und ihren Verbündeter bezüglich vom Iran unterstützter Kräfte zur Verfügung stehen», heisst es in dem Statement.

USA ziehen Botschaftsmitarbeiter aus dem Irak ab

Inmitten der wachsenden Spannungen im Konflikt mit dem Iran haben die USA den teilweisen Abzug ihrer Botschaftsmitarbeiter aus dem benachbarten Irak angeordnet. Betroffen seien die Botschaft in Bagdad und das Konsulat in Erbil.

Helikopter fliegen über die stark bewachte sogenannte Grüne Zone in Bagdad. Darin befinden sich unter anderem die irakische Regierung und die US Botschaft.

Helikopter fliegen über die sogenannte Grüne Zone in Bagdad. Darin befinden sich unter anderem die irakische Regierung und die US Botschaft. Bild: EPA

Sämtliche an diesen Standorten nicht zwingend benötigte Mitarbeiter seien angewiesen worden, das Land so schnell wie möglich zu verlassen, teilte die US-Vertretung am Mittwoch mit. Die Bearbeitung von Visa-Anfragen sei dort vorübergehend eingestellt worden.

Die Anordnung für die Botschaftsmitarbeiter bezieht sich laut «New York Times» vor allem auf Vollzeit-Diplomaten, die vom Aussenministerium in Washington in den Irak entsandt worden seien. Wann über ihre Rückkehr in den Irak entschieden wird, war zunächst unklar. Externe Mitarbeiter, die etwa für die Sicherheit oder Lebensmittelversorgung an den beiden Standorten zuständig sind, sollen den Angaben zufolge vorerst im Einsatz bleiben.

Spannungen in der Region

Die Lage in der Golfregion ist seit Tagen extrem angespannt. Die USA hatten die Alarmbereitschaft für ihre Anti-Terror-Kräfte in der Region zuletzt erhöht und unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt. Zur Begründung hiess es, der Iran könne Angriffe auf US-Truppen unternehmen.

In this photo provided by the U.S. Navy, the Abraham Lincoln Carrier Strike Group transits the Suez Canal, Thursday, May 9, 2019. The Abraham Lincoln Carrier Strike Group is deployed to the U.S. Central Command area of responsibility. With Abraham Lincoln as the flagship, deployed strike group assets include staffs, ships and aircraft of Carrier Strike Group 12, Destroyer Squadron 2, USS Leyte Gulf and Carrier Air Wing 7, as well as the Spanish navy Alvaro de Bazan-class frigate ESPS Mendez Nunez. (Petty Officer 3rd Class Darion Chanelle Triplett/U.S. Navy via AP)

Die USA versetzte unter anderem den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln in die Golfregion. Bild: AP/U.S. Navy

Angeheizt worden war die Lage ausserdem durch Sabotageakte in der Golfregion. Dabei wurde in Saudi-Arabien eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes von mit Sprengstoff beladenen Drohnen angegriffen - mutmasslich von jemenitischen Huthi-Rebellen. Diese werden auch vom Iran unterstützt. Am Wochenende waren aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten zudem Sabotageakte an Öltankern gemeldet worden.

Bislang beteuern beide Seiten, keinen Krieg zu wollen. Sowohl Washington als auch Teheran blieben aber zugleich unnachgiebig in ihren Positionen. US-Aussenminister Mike Pompeo sagte bei einem Besuch in Russland, sein Land wolle keinen Krieg gegen den Iran, bei einem Angriff auf amerikanische Interessen würden sich die USA aber wehren.

Atomabkommen auf der Kippe

epa07570780 A handout photo made available by the Iranian Supreme Leader Office shows, Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks during a ceremony in Tehran, Iran, 14 May 2019. Media reported as Khamenei saying that there will be no war between Iran and US, also there will be no negotiation as negotiation would be like a poison for Iran, said that our only way is resistance.  EPA/IRANIAN SUPREME LEADER OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ayatollah Ali Khamenei Bild: EPA/IRANIAN SUPREME LEADER OFFICE

Hintergrund der verschärften Auseinandersetzung zwischen Iran und den USA ist der monatelange Streit um das internationale Atomabkommen, mit dem der Iran am Bau von Atomwaffen gehindert werden sollte. Vor allem die EU-Vertragspartner Deutschland, Frankreich und Grossbritannien hoffen, das Abkommen noch retten zu können.

Das mühsam ausgehandelte Abkommen von 2015 steht auf der Kippe, seit die USA es vor einem Jahr aufgekündigt hatten. Der Iran hatte daraufhin vor einer Woche erklärt, sich nun auch nicht mehr an einzelne Teile der Vereinbarung zu halten. Teheran begann am Mittwoch mit dem angekündigten Teilausstieg.

Fortan werde sich das Land nicht mehr an die Vereinbarung halten, maximal 300 Kilogramm Uran und 130 Tonnen Schwerwasser im Land zu behalten und den Rest ins Ausland zu schicken oder zu verkaufen, berichtete die halbstaatliche Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf Informationen aus dem Nationalen Sicherheitsrat des Landes. (sda/dpa/jaw)

IS-Offensive im Irak in Bildern

Frieden in der irakischen Stadt Ramadi

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    Alle Leser-Kommentare
  • maga84 16.05.2019 07:05
    Highlight Highlight Deutet hin auf #7CountriesIn5Years
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    Weiter geht's. Zum Weinen
  • Sharkdiver 16.05.2019 07:01
    Highlight Highlight wo sind jetzt die ganzen Trumpisten die Obama und Hillary als kriegstreiber verschrieen und Trump als Friedensbringende Heilsbringer glorifizierten? Habt ihr euch in ein Schamloch verkrochen?
    Shame on You
  • Hagri 15.05.2019 23:45
    Highlight Highlight War vorauszusehen. Die Frage war nur wann. Nachdem Venezuela trotz riesigem Druck von allen (ausländischen) Seiten (noch) nicht aufgeben musste, wird weltweit weiter mobil gemacht gegen Staaten die noch nicht indoktriniert sind. Schade für alle Mitmenschen, deren ehrliche Absicht tatsächlich das Stiften von Friede und Gleichheit ist. Wasser Predigen, Wein Trinken - Die Glaubwürdigkeit von weltweit führenden Köpfen ist total demoliert. Dies ist für jeden Mitmenschen mit Augen und Ohren einfach nachzuvollziehen.
    • Basti Spiesser 16.05.2019 09:59
      Highlight Highlight Nichts hinzuzufügen.
  • Gummibär 15.05.2019 21:28
    Highlight Highlight Die USA haben offenbar mit ihrer Kriegführung im Irak und in Afghanistan derart gute Erfahrungen gemacht, dass jetzt ein Krieg mit dem Iran ins Auge gefasst wird.
    Deshalb werden auch, so wie seinerzeit vor dem Angriff auf den Irak, die "geheimdienstlich identifizierten, glaubhaften Bedrohungen" kräftig massiert und poliert.
  • Blaubar 15.05.2019 17:17
    Highlight Highlight Hier sieht man gut, wie Weltpolitik heute funktioniert. Dank dem Sturz von Saddam Hussein, hat die USA nun ein Standbein im Irak. Territorialkriege funktionieren heute genau so. Ideal um endlich den langersehnten Iran ebenso umzukrempeln, es reicht völlig, dort einen US-freundlichen Staatschef zu installieren. Das gleiche wollen sie ja aktuell auch in Venezuela, Syrien usw.
  • Fischra 15.05.2019 16:47
    Highlight Highlight Warum hat niemand den Amis Kriegsschiffe vor die Küste gestellt als Trump das Atomabkommen einseitig gekündigt hat? Das ist einfach nur künstliche Kriegsrhetorik der 100% durchschaubaren Art. Pfui
  • Markus97 15.05.2019 16:23
    Highlight Highlight Ich finde es sehr interessant zu beobachten wie zurückhaltend die EU und ihre Mitgliedstaaten sind. Es ist deitlich zu spüren, dass das Verhalten der USA nicht gut geheissen wird, trotzdem getraut man sich bedauetlicherweise nicht direkt für den Iran stellung zu nehmen. Obwohl der Ton gegenüber dem Iran eher verstäntnissvoll ist. Vielleicht wäre eine EU-Armee eine gute Sache, dann könnte man endlich eigene Interessen durchsetzen und wäre weniger abhängig von den Interessen der USA.
    • Sharkdiver 16.05.2019 07:02
      Highlight Highlight So en scheiss. Die USA wird deswegen hart kritisiert und man bemüht sich eine Fianzquelle neben dem Dollar auzustellen
  • Bangarang 15.05.2019 16:16
    Highlight Highlight Du gibst ja nicht 700MRd aus für Spielsachen pro Jahr und zockst dann nicht ab und zu eine Runde.

    Jetzt ist halt gerade "Iran - nuke the Mullahs" angesagt.

    Traurig aber wahr.
  • Basswow 15.05.2019 15:07
    Highlight Highlight 🙈
    Benutzer Bild
  • RatioRegat 15.05.2019 13:45
    Highlight Highlight Trump wäre nicht das erste Staatsoberhaupt, das einen Krieg anzettelt, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.
  • Henzo 15.05.2019 13:44
    Highlight Highlight Man müsste mal mit Sanktionen gegen die USA drohen ..leider ist die Welt zu Stark vom US Markt abhängig als dass man es sich mit denen verscherzen möchte ...gleiches mit China.
  • Thisguy 15.05.2019 11:58
    Highlight Highlight Na toll, die Weltpolizei verbreitet wieder einmal Frieden und Demokratie...

    Wann hat dies ein Ende?
    • Ich_bin_ich 15.05.2019 12:12
      Highlight Highlight Wenn die Chinesen diese Rolle übernehmen und für Frieden und Demokratie sorgen... Sind Sie dann zufrieden?
    • Basti Spiesser 15.05.2019 12:48
      Highlight Highlight @ich_bin_ich

      Aktuell machen die Chinesen es besser, Infrastruktur statt Bomben.
    • Ueli der Knecht 15.05.2019 13:53
      Highlight Highlight Die Welt-Polizei wäre eigentlich der UN-Sicherheitsrat. Besser wäre, diesen handlungsfähiger zu machen, zB. indem man das Vetorecht der fünf ständigen Mitgliedern einschränkt, zB. dass ein Vetorecht nur gültig ist, wenn es von mindestens drei der ständigen Mitgliedern gutgeheissen wird. Ich glaube, das könnte die UN-Generalversammlung mit Zweidrittelmehrheit beschliessen (müsste das allerdings in der UN-Charta nochmals nachschauen, um sicher zu sein).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Charlie B. 15.05.2019 11:46
    Highlight Highlight An Provokation nicht zu überbieten. So traurig.
  • Pezzotta 15.05.2019 11:12
    Highlight Highlight Die USA bereitet sich wohl auf einen Angriff auf den Iran vor.
    Echt nicht toll. :(
    • Avenarius 15.05.2019 12:44
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.

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