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Insiderhandel im Iran-Krieg: US-Justizministerium ermittelt

epa12931850 An Iranian walks next to an anti-US mural in a street in Tehran, Iran, 04 May 2026. Iranian Foreign Ministry Spokesman Esmaeil Baghaei criticized the US president's plans on the passa ...
Im Zuge des Iran-Krieges kam es immer wieder zu massiven Spekulationen rund um den Ölpreis – nun wird wegen Insiderhandel ermittelt.Bild: keystone

Verdächtige Transaktionen vor Trump-Aussagen: US-Justiz ermittelt wegen Insiderhandel

08.05.2026, 07:0308.05.2026, 07:03

Das US-Justizministerium untersucht Medienberichten zufolge eine Reihe von verdächtigen Transaktionen auf dem Ölmarkt, die kurz vor Ankündigungen von Präsident Donald Trump und anderen Regierungsvertretern getätigt wurden. Dabei gehe es um mindestens vier Geschäfte, bei denen Händler während des Iran-Kriegs mehr als 2,6 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Mrd Euro) auf fallende Ölpreise gesetzt hätten, berichteten die US-Sender ABC News und NBC News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Wetten seien jeweils kurz vor neuen Ankündigungen Trumps oder iranischer Regierungsvertreter platziert worden, hiess es. Auch die für Rohstoffgeschäfte zuständige Bundesbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sei in die Ermittlungen involviert.

Vier Transaktionen im Milliardenwert

Laut ABC News hatten Händler im März mehr als 500 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise gewettet, kurz bevor der US-Präsident die Verschiebung von angedrohten Angriffen auf das iranische Stromnetz bekanntgab. Im April gab es drei weitere Transaktionen, die nun untersucht würden:

  • Am 7. April setzten Händler demnach 960 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise, kurz bevor Trump eine vorübergehende Waffenruhe verkündete.
  • Am 17. April wetteten Spekulanten 760 Millionen Dollar auf sinkende Ölpreise, 20 Minuten bevor der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Strasse von Hormus bekanntgab.
  • Am 21. April platzierten Unbekannte 430 Millionen Dollar auf nachgebende Ölpreise, 15 Minuten vor Trumps Ankündigung einer verlängerten Waffenruhe.

Eine Quelle betonte gegenüber NBC News, dass sich die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befänden und es bislang keine Beweise für strafbares Fehlverhalten gebe. Neben den aktuellen Untersuchungen wollen die Ermittler in einem separaten Verfahren auch verdächtige Aktivitäten auf Spekulationsplattformen prüfen, die ebenfalls mit dem Iran-Krieg zusammenhängen. (leo/sda/dpa)

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tzhkuda7
08.05.2026 07:31registriert Juni 2015
Hätte nie Gedacht das ich mir mal George W. Bush zurückwünschen würde. Wie hier (wahrsch.) das Präsidialamt durch Trump bezüglich Insiderinformationen zur persönlichen als auch Bereicherung des Umfeldes benutzt wird, das schläckt e kei Geiss weg…
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Roro Hobbyrocker
08.05.2026 07:55registriert August 2016
Naja Trump hat mal ich denke bei den Wahlen 2016 gesagt er werde die USA führen wie man ein Geschäft führt.
Dies hat er wirklich umgesetzt. Nie verlegen ein paar Dollar zusätzlich zu verdienen.
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