International
Iran

Verschleierung: Iran geht wieder verschärft gegen Kopftuchverstösse vor

Iran geht wieder verschärft gegen Kopftuchverstösse vor

13.04.2024, 13:2713.04.2024, 13:27
epa10646098 Iranian women, wearing a veil, walks among other pedestrians along a street in Tehran, Iran, 22 May 2023. Anti-government protests that erupted since the death in police custody of 22-year ...
Frauen mit Schleier in Teheran. Bild: keystone

Irans Polizei geht wieder verschärft gegen Verstösse gegen islamische Kleidungsregeln vor. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim auf Telegram unter Berufung auf einen Kommandeur berichtete, wurden die Kontrollen am Samstag landesweit verschärft. Das Tragen eines Kopftuchs sei Gesetz und die Missachtung dessen eine Straftat, zitierte die Agentur den Polizeikommandeur weiter.

Die berüchtigten Sittenwächter hatten seit den von Frauen angeführten Massenprotesten im Herbst 2022 weniger streng kontrolliert – auch weil sie mehr Gegenwehr erlebten. Stattdessen haben die Sicherheitsbehörden Verstösse mittels Videoüberwachung verstärkt. So wurden etwa Autos von Frauen festgesetzt, die mehrfach ohne Kopftuch am Steuer erwischt worden waren. Die Behörden verfolgten auch Verstösse im Netz, darunter fallen in der Regel etwa Bilder von Frauen ohne Kopftuch auf Instagram. Geschäfte und Restaurants, deren Kundschaft die Kleidungsregeln missachtete, wurden auf Anordnung geschlossen.

Seit Herbst 2022 ignorieren immer mehr Iranerinnen die strengen Kleidungsvorschriften. Religiöse Hardliner versuchen dagegen anzukämpfen. Ein neues Gesetz sieht drakonische Strafen vor. Die Reform wurde bereits vom Parlament verabschiedet, ist aber weiterhin nicht in Kraft getreten. In den kommenden Wochen soll eine überarbeitete Version dem sogenannten Wächterrat, einem erzkonservativen Kontrollgremium, erneut vorgelegt werden.

Ausgelöst wurden die Proteste vom Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sittenwächter hatten die junge Frau wegen eines angeblich schlecht sitzenden Kopftuchs festgenommen. Eine Expertenkommission im Auftrag der UN kam zu dem Schluss, dass körperliche Gewalt nach der Festnahme zu ihrem Tod führte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Nächste Runde im China-Drama – nun musste sich auch Real Madrid für Mbappé entschuldigen
Das chinesische Staatsfernsehen (China Media Group) auf der einen Seite und die spanische Fussball-Liga und Real Madrid auf der anderen befinden sich weiterhin auf Kriegsfuss. Mittendrin steckt Kylian Mbappé. Der französische Stürmerstar sagte in einem Video von Anfang April, das dieser Tage wieder viral ging, dass sein Lieblingsmeme mit seinem eigenen Gesicht eines sei, bei dem sein Gesicht auf den Körper von Mao Zedong gesetzt werde, dem ehemaligen chinesischen Staatsoberhaupt. Dazu sagte Mbappé: «Ich glaube, der Typ war ein chinesischer Diktator.»
Zur Story