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Iran

Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi im Iran festgenommen

Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi im Iran festgenommen

12.12.2025, 14:5812.12.2025, 18:01

Im Iran haben Sicherheitskräfte die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi und weitere Aktivistinnen Berichten zufolge festgenommen.

In this photo released by the Narges Foundation Archive, Narges Mohammadi poses for a portrait on March 4, 2025 in an undisclosed location. (Nooshin Jafari/Narges Foundation Archive via AP)
Mideast Wa ...
Narges Mohammadi wurde im Iran verhaftet.Bild: keystone

Neben Mohammadi seien auch weitere bekannte Kritiker wie die politische Aktivistin Sepideh Gholian in Gewahrsam genommen worden, hiess es in einer Mitteilung, die auf dem X-Konto der Friedensnobelpreisträgerin veröffentlicht wurde, sowie von iranischen Menschenrechtlern.

Den Angaben zufolge hatten sich die Aktivistinnen bei einer Zeremonie für den vor wenigen Tagen verstorbenen Anwalt Chosrow Alikordi versammelt. Der Tod des Verteidigers, der auch politische Gefangene vertrat, hat grosse Bestürzung unter iranischen Menschenrechtsaktivisten ausgelöst. Es gab zugleich Spekulationen über die Umstände seines Todes. Die Justiz erklärte in den Staatsmedien, er sei am Arbeitsplatz an einem Herzinfarkt gestorben.

Videos auf den Social-Media-Plattformen zeigen, wie Mohammadi vor einer Menschenmenge in der nordöstlichen Millionenmetropole Maschhad sprach. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht bestätigt werden. «Tod dem Diktator» war in weiteren Videos zu hören, die im Netz kursierten. Kurz darauf sollen Sicherheitskräfte eingeschritten sein.

Mohammadi war 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie erhielt ihn für ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen und gegen die Todesstrafe im Iran sowie für ihren Einsatz für Menschenrechte und Freiheit. Sie verbüsste zuletzt eine langjährige Haftstrafe im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran. Wegen gesundheitlicher Probleme hatte sie vor gut einem Jahr Hafturlaub bekommen.

Das Nobelkomitee hatte in diesem Juli seine Sorge wegen Berichten zu ernsthaften Drohungen gegen Mohammadi zum Ausdruck gebracht. Der Vorsitzende des Komitees, Jørgen Watne Frydnes, rief die iranischen Behörden damals dazu auf, nicht nur das Leben von Mohammadi und allen weiteren iranischen Bürgern mit kritischer Stimme zu schützen, sondern auch ihr Recht auf die freie Meinungsäusserung.

Solche Statements des Nobelkomitees sind äusserst selten – die Angaben des Komitees zeigten somit, wie ernst die Lage von Mohammadi in Oslo betrachtet wurde.

(dab/sda/dpa)

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