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Menschen tanzen im Chaos auf den Strassen: Das ist die Lage im Iran

KEYPIX - epa12783333 Heavy traffic jams are seen following an Israeli attack, in Tehran, Iran, 28 February 2026. Israel launched an attack on Iran on 28 February 2026, described as a 'preemptive  ...
Nach einem israelischen Angriff kommt es am 28. Februar 2026 in Teheran, Iran, zu schweren Verkehrsstaus.Bild: keystone

Menschen tanzen im Chaos auf den Strassen: Das ist die Lage im Iran

Israel und die USA setzen auf einen Enthauptungsschlag gegen die iranische Führung. Das Regime reagiert mit Gegenangriffen, doch der komplette Zusammenbruch bahnt sich an.
28.02.2026, 15:2728.02.2026, 15:27
Simon Maurer / ch media

Die Luftschläge kamen zur Unzeit fürs Regime: Am Samstagmorgen, an dem im Iran traditionell die Arbeitswoche beginnt, starteten Israel und die USA ihren Angriff auf mehrere iranische Grossstädte. Bombardiert wurden unter anderem Regierungsgebäude in Teheran, Isfahan und Karaj. Auch ein Gebäude in der Nähe des Büros von Ayatollah Ali Khamenei sowie mehrere Einrichtungen in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalasts in Teheran gerieten ins Visier.

Dort hält sich üblicherweise der iranische Präsident Massud Peseschkian auf – ein Hinweis, dass die Operation «Brüllender Löwe» gezielt die politische Führung des Landes ausschalten soll. Das Ziel eines Regimewechsels hat US-Präsident Trump in einer Ansprache am Samstagmorgen bereits offen formuliert, nachdem die Verhandlungen über ein Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran am Freitag offenbar gescheitert waren.

Iranian President Masoud Pezeshkian speaks in an open session of parliament to debate on his next year's budget bill, in Tehran, Iran, Tuesday, Oct. 29, 2024. (AP Photo/Vahid Salemi)
Der iranische Präsident Masoud PezeshkianBild: AP

Vergeltungsmassnahmen führen zum diplomatischen Gau

Dem israelischen Geheimdienst nahe stehende Quellen meldeten am Samstagmittag, dass bei den Angriffen der iranische Justizminister Gholam-Hossein Mohseni-Ejei und Verteidigungsminister Amir Hatami getötet worden seien. Die Berichte wurden von der iranischen Armee jedoch dementiert und konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden. Gemäss der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA sind auch Präsident Massud Peseschkian und der Ayatollah noch am Leben. Letzterer befände sich derzeit nicht in Teheran.

Die Luftangriffe versetzten die ganze Region in einen Alarmzustand. Iranische Streitkräfte reagierten mit Gegenangriffen auf strategische Ziele in den umliegenden Ländern. Nach übereinstimmenden Berichten richteten sich diese vor allem gegen israelische Militärstellungen sowie gegen US-Stützpunkte in der Region, darunter Einrichtungen im Irak und in Syrien. Von den Vergeltungsmassnahmen betroffen waren allerdings auch die mehrheitlich sunnitisch geprägten Staaten am Persischen Golf, namentlich Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

KEYPIX - Smoke rises on the skyline after an explosion in Tehran, Iran, Saturday, Feb. 28, 2026.(AP Photo)
Nach einer Explosion in Teheran, Iran, steigt am Samstag, dem 28. Februar 2026, Rauch in den Himmel auf.Bild: keystone

Das markiert in der Region eine lange nicht mehr gesehene Eskalation – schliesslich hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman vor einigen Wochen noch persönlich mit der iranischen Führung telefoniert, um sein Land aus dem Konflikt herauszuhalten.

Das saudische Aussenministerium veröffentlichte am Samstag in einer Reaktion deshalb ein Statement, dass sein Land «sämtliche verfügbaren Mittel zur Verfügung stellen wird, um befreundete Länder bei allen Massnahmen zu unterstützen, die diese ergreifen». Diese Kehrtwende ist für das iranische Regime ein diplomatischer Super-Gau, denn Beobachter gingen bisher davon aus, dass sich die Golfstaaten im Konflikt neutral verhalten würden.

Chaos und Freude bei der städtischen Bevölkerung

Im Iran selber kam es nach den Angriffen dann zu gemischten Reaktionen. Bilder aus den grösseren Städten zeigen verstopfte Autobahnen mit Menschenmassen, die aufs Land zu fliehen versuchen. Es kursierten aber auch zahlreiche Aufnahmen von Iranerinnen und Iranern, die mit Rauchsäulen im Hintergrund die US-Luftschläge feiern – und sogar die Namen von US-Präsident Trump oder jenen des israelischen Ministerpräsidenten rufen.

Dass die Bevölkerung ihre Freude über die US-Intervention so offen kundtut, werten Beobachter als besonders schlechtes Zeichen für das Mullah-Regime. Nie war die iranische Opposition in einer so starken Position wie jetzt, prognostizierten zahlreiche Kenner der Region in den vergangenen Wochen doch, dass das Regime erst nach einer Intervention von aussen fallen dürfte. Dieser Zeitpunkt ist nun möglicherweise gekommen.

Kronprinz Reza Pahlavi, der die Proteste im Land aus den USA in den vergangenen Monaten unterstützt hatte, rief die Sicherheitskräfte des Irans dazu auf, sich gegen das Regime zu stellen und stattdessen die Zivilbevölkerung zu schützen. Diese solle zunächst in ihren Häusern Schutz suchen und auf ein Zeichen von ihm warten. Sobald dieses da sei, sollen die Menschen für einen letzten grossen Protest auf die Strasse gehen – und das Ayatollah-Regime ein für alle Mal beenden. (aargauerzeitung.ch)

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maylander
28.02.2026 15:59registriert September 2018
Die Islamische Republikan Iran hat sich im laufe der Zeit zu viele Feinde geschaffen.

Mit Geld und Ressourcen wurden allerlei Terrorgruppen und Regierungen unterstützt. Die selber immer mehr Unruhe stifteten um dann mit noch mehr Mitteln gerettet werden mussten.

Diese Mittel hätte man besser im Iran selber investiert. Nun ist selbst die eigene Bevölkerung gegen die Regierung.

Von Assad, Hisbollah, Huthis und Hamas kommt keine Unterstützung mehr. Diese sind selbst am Ende oder müssen jetzt dringend eine neue Schutzmacht suchen.
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Rivka
28.02.2026 16:22registriert April 2021
Ich drücke dem persischen Volk die Daumen. Sie wurden zu lange von irren Radikalislamisten unterdrückt und gnadenlos ermordet.
Was mir zu denken gibt, ist, was danach kommen wird. Wird es zu religiösen Unruhen im Land kommen so wie es immer wieder in Irak und Syrien der Fall ist? Werden andere Gruppierungen ihre Autonomität ausrufen oder Nachbarländer nutzen die Gunst der Stunde und versuchen sich Gebiete unter die Nagel zu reissen? Was kommt nach den Mullahs...?
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Die perfekte Welle
28.02.2026 16:15registriert August 2020
Ich würde es den Iranern gönnen, wenn sie sich vom Mullah-Joch befreien könnten. Aber leider wird der Orange dann völlig Grössenwahnsinnig werden, wenn dies gelingt. Drück den Iranern trotzdem die Daumen.
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