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Iran besitzt laut US-Berichten grossen Teil seines Arsenals – Trump tobt

Iran besitzt laut US-Berichten noch grossen Teil seines Arsenals – Trump tobt

Der Iran verfügt US-Medienberichten zufolge immer noch über den Grossteil seiner Bestände an mobilen Abschussrampen und Raketen. Donald Trump behauptet etwas anderes, er bezeichnet die Berichte als «Verrat».
13.05.2026, 05:2613.05.2026, 08:57

Die «New York Times» berichtet über Erkenntnisse von US-Geheimdiensten, wonach der Iran noch etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie rund 70 Prozent des Raketenarsenals habe, das er vor dem Krieg hatte. Die Zeitung beruft sich dabei auf Personen, die mit den Geheimdiensterkenntnissen von Anfang dieses Monats vertraut sind. Demnach habe der Iran auch wieder Zugang zum Grossteil seiner unterirdischen Raketenlager, heisst es.

epaselect epa12868586 A Thai agricultural worker examines the tail of an Iranian ballistic missile that hit near a cow barn in the Israeli settlement of Shadmot Mehola, in West Bank, 04 April 2026. Ir ...
Ein Arbeiter neben einer nahe einer israelischen Siedlung im Westjordanland eingeschlagenen iranischen Rakete.Bild: keystone

Die «Washington Post» hatte bereits vergangene Woche über eine US-Geheimdienstanalyse berichtet und ähnliche Zahlen genannt. Der Iran verfüge noch über etwa 75 Prozent seiner Vorkriegsbestände an mobilen Abschussrampen sowie etwa 70 Prozent seiner Raketen, zitierte die Zeitung einen US-Beamten. Dieser verwies demnach auch auf Hinweise, dass die iranische Führung in der Lage gewesen sei, fast alle ihrer unterirdischen Lagerstätten wieder in Betrieb zu nehmen, einige beschädigte Raketen zu reparieren sowie einige neue Raketen fertigzustellen.

Die «New York Times» berichtet darüber hinaus, einige hochrangige Beamte seien besonders wegen Hinweisen alarmiert, dass der Iran den Zugang zu den meisten seiner Raketenstellungen wiederhergestellt habe, die er entlang der Strasse von Hormus unterhalte. Aktuell herrscht im Iran-Krieg eine brüchige Waffenruhe, Verhandlungen um ein Kriegsende sind ins Stocken geraten.

Trump kritisiert Berichterstattung und spricht von «VERRAT»

Trump kritisierte am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social wieder einmal die mediale Berichterstattung über den Iran-Krieg, ohne dabei konkrete Artikel zu nennen.

«Wenn die Fake News behaupten, dass der iranische Feind militärisch gut gegen uns abschneidet, ist das praktisch VERRAT, insofern als es sich um eine derart falsche und sogar absurde Behauptung handelt.»

Sie unterstützten den Feind, zürnte der US-Präsident.

President Donald Trump speaks to reporters as he leaves the White House for travel to Beijing, Tuesday, May 12, 2026, in Washington, to meet with China's President Xi Jinping. (AP Photo/Manuel Ba ...
Der US-Präsident hat keine Freude an der Berichterstattung der US-Medien.Bild: keystone

Die Berichte der «New York Times» und «Washington Post» stehen in starkem Kontrast zur Darstellung der US-Regierung, wonach der Iran durch den von Israel und den USA Ende Februar begonnenen Krieg militärisch weitestgehend geschlagen sei. Sie fallen zudem in eine Zeit, in der die direkten und indirekten Kosten des Kriegs in den USA immer wieder Thema sind.

Dass die Trump-Regierung die US-Bevölkerung nicht immer transparent informiert, wurde derweil schon mehrfach augenscheinlich. So behauptete Trump bei den Angriffen auf iranische Atomanlagen im vergangenen Jahr mit Nachdruck, dass das iranische Atomprogramm grösstenteils zerstört und um Jahre zurück geworfen worden sei. Auch damals schmähte er gegenteilige Medienberichte sowie auch Analysen seiner eigenen Ministerien, die ein anderes, weniger erfolgreiches Ergebnis der Luftangriffe nahelegten.

Bei den neuerlichen Angriffen auf den Iran in diesem Jahr widerlegte Trump seine damaligen Behauptungen nun quasi selbst, indem er die Gefahr des iranischen Atomprogramms erneut als einer der zentralen Rechtfertigungsgründe für den Krieg nannte.

Sorge um Munitions- und Raketenverbrauch

Kritik an der US-Regierung gibt es derzeit auch am Ressourcenverbrauch durch den Krieg und damit allfällig einhergehende Knappheiten bei den Beständen. Der US-Senator und Army-Veteran Mark Kelly etwa sagte jüngst, die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs seien stark aufgezehrt. Als Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses hatte das Pentagon den Demokraten über bestimmte Munitionsarten informiert – nach Kellys Aussage gehörten dazu etwa Angaben zu Raketen der Typen Tomahawk, ATACMS, SM-3 oder jene für die Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot.

Generalstabschef Dan Caine betonte, dass ihm die Regionalkommandos des US-Militärs ausreichende Munitionsvorräte für die derzeitigen Missionen meldeten. Skeptiker sorgen sich jedoch weniger um aktuelle Einsätze, sondern mehr um die Frage, ob die Munitionsvorräte des US-Militärs auch für einen weiteren möglichen Grosskonflikt, etwa um Taiwan, reichen würden. (sda/dpa/con)

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