Proteste im Iran: über 50 Demonstranten laut Bericht getötet
Bei den landesweiten Protesten im Iran sind Aktivisten zufolge 51 Demonstrierende getötet worden. Hunderte weitere Menschen sollen bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften verletzt worden sein, berichtete die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo.
Zudem prüfe die Organisation Berichte über die Tötung von Dutzenden Demonstrierenden in den Grossstädten Teheran, Maschhad und Hamadan, die noch nicht in den aktuellen Zahlen enthalten sind. «Die Gefahr einer Eskalation der Gewalt und eines massenhaften Tötens von Demonstrierenden nach der Internetabschaltung ist sehr ernst», warnte Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam.
Am Donnerstagabend hatte der Iran die grössten Demonstrationen seit Beginn der aktuellen Protestwelle erlebt. Der iranische Sicherheitsapparat schaltete das Internet für die Bevölkerung vollständig ab. Nachdem Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstrierende eröffnet haben sollen, mehrten sich unbestätigte Berichte über zahlreiche Tote.
Bericht: 10 Sicherheitskräfte getötet
Im Westen Irans sind bei Unruhen nach Angaben von Aktivisten zehn Mitglieder einer regionalen Militäreinheit getötet worden. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Kermanschah bei Zusammenstössen mit Aufständischen, wie die Menschenrechtsgruppe Hengaw mit Sitz in Norwegen berichtete.
Die Sicherheitskräfte gehörten demnach zur sogenannten Nabi-Akram-Einheit, die den iranischen Revolutionsgarden untersteht und zur Unterdrückung von Protesten eingesetzt wird. Eine Bestätigung von staatlicher Seite oder des Militärs gab es zunächst nicht.
Am Donnerstagabend hatte der Iran die grössten Demonstrationen seit Beginn der aktuellen Protestwelle erlebt. Der iranische Sicherheitsapparat schaltete das Internet für die Bevölkerung vollständig ab. Nachdem Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstrierende eröffnet haben sollen, mehrten sich unbestätigte Berichte über zahlreiche Tote. In Kermanschah und im Landeswesten gab es vor Donnerstag die heftigsten Proteste gegen die iranische Staatsführung. (sda/dpa)
