USA offenbaren Schwächen im Iran – diese 3 Erkenntnisse zieht China aus dem Krieg
China beobachtet den Krieg im Nahen Osten genau. Bereits Mitte März erklärten westliche Insider dem US-amerikanischen Medium «Bloomberg», dass Pekings Militär den von US-Präsident Donald Trump befeuerten Krieg genau analysiert – offenbar mit dem Ziel, Lehren aus den militärischen Fähigkeiten der USA abzuleiten, die sich in einem künftigen Krieg als nützlich erweisen könnten.
Konkret geht es um einen möglichen Konflikt um Taiwan. Denn die Lage auf der seit Jahrzehnten demokratisch regierten Insel, die von Peking als eigenes Territorium betrachtet wird, ist durchaus angespannt. Immerhin hat Chinas Staatschef Xi Jinping mehrfach deutlich gemacht, dass er eine Vereinigung nicht unbegrenzt aufschieben will – und dafür notfalls auch militärische Gewalt einsetzen könnte.
Zuletzt erhöhte China den militärischen Druck auf Taiwan mit umfangreichen Manövern von Marine und Luftwaffe, während die USA Taiwan ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft zusichern. Konkret steht ein Deal im Wert von neun Milliarden Dollar vor dem Abschluss, der unter anderem Panzerabwehrraketen, Haubitzen und das Artilleriesystem Himars umfasst. Ohnehin sind die USA der wichtigste Waffenlieferant der Insel, was die Spannungen zwischen Peking und Washington verschärft.
Welche Lehren zieht China nun aus dem Krieg im Nahen Osten, um den USA in einem potenziellen Konflikt überlegen zu sein? Ein Überblick:
US-Basen sind verwundbar
Zunächst sieht Peking, dass die Luftwaffe der USA durchaus angreifbar ist. Das berichtet das Portal «Military Affairs» unter Berufung auf einen Angriff in Saudi-Arabien. Medienberichten zufolge wurde der Stützpunkt Prinz Sultan, der auch vom US-Militär genutzt wird, vom Iran bei einer Bombardierung getroffen. Konkret sollen dabei US-amerikanische Tankflugzeuge beschädigt sowie zwölf US-Einsatzkräfte verletzt worden sein.
Sollte es zu einer Eskalation zwischen China und den USA kommen, kann sich Peking also an bisher im Iran-Krieg aufgedeckten Schwachstellen orientieren und diese ebenfalls ins Visier nehmen, um die militärischen Fähigkeiten des Gegners zu schwächen. Jedes moderne Kriegsgerät, das in einer Auseinandersetzung zerstört wird, wäre nur schwer und zu hohen Kosten zu ersetzen. Zudem sind die US-Basen vor allem deshalb verwundbar, weil sie bereits zahlreiche Flugabwehrraketen verschossen haben – worin die zweite Lehre steckt.
Die Munitionsbestände der USA schwinden
Wenn es nach Trump geht, müssten die USA den Krieg gegen den Iran möglichst schnell gewinnen. Unter anderem auch, damit die USA einen Munitionsmangel abwenden können. Dass dieser Mangel für die USA bereits droht, zeigt ein Bericht des US-Mediums «Washington Post» unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Demnach prüft das Pentagon derzeit, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran einige der wichtigsten Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre. Dazu zählen etwa Patriot-Flugabwehrraketen oder Tomahawk-Marschflugkörper.
Grundsätzlich stellt es einen strategischen Vorteil für China dar, wenn die USA mit dezimiertem Munitionsbestand aus dem Krieg im Nahen Osten hervorgehen. Zu der Überlegenheit Chinas im Falle eines Konfliktes im Indopazifik trägt überdies bei, dass die USA ihre militärischen Ressourcen ohnehin aus dem Fernen in den Nahen Osten verlagert haben. Festzuhalten bleibt: Ein Abnutzungskrieg im Nahen Osten vergrössert die Verwundbarkeit der USA in einem möglichen Konflikt um Taiwan – zur Freude Chinas.
Iranische Drohnen dienen als Vorbild
Auch an Teherans Militär könnte sich China ein Beispiel nehmen. Das iranische Regime setzt insbesondere kostengünstige Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed ein, deren Abwehr die USA Millionenbeträge kostet. Denn bislang setzen die USA weiterhin auf kostspielige Patriot-Systeme. Allein die Kosten einer Flugabwehrrakete werden auf weit über eine Million Dollar geschätzt. Wenn China nun also auch billige Luft- und Seedrohnen einsetzt, würde die Luftverteidigung nach aktuellem Stand die USA in finanzielle Bedrängnis bringen.
Ob der Konflikt um Taiwan tatsächlich eskaliert, ist nach derzeitigem Erkenntnisstand abzuwarten. Zudem steht auch ein Besuch des US-Präsidenten in Peking noch aus: Trump wird Mitte Mai in China erwartet. Sein Treffen mit Xi war wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran von Anfang April verschoben worden.
Verwendete Quellen:
- bloomberg.com: "China Gains Edge From Trump’s War With Iran, Officials Say" (englisch, kostenpflichtig)
- asiatimes.com: "China watching as US missile stocks drain over Iran" (englisch)
- 19fortyfive.com: "The Iran War Is Handing China A Playbook on How to Beat the U.S. Military" (englisch)
- tribuneindia.com: "China draws lessons from US campaign in Iran" (englisch)
- Mit Material der Nachrichtenagenturen Reuters und dpa

