DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Türkischer Parlamentspräsident fordert islamische Verfassung

26.04.2016, 07:4726.04.2016, 07:58
Religiöse Verfassung gefordert: Parlamentspräsident Kahraman (l.) mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. 
Religiöse Verfassung gefordert: Parlamentspräsident Kahraman (l.) mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Bild: Burhan Ozbilici/AP/KEYSTONE

Parlamentspräsident Ismail Kahraman hat eine islamische Verfassung für die Türkei gefordert. «Wir sind ein muslimisches Land. Als Konsequenz müssen wir eine religiöse Verfassung haben», sagte das Mitglied der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP). Säkularismus dürfe in der neuen Verfassung keine Rolle mehr spielen, sagte er laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu am Montag bei einer Konferenz in Istanbul.

Der Vorsitzende der Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, widersprach vehement. Der vom Staatsgründer der modernen Türkei Mustafa Kemal Atatürk eingeführte Säkularismus sei wichtig, damit jeder frei seine Religion ausüben könne, teilte Kilicdaroglu über den Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

AKP-Chef und Präsident Recep Tayyip Erdogan plant bereits seit längerem eine Änderung der Verfassung. Zwar hat die AKP im Parlament die absolute Mehrheit, dennoch fehlt ihr die für eine Änderung der Verfassung erforderliche Mehrheit. Die Oppositionsparteien lehnen das von Erdogan vorgeschlagene Präsidialsystem ab, sie werfen ihm schon jetzt ein Abgleiten in eine autoritäre Herrschaft vor. (sda/afp)

Die islamistische AKP versucht, den säkularen Charakter der modernen Türkei zurückzudrängen. Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk wäre darüber nicht erfreut (Archivbild).
Die islamistische AKP versucht, den säkularen Charakter der modernen Türkei zurückzudrängen. Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk wäre darüber nicht erfreut (Archivbild).Bild: AP
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

20 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hierundjetzt
26.04.2016 08:04registriert Mai 2015
Somit wird die Türkei nie mehr ein Teil der EU. I like.
462
Melden
Zum Kommentar
avatar
Repplyfire
26.04.2016 08:08registriert August 2015
Erdowahn zeigt immer mehr sein wahres Gesicht. Und die Türken wählen ihn trotzdem. Bedenklich
421
Melden
Zum Kommentar
avatar
amore
26.04.2016 09:12registriert Februar 2014
So, das wär's dann mit der Mitgliedschaft von Europa.
280
Melden
Zum Kommentar
20
In Mexiko werden nun offiziell 100'000 Menschen vermisst – das sind die Hintergründe

In Mexiko gelten nun offiziell mehr als 100'000 Menschen als vermisst. Die Datenbank der Regierung verzeichnete am Montagabend (Ortszeit) zum ersten Mal die Rekordzahl. Rund 98 Prozent der Fälle stammen aus der Zeit seit 2006, als der sogenannte Drogenkrieg begann, bis heute. Mit der Militarisierung des Konflikts mit den mächtigen Kartellen nahm die Gewalt erheblich zu.

Zur Story