International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Warum wehren sich die Opfer auf den IS-Videos nicht? Ein Deserteur kennt die grausame Antwort



Gekniet warten sie auf ihre Hinrichtung und verlesen die Propaganda ihrer Kidnapper. Eine Frage, die immer wieder auftaucht, wenn der Islamische Staat (IS) eine westliche Geisel köpft und später ein Video davon verbreitet: Warum wehren sie sich nicht?

Saleh, ein desertierter IS-Übersetzer, glaubt die Antwort zu kennen: Weil sie nicht wissen, was ihnen blüht. In einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky News erklärt er, die Geiseln würden mehrere Scheinhinrichtungen durchlaufen, bis sich eine gewisse Normalität einstellt. Dann würden sie ahnunglos «Jihadi John» vorgeführt.

abspielen

video: youtube/sky news

«Er befahl mir, ihnen zu sagen, dass sie nichts zu befürchten haben, dass wir sie nicht töten werden», so Saleh. Man wolle lediglich ihre Regierungen zwingen, den Kampf gegen den IS aufzugeben. «Wir haben kein Problem mit dir, du bist unser Gast», hätte er ihnen versichert. 

Saleh sagt, er habe die Hinrichtung des Japaners Kenji Goto durch «Jihadi John» mit eigenen Augen gesehen. Der Sadismus des Briten sei grenzenlos: Goto habe einen arabischen Namen und eine IS-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt bekommen, um ihm die Angst zu nehmen. Alles nur ein Vorwand, damit es bei der «Produktion» der Videos keine Probleme gab.

Irgendwann merken die Geiseln, was mit ihnen geschieht. Es ist anzunehmen, dass sie sich dann wehren. Aber dieser Teil ist in den Videos jeweils nicht zu sehen. (kri)

Islamistische Terroristen

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jetson 12.03.2015 14:21
    Highlight Highlight Nicht zu wissen, dass man gleich geköpft wird ist doch ein Geschenk, wenn man es eh nicht verhindern kann.
    • Adonis 12.03.2015 14:32
      Highlight Highlight He du, dass ist aber ganz trockener Britischer Humor:-(
    • Alnothur 13.03.2015 15:14
      Highlight Highlight Ich kann mich Jetson nur anschliessen. Ich bin verwundert, dass der IS diesbezüglich so human mit den Geiseln umgeht.

Das Dschihadisten-Marketing unseres Bundesanwalts

Bundesanwalt Michael Lauber muss im Sommer vom Parlament im Amt bestätigt werden. Seine Wiederwahl ist so gut wie sicher – denn er pflegt sein Image auf dem Rücken angeblicher «Dschihad-Reisender». Das nützt auch den Parlamentariern.

Bundesanwalt Michael Lauber ist ein gewiefter Kommunikator. Seit er im Amt ist, gehört die negative Berichterstattung über die Strafverfolger des Bundes weitgehend der Vergangenheit an. Laubers Rezept ist simpel: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Valentin Roschacher und Erwin Beyeler, die sich mit Geldwäscherei- und Fällen organisierter Kriminalität profilieren wollten, legt sich Lauber mit wehrlosen Gegenspielern an – jungen Muslimen, angeblichen «Dschihad-Reisenden». 

Diese verfügen …

Artikel lesen
Link zum Artikel