International
Island

Björk ruft zur Unabhängigkeit Grönlands auf

Nach Trump-Drohungen: Björk ruft zur Unabhängigkeit Grönlands auf

Island, das Heimatland der Sängerin Björk, ist seit 1944 von Dänemark unabhängig. Es soll Grönland als Vorbild dienen.
11.01.2026, 07:4211.01.2026, 07:52

«Ich wünsche allen Grönländern Segen für ihren Kampf um Unabhängigkeit», schrieb die einflussreiche Musikerin, deren Alben sich millionenfach verkauften, in einem Post auf Instagram. Dazu postete sie ein Bild mit den Umrissen Grönlands in den Farben der Flagge des Landes.

STOCKHOLM 20100830 Singer and songwriter Bjork Gudmundsdottir of Iceland attends the Polar Music Prize newsconference at Grand Hotel in Stockholm, Sweden, on August 30, 2010. STOCKHOLM SWEDEN x10080x  ...
Björk wünscht den Grönländern viel Erfolg beim Kamp für die Unabhängigkeit.Bild: www.imago-images.de

Die Insel Grönland ist zwar mittlerweile weitgehend autonom, gehört aber noch zum dänischen Königreich. US-Präsident Donald Trump hatte erstmals 2019 einen Besitzanspruch auf Grönland geäussert.

Björk schrieb weiter: «Der Kolonialismus jagt mir immer wieder eisige Schauder über den Rücken, und der Gedanke, dass meine grönländischen Landsleute von einem grausamen Kolonialherrn zum nächsten wechseln könnten, ist zu schrecklich, um ihn auch nur zu denken.» Und:

«Liebe Grönländer, erklärt eure Unabhängigkeit!»

Island, das Heimatland der Sängerin, ist seit 1944 von Dänemark unabhängig. Björk gehörte laut dem New Yorker Nachrichtenmagazin «Time» im Jahr 2015 zu den 100 einflussreichsten Menschen der Erde.

Reaktionen mit Herz-Emojis, aber auch Kritik

Ihre Fans kommentierten den Post mit Herz-Emojis. Ein User schrieb: «Erklärt die Unabhängigkeit! Lasst euch das nicht gefallen!» Es gibt aber auch Nutzer, die der Sängerin vorwerfen, ihre Unterstützung zur falschen Zeit zum Ausdruck gebracht zu haben und damit den USA in die Hände zu spielen. Einige halten eine Unabhängigkeit für den falschen Schritt: «Grönland muss von der EU und der Nato beschützt werden», heisst es unter anderem.

Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer grössere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Aussen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark – durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. Ein grosser Teil der rund 57'000 Grönländer wünscht sich die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark.

Die US-Regierung hatte zuletzt ihre Drohungen hinsichtlich eines Besitzanspruchs auf die Arktisinsel verstärkt und sendete widersprüchliche Signale: Das Weisse Haus schloss einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus, während Aussenminister Marco Rubio Berichten zufolge von einem Kauf der autonomen Arktisinsel sprach. (dpa) (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
56 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
LilyLullaby
11.01.2026 08:32registriert Januar 2021
Das wäre - in der derzeitigen lage, wohl eher kontraproduktiv…
Wenn Grönland jetzt autonom wäre, wäre das sicherheitspolitisch brandgefährlich.
Über Dänemark ist Grönland teil des NATO-Sicherheitsraums. Ein autonomes oder unabhängiges Grönland ist kein NATO-Mitglied. Diese lücke wäre ein offenes fenster für geopolitischen druck…
1134
Melden
Zum Kommentar
avatar
CoolSideOfThePillow
11.01.2026 08:35registriert Juli 2022
Grönland kann sich das finanziell gar nicht leisten.
780
Melden
Zum Kommentar
avatar
Chris_A
11.01.2026 09:32registriert Mai 2021
Was die Grönländer jetzt brauchen ist keine Unabhängigkeit sondern möglichst viele europäische Freunde.
624
Melden
Zum Kommentar
56
Europa hängt zu stark von US-Techkonzernen ab – und Trump könnte es gnadenlos ausnutzen
Früher undenkbar, spätestens mit den Spannungen rund um Grönland aber ein Bedrohungsszenario: Was wäre, wenn die Trump-Regierung Europa den Zugang zu amerikanischer Technologie kappt?
Streit über die NATO-Finanzierung, Strafzölle, Ukraine-Hilfen, jetzt Grönland – unter Donald Trump taumeln die Beziehungen zwischen den USA und Europa von einer Krise zur nächsten.
Zur Story