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Israel stoppt Global Sumud Flotilla: Greta Thunberg ebenfalls an Bord

This image taken from video released by the Israeli Foreign Ministry claims to show activist Greta Thunberg, right, as she is removed after the Israeli navy intercepted the Global Sumud Flotilla carry ...
Ein israelischer Soldat stoppt Greta Thunberg.Bild: keystone

Israels Marine fängt Schiffe der Gaza-Hilfsflotte ab – auch Greta Thunberg gestoppt

02.10.2025, 14:1102.10.2025, 14:11

Die israelische Marine hat im Mittelmeer mehrere Schiffe einer privaten Flotte mit Hilfslieferungen für den Gazastreifen gestoppt. «Die Global Sumud Flotilla wurde von israelischen Seestreitkräften angehalten», teilte die Trägerorganisation in ihrem Telegram-Kanal mit. Einige Schiffe seien sicher gestoppt und ihre Passagiere in einen israelischen Hafen gebracht worden, teilte das israelische Aussenministerium auf X mit.

Unter den mehreren hundert Teilnehmern an Bord von mehr als 40 Motor- und Segelbooten war auch die schwedische Aktivistin Greta Thunberg. «Greta und ihre Freunde sind in Sicherheit und gesund», hiess es in der Mitteilung des Aussenamts weiter. Das französische Aussenministerium rief die israelischen Behörden auf, die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten und das Recht auf konsularischen Schutz zu garantieren.

epa12410897 A flotilla of boats leaves the port of San Giovanni Li Cuti in Catania, Sicily, southern Italy, 27 September 2025. The Freedom Flotilla Coalition (FFC) and Thousand Madleens to Gaza (TMTG) ...
Schiffe der Hilfsflotte in der Nähe von Sizilien.Bild: keystone

Bei dem Militäreinsatz seien 13 Schiffe abgefangen worden, rund 30 weitere setzten ihre Reise aber fort, teilte die Global Sumud Flotilla mit. «Wir fahren weiterhin durch das Mittelmeer, um die Belagerung des Gazastreifens zu durchbrechen», sagte ein Sprecher der Organisation.

Türkische Regierung verurteilt Militäreinsatz gegen Flotte

Zuvor hatten Aktivisten auf Instagram geschrieben, dass Soldaten die ersten Schiffe geentert hätten. Ein Schiff sei gerammt worden, teilte die Global Sumud Flotilla mit. Weitere Boote seien mit Wasserwerfern beschossen worden. Dabei sei allerdings niemand verletzt worden.

Die türkische Regierung verurteilte den israelischen Militäreinsatz scharf. «Der Angriff der israelischen Streitkräfte in internationalen Gewässern gegen die Global Sumud Flotilla, die humanitäre Hilfe zu den Menschen im Gazastreifen bringen wollte, stellt einen Akt des Terrors dar, der gegen das Völkerrecht verstösst und das Leben unschuldiger Zivilisten in Gefahr bringt», hiess es in einer Mitteilung des Aussenministeriums.

Proteste in Rom und Berlin

In Italien kamen es nach dem Stopp der Gaza-Flottille zu Protesten. Vor dem Hauptbahnhof von Rom versammelten sich am Abend Demonstranten. Die Zugänge zu dem Bahnhof wurden nach Behördenangaben vorsichtshalber gesperrt. Die grösste Gewerkschaft des Landes rief für Freitag aus Solidarität mit der Flotte zu einem Generalstreik auf.

Die Zeitung «La Repubblica» berichtete, ein Zug von Demonstranten bewege sich in Richtung des Amtssitzes von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie werfen ihrer rechten Regierung vor, sich nicht solidarisch mit den Aktivisten der Gaza-Flottille zu zeigen. Einige skandierten, an ihren Händen klebe Blut.

epaselect epa12422078 People shout 'general strike, let's block everything' as they take part in a demonstration in support of the Palestinian people and the Global Sumud Flotilla (GSF) ...
Protestzug in Rom.Bild: keystone

Auch in Berlin protestierten etwa 300 Menschen gegen den Stopp der Flotte. Einige Demonstranten warfen bei der Kundgebung vor dem Hauptbahnhof nach Polizeiangaben mit Flaschen auf Beamte und skandierten verbotene Parolen. Mehrere Menschen wurden demnach festgenommen.

Die propalästinensische Flottille hatte sich bis zum Zeitpunkt des Stopps nach eigenen Angaben auf 70 bis 80 Seemeilen (rund 130 bis 150 Kilometer) dem Gazastreifen genähert. Sie war Ende August von Barcelona aus in See gestochen. Ihre Teilnehmer wollten nach eigener Darstellung Hilfslieferungen für die Bevölkerung des von Israel und Ägypten seit Jahren abgeriegelten Gazastreifens an Land bringen. Ausserdem wollten sie damit gegen Israels militärisches Vorgehen in dem Küstenstreifen protestieren.

Israel: Flotte will «nicht helfen, sondern provozieren»

Das israelische Aussenministerium teilte auf X mit, die israelische Kriegsmarine habe die Flottille aufgefordert, ihren Kurs zu ändern. Ihre Hilfslieferungen könnten sie in Häfen ausserhalb des Gazastreifens an Land bringen, sie würden in das palästinensische Küstengebiet weitertransportiert. Die Besatzungen seien informiert worden, dass sie sich einer aktiven Kampfzone näherten.

«Die Flottille hat (das Angebot) abgelehnt, weil sie nicht an Hilfeleistung interessiert ist, sondern an Provokation», hiess es in der Stellungnahme des Aussenministeriums weiter. Live übertragene Bilder von Kameras an Bord einiger Boote zeigten Aktivisten in Schwimmwesten, die offenbar auf ein Entern ihrer Boote durch israelische Marinesoldaten warteten.

Flotte: Besatzer ist «kein legitimer Akteur» für Hilfeleistung

Der Sprecher der Flotte, Thiago Ávila, begründete die Ablehnung des Angebots, die Hilfslieferungen über Israel ausliefern zu lassen, damit, dass die humanitäre Hilfe nicht der Besatzungsmacht im Gazastreifen überlassen werden dürfe. Die Palästinenser im Gazastreifen hätten das Recht, ihre eigenen Grenzen zu kontrollieren. «Deshalb erkennen wir euch nicht als legitimen Akteur an, um humanitäre Hilfe zum palästinensischen Volk im Gazastreifen zu bringen», teilte er an Israel gerichtet über X mit. Die Seeblockade, die Israel vor dem Küstengebiet aufrechterhält, bezeichnete er als völkerrechtswidrig. (sda/dpa)

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