International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Israel: Grenzzaun zu Jordanien und Annexion von 150 Hektar im Westjordanland 



Die israelische Regierung will 1.5 Quadratkilometer Land in der Nähe von Jericho im besetzten Westjordanland zu ihrem Staatseigentum erklären. Das Verfahren, um das Ackerland in israelischen Staatsbesitz zu überführen, befinde sich in der «Schlussphase».

Dies erklärte die dem Verteidigungsministerium unterstellte israelische Zivilverwaltung für die Palästinensergebiete am Mittwoch. Einzelheiten, etwa zu den bisherigen Eigentümern, wurden nicht bekanntgegeben.

Israelischen Medienberichten zufolge handelt es sich um 1.5 Quadratkilometer (150 Hektaren) Land, das nördlich der israelischen Siedlung Almog in der Nähe von Jericho liegt. Nach Angaben der Bürgerrechtsgruppe «Frieden jetzt» wird das Land schon seit einigen Jahren von Siedlern als Ackerland genutzt. Es handle sich um die grösste Enteignung seit 2014.

Sheep graze in Jordan Valley near the West Bank city of Jericho January 20, 2016. Israel plans to appropriate a large tract of agricultural land in the occupied West Bank, Israel's Army Radio said on Wednesday, a move that has angered Palestinians and is almost certain to draw international criticism. REUTERS/Mohamad Torokman

Landstrich bei Jericho.
Bild: MOHAMAD TOROKMAN/REUTERS

Israel baut Grenzanlage zu Jordanien

Israel hat diese Woche mit dem Bau einer Sperranlage an der Grenze zu Jordanien begonnen. Das gab das israelische Verteidigungsministerium am Mittwoch bekannt. Eine Ministeriumssprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, damit würden die israelischen Bürger vor «jeglicher Sicherheitsbedrohung aus Jordanien» geschützt. Die Grenzanlage soll sich über 30 Kilometer vom Badeort Eilat zum neu geplanten Flughafen bei Timna erstrecken. Die Kosten werden auf 300 Millionen Schekel (76 Millionen Franken) geschätzt. Es handelt sich um die vierte Sperranlage, die Israel um sich zieht. Derartige Barrieren gibt es bereits zu Ägypten, auf den annektierten Golanhöhen zur Abschottung von Syrien und zum Westjordanland, wo Mauern und Zäune oftmals tief in das besetzte Palästinensergebiet reichen. (sda/afp)

Auch die Palästinenserführung kritisierte das Vorhaben scharf. PLO-Generalsekretär Sajeb Erakat bezeichnete die geplante Enteignung als Diebstahl. Die israelische Regierung bezeichne das Gebiet als «Sicherheitsbereich», sagte Erakat am Mittwoch vor Journalisten. In der Umgebung würden aber nur Weintrauben, Palmen und Gemüse angebaut. Damit werde den Palästinensern nicht nur ihr Wasser, sondern auch ihr Land «gestohlen».

Das Westjordanland ist seit 1967 von Israel besetzt. Die Palästinenser werfen Israel vor, durch seine Siedlungspolitik das Westjordanland de facto Schritt für Schritt zerteilen zu wollen, um die Schaffung eines Palästinenserstaats unmöglich zu machen. Auch «Frieden Jetzt» kritisierte die geplante Enteignung als «weiteren Schritt», um eine Zweistaatenlösung unmöglich zu machen.

Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu gestures as he speaks during a news conference in Jerusalem, in this October 8, 2015 file picture. U.S. and European criticism of Israeli actions in the occupied West Bank have drawn a furious response from Israel this week, including a former official dismissing the U.S. ambassador to Tel Aviv as a

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht unter Druck.
Bild: RONEN ZVULUN/REUTERS

Momentan steht die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unter Druck, weil sie kein Mittel zur Eindämmung der jüngsten Gewaltwelle im Nahen Osten findet. Seit Anfang Oktober wurden bei mit Messern, Autos oder Schusswaffen verübten Angriffen von Palästinensern 24 Israelis und ein US-Bürger getötet. Im gleichen Zeitraum wurden bei solchen Attacken und bei Protestaktionen 155 Palästinenser getötet. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

6 Satellitenbilder, die Beiruts Hafen vor und nach der Explosion zeigen

Die verheerende Explosion in Beiruts Hafen verursachte massive Zerstörung. Satellitenbilder von vor bzw. nach der Explosion zeigen die Auswirkungen auf die Hauptstadt des Libanon.

Nach der zerstörerischen Explosion in Beirut mit mehr als 130 Toten und Tausenden Verletzten geht die Suche nach der Ursache der Detonation weiter. Eine Untersuchungskommission der Regierung soll dem Kabinett innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht vorlegen.

>> Explosion in Beirut: Alle News aus dem Libanon im Liveticker.

Wie heftig das Gebiet rund um den Hafen zerstört wurde, zeigen die folgenden Satellitenbilder eindrücklich:

Artikel lesen
Link zum Artikel