International
Israel

Mutmasslicher Anschlag auf Israels Botschaft in Berlin: Anklage erhoben

FILE - The Israel Embassy in Berlin, May 9, 2001. (AP Photo/Jockel Finck, File)
Die israelische Botschaft in Berlin.Bild: keystone

Mutmasslicher Anschlag auf Israels Botschaft in Berlin: Anklage erhoben

20.08.2025, 12:43

Deutschlands Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmasslichen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erhoben, der einen Anschlag, etwa auf die israelische Botschaft in Berlin, geplant haben soll.

Auf dem Weg zum Boarding gefasst

Der seinerzeit 18 Jahre alte russische Staatsangehörige war im Februar am Flughafen Berlin-Brandenburg festgenommen worden. Einsatzkräfte der Bundespolizei und des Landeskriminalamts Brandenburg hatten ihn am 20. Februar auf dem Weg zum Boarding erwischt. Den Angaben zufolge wollte er in Richtung Pakistan aufbrechen, um sich dort dem IS anzuschliessen und militärisch trainieren zu lassen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Staatsschutzsenat des Kammergerichts in Berlin muss entscheiden, ob er die Anklage zulässt. Er würde dann auch Termine für einen Prozess bestimmen.

Sprengstoff-Vorhaben scheiterte

In der Mitteilung der Bundesanwaltschaft – Deutschlands oberster Anklagebehörde – heisst es: «Ab Anfang Februar 2025 plante er zunächst, einen Anschlag in Deutschland, etwa auf die israelische Botschaft in Berlin, zu begehen.» Hierzu habe sich der Beschuldigte im Internet unter anderem Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoffen besorgt. Eine Umsetzung des Vorhabens sei aber daran gescheitert, dass der Mann sich die dafür erforderlichen Komponenten nicht besorgen konnte.

Parallel zu seinen Anschlagsideen soll der Beschuldigte den Angaben nach für den IS Propagandamaterial ins Russische und Tschetschenische übersetzt haben.

Treueschwur auf den IS

Zur Finanzierung der Reise nach Pakistan habe er zwei Mobilfunkverträge über teure Smartphones abgeschlossen, die er gewinnbringend verkauft habe, teilte die Bundesanwaltschaft mit. «Kurz vor Reiseantritt schickte er einem mutmasslichen IS-Mitglied im Ausland ein Video mit dem Treueschwur auf die Organisation.»

Konkret wirft die Bundesanwaltschaft dem Mann vor, als Heranwachsender eine terroristische Vereinigung im Ausland unterstützt zu haben. Zudem soll er sich unter anderem der versuchten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, der Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat schuldig gemacht haben.

Der Beschuldigte war nach der Festnahme zunächst auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Brandenburg in Untersuchungshaft gekommen. Die Bundesanwaltschaft übernahm später die Ermittlungen von der Generalstaatsanwaltschaft des ostdeutschen Bundeslandes. Der Verdächtige wurde Anfang Juni zur Haftvorführung nach Karlsruhe (Baden-Württemberg) gebracht, wo ihm ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen neuen Haftbefehl eröffnete. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Nach CIA-Meldung: Trump teilt russland- und putinfeindlichen Artikel
Laut dem US-Geheimdienst gab es keinen Angriff der Ukraine, der auf Putins Residenz gezielt hätte. Bei Donald Trump hat die Meldung womöglich einen weiteren Sinneswandel ausgelöst.
Inmitten der Verhandlungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt. Das Boulevardblatt «New York Post» stellt in dem Stück Kremlchef Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht.
Zur Story