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Israel

Anzeichen für ethnische Säuberung im Westjordanland laut UN-Bericht

epa12549517 (FILE) - A Palestinian farmer sits at an olive field during clashes after a protest against the Israeli settler outpost of Evyatar at the land of Beita village, near the West Bank city of  ...
Ein palästinensischer Bauer sitzt unter einem Olivenbaum.Bild: keystone

UN: Anzeichen für ethnische Säuberung im Westjordanland

17.03.2026, 14:1617.03.2026, 14:16

Die israelischen Siedleraktivitäten im besetzten Westjordanland sind nach einem Bericht des UN-Menschenrechtsbüros deutlich ausgeweitet worden.

Die Aktivitäten deuteten auf koordinierte Aktionen und eine israelische Politik mit Massenvertreibungen hin, «was Befürchtungen einer ethnischen Säuberung aufkommen lässt», heisst es in dem Bericht. Die unrechtmässige Umsiedlung geschützter Personen stelle ein Kriegsverbrechen dar.

Das Büro dokumentierte in den zwölf Monaten bis Ende Oktober 2025 insgesamt 1'732 Fälle von Siedlergewalt, nach 1'400 Fällen in den zwölf Monaten davor. Der Bericht bezieht sich auf die Periode bis Oktober 2025, die Zeit danach erfasst er nicht.

Die palästinensischen Bewohner würden ständig schikaniert und eingeschüchtert, und ihre Häuser und Ackerland würden zerstört, berichtete Ajith Sunghay, Leiter des UN-Menschenrechtsbüros für die besetzten palästinensischen Gebiete.

Israelische Behörden beteiligt

«Die Gewalt durch Siedler ging in koordinierter, strategischer und weitgehend unangefochtener Weise weiter», heisst es in dem Bericht. «Wobei die israelischen Behörden eine zentrale Rolle spielten, in dem sie Anweisungen geben, sich beteiligen und dieses Verhalten ermöglichen.» Viele Siedler würden vom Staat mit Waffen ausgestattet und trainiert.

Im Oktober 2025 habe es zu Beginn der Olivenernte 42 Übergriffe durch Siedler gegeben. 131 Palästinenser seien verletzt worden, so viele wie nie in einem Monat seit 2006. Allein im besetzten Ostjerusalem hätten israelische Behörden den Bau von fast 37'000 neuen Wohnungen und Häusern erlaubt, ebenso 27'200 im Rest des Westjordanlandes. (sda/dpa/nil)

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7 Kommentare
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EchoPoA
17.03.2026 16:19registriert November 2024
Was seit Jahrzehnten eigentlich schon von allen gesagt wird.
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flausch
17.03.2026 16:30registriert Februar 2017
Wie lange blockiert ihr noch praktisch jeden Kommentar der genau darauf hinweist?
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Hiergibtsnichtszusehen
17.03.2026 16:58registriert August 2018
Sagen wir schon seit Jahren. Aber man darf Israel ja nicht kritisieren.
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