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Italien

14 Jahre danach: Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Italien wegen Folter bei G8-Gipfel

14 Jahre danach: Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Italien wegen Folter bei G8-Gipfel

07.04.2015, 14:0107.04.2015, 15:03

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg hat Italien verurteilt, dies wegen Folter im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel 2001 von Genua. Dabei geht es um Misshandlung eines Demonstranten durch die Polizei.

Dem damals 61-Jährigen wurden 45'000 Euro zugesprochen. Italien wurde vom Gerichtshof in Strassburg ausserdem verurteilt, weil es kein Gesetz zur Bestrafung von Folter erlassen habe, berichteten italienische Medien.

Der italienische Aktivist war bei Schlägereien in der als Herberge für Demonstranten dienenden Schule «Diaz» in Genua misshandelt worden. Demonstranten waren damals von Polizisten schwer verprügelt worden.

Wegen des brutalen Verhaltens der Ordnungshüter waren 2012 insgesamt 25 Polizisten rechtskräftig zu Strafen bis zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess war einer von mehreren wegen der Gewalt rund um den G8-Gipfel.

Während der von massiven Krawallen geprägten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei waren Ordnungskräfte in die Schule eingedrungen. Dabei wurden mehr als 60 Demonstranten verletzt, mehrere von ihnen schwer.

Bei den gewaltsamen Kundgebungen gegen den Gipfel und der harten Reaktion der italienischen Polizei kam auch ein Demonstrant ums Leben. Er wurde von einem jüngeren Polizisten durch einen Schuss in den Kopf getötet.

Über Misshandlungen nach ihrer Festnahme hatten auch 16 österreichische Mitglieder der Theatergruppe «VolxTheater-Karawane» geklagt. Sie waren nach dem G8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden. (wst/sda/apa)

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