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Italienische Ferienrückkehrer warten bei der Einreise am Flughafen Fiumicino in Rom auf den obligatorischen Corona-Test.
Italienische Ferienrückkehrer warten bei der Einreise am Flughafen Fiumicino in Rom auf den obligatorischen Corona-Test.
Bild: keystone

«Ich fordere die Corona-Leugner auf, Respekt zu zeigen für die Familien der Toten»

Italiens Regierung wendet sich mit dramatischen Appellen an die Teilnehmer einer für Samstag geplanten Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik.
05.09.2020, 15:2005.09.2020, 19:32

Kurz vor einer Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik hat Italiens Regierung die Teilnehmer aufgerufen, die Fakten der Pandemie zu respektieren. In Rom war für den frühen Abend ein Protest verschiedener Gruppen gegen Maskenpflicht, Impfungen und Abstandsregeln angekündigt.

«Wir wollen mit einer laufenden Pandemie fertig werden. Heute gibt es in Rom eine Demonstration von Menschen, die glauben, dass sie nicht existiert. Ihnen antworten wir mit Zahlen»

Dies sagte Regierungschef Giuseppe Conte nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Samstag auf einer anderen Veranstaltung in der italienischen Hauptstadt.

Aussenminister Luigi Di Maio wandte sich ebenfalls an die Gegner von strikten Anti-Corona-Massnahmen. «Ich fordere die Corona-Leugner auf, zumindest Respekt zu zeigen für die Familien der Toten», sagte er in einer Rede in Foggia in Apulien.

Impfgegner, ultrarechte Politiker und Eltern demonstrierten

Viele hundert Menschen haben am Samstag in Rom gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung demonstriert. Bei dem Protest auf einem Platz in der Innenstadt sprachen unter anderem Impfgegner, ein ultrarechter Politiker der Partei Forza Nuova und Elternvertreter. Sie kritisierten eine angebliche «Gesundheits-Diktatur». Schutzmassnahmen wie die Maskenpflicht etwa in Schulen nannten sie «kriminell». Die Kinder müssten davor und vor Impfungen bewahrt werden. Die Polizei sprach vor Ort von geschätzt rund 2000 Menschen, darunter waren auch Schaulustige.

Ein Maskengegner und Verschwörungstheoretiker beim samstäglichen Protest in Rom.
Ein Maskengegner und Verschwörungstheoretiker beim samstäglichen Protest in Rom.
Bild: keystone

Die Demonstranten knüpften auf Plakaten und in Reden ausdrücklich an die Proteste vor einer Woche in Berlin an. «Italien ist mit Berlin», stand auf einem Transparent. Auf einem Banner war zu lesen: «Noi siamo il popolo» (Wir sind das Volk), ausserdem dass man gegen «big pharma» sei, also gegen Pharma-Riesen.

Höchster Wert seit Mai

In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Die Behörden verzeichneten mehr als 1700 Corona-Fälle in 24 Stunden und 11 neue Todesfälle. Insgesamt haben sich in Italien rund 275 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 35 500 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben.

(sda/dpa)

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