Lufthansa bietet wegen Iran-Krieg zusätzliche Fernflüge an – im Gegensatz zur Swiss
Die Lufthansa profitiert von den durch den Krieg im Nahen Osten ausgefallenen Flüge der arabischen Konkurrenten im Langstreckenverkehr. Der Konzern bietet nun Extraflüge nach Asien und Afrika an . Die Swiss indes plant keine zusätzlichen Flüge, wie sie am Dienstag auf Anfrage mitteilte.
Der Iran-Krieg stellt den weltweiten Luftverkehr auf den Kopf, nun reagiert die Lufthansa mit Extraflügen nach Asien und Afrika. Der Konzern legt wegen der stark gestiegenen Nachfrage kurzfristig zusätzliche Langstreckenverbindungen auf, teilte die Lufthansa in Frankfurt mit.
Für die kommenden Wochen plant Lufthansa vier Extraflüge von München nach Singapur und zurück sowie zwei Sonderflüge von Frankfurt nach Kapstadt. Darüber hinaus seien zwei zusätzliche Flüge von Frankfurt nach Riad vorgesehen. Für die Tochter Austrian Airlines wurden bereits zehn Sonderflüge von Wien nach Bangkok und zurück eingerichtet. Der Lufthansa-Konzern beobachte die Marktentwicklung und schliesse weitere Zusatzflüge nicht aus.
Die Lufthansa ist also indirekt Profiteur der Turbulenzen, die der Konflikt im globalen Luftverkehr ausgelöst hat. Die Vorbuchungen für Direktflüge in Richtung Asien lägen derzeit 75 Prozent über Vorjahr, sagte jüngst Konzernchef Carsten Spohr bei der Vorlage der Jahresbilanz in Frankfurt.
Swiss zurückhaltend
Die Swiss hält sich abseits. Aktuell seien keine zusätzlichen Flüge geplant, teilte die Fluggesellschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
Die Swiss-Schwesterairline Edelweiss streicht ihrerseits sämtliche Flüge nach Oman bis mindestens 2. Mai 2026. Gleichzeitig baut die Ferienfluggesellschaft ihr Angebot andernorts aus.
Zwischen dem 3. April und dem 2. Mai 2026 wird ein zusätzlicher wöchentlicher Flug von Zürich auf die Malediven angeboten, wie das Branchenportal «Travelnews» am Dienstagnachmittag schrieb. Ein Edelweiss-Sprecher bestätigte die Angaben auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.
Immer noch fast 2500 Gestrandete
Laut den am Dienstagmittag aktualisierten Zahlen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten befinden sich immer noch rund 2450 Reisende aus der Schweiz im Nahen Osten auf der Liste der Travel Admin App. Die meisten von ihnen, nämlich 1400, befinden sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, gefolgt von Oman (310) und Katar (270).
Bei den in den betroffenen Staaten lebenden Schweizerinnen und Schweizern steht mit 25'400 Menschen Israel an der Spitze, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 5400 und dem Libanon mit 1100 Auslandbürgerinnen und -bürgern. (hkl/sda/dpa)
