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Todesstrafe: 2020 wurde in diesen 18 Ländern Menschen hingerichtet

epa08548605 Protestors against the death penalty hold signs near the Federal Correctional Complex where the federal execution chamber is located in Terre Haute, Indiana, USA, 15 July 2020. As holds pl ...
In den USA kämpfen Aktivisten für die Abschaffung der Todesstrafe – 17 Menschen wurden im letzten Jahr in den Staaten exekutiert. Bild: keystone

In diesen 18 Ländern gab es 2020 Hinrichtungen – in einem nimmt die Zahl sogar zu

Der jährliche Bericht von Amnesty International zeigt: Es gibt weltweit immer weniger Hinrichtungen. Doch leider zeigt der Trend nicht überall in die richtige Richtung.
21.04.2021, 05:40
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Für das Jahr 2020 wurden mindestens 483 Hinrichtungen in 18 Ländern dokumentiert. Amnesty International geht davon aus, dass die allermeisten Todesurteile in China vollstreckt werden. Weil diese Auskunft als Staatsgeheimnis gilt, sind aber keine detaillierten Zahlen bekannt.

China ausgenommen, fanden fast 90 % der weltweiten Hinrichtungen alleine in den vier Ländern Ägypten, Irak, Iran und Saudi-Arabien statt.

In Europa wurde 2020 keine Hinrichtung dokumentiert, allerdings ist die Todesstrafe in Weissrussland noch erlaubt – 2019 wurde diese auch bei mindestens zwei Personen vollzogen.

Auf dem amerikanischen Kontinent richten seit Jahren nur noch die Vereinigten Staaten Menschen hin. Die US-Regierung unter Präsident Trump begann im Juli 2020 damit, wieder Hinrichtungen auf Bundesebene zu vollziehen, nachdem diese zuvor 17 Jahre lang ausgesetzt worden waren. In einem Zeitraum von nur sechs Monaten wurden zehn Männer exekutiert.

In Ägypten wurden 2020 sogar dreimal so viele Hinrichtungen vollzogen wie im Vorjahr – laut Amnesty International verloren mindestens 107 Menschen ihr Leben. 23 Menschen waren im Zusammenhang mit politischer Gewalt zum Tode verurteilt worden – in Gerichtsverfahren, die gemäss Amnesty International bei Weitem nicht den internationalen Standards für faire Verfahren entsprachen und erzwungene «Geständnisse» einsetzten. Sie waren laut dem Bericht von schweren Menschenrechtsverletzungen einschliesslich Folter und Verschwindenlassen gekennzeichnet.

Die erfreuliche Nachricht ist jedoch: Die Anzahl der weltweiten Hinrichtungen ging zum fünften Mal in Folge zurück. 2020 erreichten die Exekutionen den deutlichsten Tiefstand der letzten zehn Jahre.

Anzahl Hinrichtungen pro Jahr

Anzahl Hinrichtungen pro Jahr
Bild: amnesty international

Hingerichtet wurden vorwiegend Männer. Nur gerade 16 Frauen wurden im Jahr 2020 hingerichtet, das entspricht drei Prozent. Insgesamt kamen fünf Hinrichtungsmethoden zum Einsatz.

Erhängen

  • Ägypten
  • Bangladesch
  • Botswana
  • Indien
  • Iran
  • Irak
  • Südsudan
  • Syrien

Erschiessen

  • China
  • Iran
  • Jemen
  • Katar
  • Nordkorea
  • Oman
  • Somalia
  • Taiwan

Giftspritze

  • China
  • USA
  • Vietnam

Elektrischer Stuhl

  • USA

Enthauptung

  • Saudi-Arabien

In der Schweiz wurde im Jahr 1940 zum letzten Mal jemand zum Tode verurteilt und mittels Guillotine exekutiert. Es handelte sich um den mehrfach vorbestraften Hans Vollenweider, der innerhalb von zehn Tagen einen Chauffeur, einen Postboten und einen Polizisten erschoss.

Mehr zur Geschichte von Hans Vollenweider:

(lea)

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Die Guillotine von Luzern
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Die Guillotine von Luzern
Die rund vier Meter hohe Guillotine steht heute im Historischen Museum in Luzern. Sie wurde in der Schweiz von Ort zu Ort transportiert, um Hinrichtungen vorzunehmen.(bild: keystone)
quelle: keystone / urs flueeler
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Im US-Bundesstaat Arkansas werden 7 Männer hingerichtet
Video: srf
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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Toerpe Zwerg
21.04.2021 07:27registriert Februar 2014
Die Zahl für China wird auf "tausende" geschätzt. Man darf davon ausgehen, dass >90% der Todesurteile in China vollstreckt werden.

Und wer sich immer die Information zur Anzahl in China hat und leaked wird sich in dieser Schätzung finden.
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Funboy
21.04.2021 07:39registriert Juni 2019
Hat Japan nicht auch noch die Todesstrafe? Ich meine einen Artikel darüber gelesen zu haben....
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rodolofo
21.04.2021 08:40registriert Februar 2016
Dass die Philippinen mit ihrem Killer-Präsidenten Duterte auf der Karte schmutzig-weiss bleiben, zeigt für mich, dass diese Statistiken "für die Füchse" sind.
In den Philippinen werden die Todesurteile halt -besonders rationell und billig- draussen auf der Strasse ausgeführt, von Polizisten in Zivil, und weniger "fein", von hochoffiziell angestellten Staatsbeamten, ausgerüstet mit High Tech-Apparaturen, wie dem Elektrischen Stuhl, oder der Gürtel-Pritsche mit Giftspritzen-Injektion...
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