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Auch du, Schweden: Polizei vertuschte sexuelle Übergriffe von Asylbewerbern bei Festival



Nach den von der Kölner Polizei zunächst heruntergespielten sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht hat auch die schwedische Polizei eine Vertuschung von sexuellen Übergriffen durch mutmasslich ausländische junge Männer eingeräumt.

Bei Musikfestivals in Stockholm im August 2014 und 2015 habe es 38 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gegeben, in zwei Fällen wurden Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht, gaben die Behörden am Montag bekannt.

Sweden's National Police Commissioner Dan Eliasson holds a press conference in Salen, Sweden, Monday Jan. 11, 2016. Swedish police faced allegations of a cover-up Monday for failing to inform the public of widespread sexual assaults against teenage girls at a music festival last summer. (Henrik Montgomery/TT via AP)

Dan Eliasson von der schwedischen Polizei räumt die Versäumnisse ein.
Bild: AP/TT NEWS AGENCY

«Wir hätten die Informationen veröffentlichen müssen», sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Doch tatsächlich hatte die Polizei nach den Festivals jeweils nur mitgeteilt, es habe «angesichts der vielen Teilnehmer relativ wenige Delikte und Festnahmen gegeben».

Wie viele Verdächtige tatsächlich festgenommen wurden, sei nie festgehalten worden. Es ist zu keiner Verurteilung gekommen.

Die Zeitung «Dagens Nyheter» zitierte aus einem Polizeibericht, der Verdacht habe sich gegen eine Gruppe von rund 50 jungen Asylbewerbern aus Afghanistan gerichtet. Wegen der grossen Menschendichte seien die Ermittlungen schwierig gewesen.

REFILE - CORRECTING HEADLINE  Sweden's Prime Minister Stefan Lofven speaks during a news conference regarding the attacks in Paris, at the Swedish government headquarters in Stockholm, Sweden November 14, 2015.  REUTERS/Christine Olsson/TT News Agency    ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. SWEDEN OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SWEDEN. NO COMMERCIAL SALES.

«Grosse Wut»: Schwedens Premier Stefan Löfven.
Bild: TT NEWS AGENCY/REUTERS

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven reagierte erbost auf die Enthüllung. Er empfinde eine «grosse Wut», dass junge Frauen nicht auf ein Musikfestival gehen können, «ohne belästigt oder angegriffen zu werden». Dass die Polizei die Vorfälle unter den Teppich gekehrt habe, sei «ein Problem der Demokratie für unser Land».

An Silvester war es in Köln rund um den Hauptbahnhof aus einer grossen Menschengruppe heraus zu vielen sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen. Mehr als 500 Anzeigen gingen inzwischen ein – mehrere Dutzend Tatverdächtige mehrheitlich aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum wurden identifiziert. Die Polizei hatte das Ausmass der Gewalt zunächst zurückgehalten. (kad/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bijouxly 12.01.2016 09:40
    Highlight Highlight Na, da hat jemand wohl weit geplant. Super gemacht! Schürt bestimmt nicht das Misstrauen gegenüber der Politik...
  • Macke 12.01.2016 09:37
    Highlight Highlight Als Opfer von mehreren sexuellen Belästigungen und zwei Vergewaltigungen ist es mir völlig egal, woher die Täter kommen. Bei mir waren es jedenfalls 4 Schweizer, ein Deutscher, ein Portugiese, ein Libyer - alltägliche sexuelle Belästigungen sind hier nicht mitgezählt. Auf der einen Seite sind hier in den Kommentaren alle über die Taten empört und fordern Maßnahmen, andererseits beschließt der Bund bei Gleichstellungsprojekten Geld zu sparen. Dabei brauchen wir in der Schweiz eine offene Diskussion über das Thema der sexuellen Gewalt - unabhängig davon, wer sie ausübt.
  • URSS 12.01.2016 09:11
    Highlight Highlight Bei rechter Gewalt schreit alles auf. Bei Gewalt von Asylbewerbern wird alles unter den Teppich gekehrt...
    Europa schafft seine Werte ab.Und das ist traurig. Ich hoffe es ist noch nicht zu spät. Und das dieser Schock heilsam ist.
  • Bärner Gieu 12.01.2016 07:13
    Highlight Highlight Sehr gute Sendung gestern in der ARD: Hart aber fair. Da hat der Vertreter der deutschen Polizei endlich mal Klartext reden dürfen über den Druck der Politik, alles zu vertuschen!
    • MaskedGaijin 12.01.2016 10:49
      Highlight Highlight ganz im gegensatz zu grünen politikerin renate künast. verharmloserin und männer hasserin.
  • Stephan Locher 12.01.2016 01:14
    Highlight Highlight " Die Polizei hatte das Ausmass der Gewalt zunächst zurückgehalten. "

    Worauf geht Ihr mit Ausmass ein?

    Falls es die Zahl der Anzeigen ist, die kamen erst nach und nach rein.

    Hier würde ich mir einen Newsunfucked Artikel wünschen, weshalb die Anzeigen nicht sofort kamen, ist dies ein übliches Phänomen oder speziell in diesem medial immer wieder anders beschriebenen Fall?

    Dann vielleicht noch recherchieren ob nach den Vorfällen im Les Garçones auch noch nachträglich Anzeigen reingekommen sind.
  • Angelo C. 12.01.2016 00:59
    Highlight Highlight Man sieht, dass solche Vorfälle an manchen Orten liebend gerne unter den Teppich gekehrt werden, was sich letztlich - so es dann doch durchdringt - recht kontraproduktiv auswirkt. Man versucht damit die Willkommenskultur zu erhalten, bzw. die Akzeptanz in der Bevölkerung "nicht unnötig zu beeinträchtigen".

    Man darf demnach gespannt sein, wie lange die Sache verhält....

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