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Verprügelt nach Seitensprung – Richter rechtfertigt Gewalt an Frau mit der Bibel

Freispruch trotz Angriff mit Hammer: Ein portugiesischer Richter hat sich bei seinem Urteil auf die «Ehre und Würde des Mannes» berufen. Frauenverbände sind empört.



Der Oberste Justizrat Portugals hat Ermittlungen gegen einen Richter eingeleitet, der Gewalt gegen Frauen im Falle eines Seitensprungs des Opfers gerechtfertigt hatte. Das Gremium wird über das Thema beim nächsten Plenum des Justizrates am 7. November debattieren.

Das teilte der Justizrat am späten Mittwochabend in Lissabon mit. Die Entscheidungen eines Richters seien aber unanfechtbar, hatte es in einer früheren Mitteilung geheissen.

The statue of the Virgin Mary is shoulder carried by faithful prior to the start of a mass at the Sanctuary of Our Lady of Fatima Saturday, May 13, 2017, in Fatima, Portugal. The pontiff will canonize on Saturday two poor, illiterate shepherd children whose visions of the Virgin Mary 100 years ago marked one of the most important events of the 20th-century Catholic Church. (AP Photo/Armando Franca)

Keine Heilige – Richter rechtfertigt Gewalt an Frauen nach Seitensprung mit der Bibel. Bild: AP/AP

Richter Joaquim Neto de Moura vom Landgericht von Porto im Norden des Landes hatte am 11. Oktober die Verurteilung des Ex-Ehemannes und des Liebhabers einer Frau annulliert, die das Opfer 2015 gemeinsam unter anderem mit einem Hammer angegriffen hatten. Die beiden Männer waren jeweils zu 15 und 12 Monaten Haft sowie zu Geldstrafen verurteilt worden und hatten Berufung eingelegt.

Bischofskonferenz: «Nicht korrekte Verwendung der Bibel»

Der Ehebruch sei «ein schlimmer Anschlag auf die Ehre und die Würde des Mannes», hiess es in der Begründung des Richters, der sich unter anderem auch auf die Bibel berief. Das Urteil löste im ganzen Land heftige Kritik und Empörung aus.

Auch die portugiesische Bischofskonferenz teilte mit, hier liege eine «nicht korrekte Verwendung der Bibel» vor. Für Freitag riefen Frauenverbände in verschiedenen Städten zu Protestkundgebungen auf. (sda/dpa)

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