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Gedenkstätte in Kopenhagen für die beiden Opfer einer mutmasslichen Terrorattacke in Marokko.

Die beiden Opfer aus Skandinavien. Bild: epa/ritzau scanpix

Mord an Rucksack-Touristinnen: Todesstrafe für drei Männer, 20 Jahre Haft für Schweizer



Im Prozess um die mutmasslich islamistisch motivierte Ermordung zweier skandinavischer Rucksack-Touristinnen in Marokko sind drei Angeklagte zum Tode verurteilt worden. Ein mitangeklagter schweizerisch-spanischer Doppelbürger erhielt 20 Jahre Gefängnis.

Das entschied ein Gericht im marokkanischen Salé am Donnerstag. Angeklagt waren insgesamt 24 Verdächtige aus der radikalislamischen Szene. Die drei Hauptverdächtigen hatten den Mord an den jungen Frauen aus Dänemark und Norwegen im Dezember gestanden.

Schweizer hatte Unschuld beteuert

Der nun wegen «Gründung einer terroristischen Organisation» verurteilte Schweizer hatte stets seine Unschuld beteuert. Das Gericht verhängte gegen ihn die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haftstrafe. Der Mann hat die spanische und die schweizerische Staatsangehörigkeit inne und ist zum Islam konvertiert. Er soll den Haupttätern beigebracht haben, wie sie verschlüsselte Nachrichten verschicken und Waffen benutzen.

«Es gibt keinen Gott neben Gott», sagte der Hauptverdächtige, der in traditioneller salafistischer Kleidung vor Gericht erschien, während der letzten Anhörung am Donnerstag. «Lass ihn mir vergeben», fügte er an.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Dezember die Todesstrafe für die drei Hauptangeklagten gefordert. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass einer von ihnen der Anführer des für die Morde verantwortlichen Dschihadistennetzwerks war.

Mutter eines Opfers forderte Todesstrafe

Auch die Mutter des dänischen Mordopfers, hatte die Todesstrafe gegen die Täter gefordert. «Am gerechtesten wäre es, gegen diese Bestien die Todesstrafe zu verhängen, die sie verdienen», hatte die Dänin vergangene Woche in einem von ihrem Anwalt vor Gericht verlesenen Brief erklärt.

Der Anwalt der dänischen Opferfamilie sagte der Nachrichtenagentur AFP vor der Urteilsverkündung: «Wir erwarten Strafen, die der Grausamkeit der Tat entsprechen.»

Die 24-jährige dänische Studentin Luisa Vesterager Jespersen und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin Maren Ueland waren im Dezember beim Zelten im Atlas-Gebirge brutal ermordet worden. In einem nach dem Mord verbreiteten Video hatten die mutmasslichen Täter dem Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen. Ein weiteres Video zeigte die Enthauptung eines der beiden Opfer. Der Fall hatte in ganz Marokko für Entsetzen gesorgt.

Alle Mittäter sind IS-Anhänger

Alle ausser den drei Hauptangeklagten hatten sich während des Prozesses als IS-Anhänger bezeichnet. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von mindestens 15 Jahren. Für einen der Mittäter plädierte sie auf lebenslange Haft. Der 33-jährige Klempner hatte die drei Hauptverdächtigen begleitet, den Tatort aber kurz vor den Morden verlassen.

Nach Auffassung der Ermittler waren die Verdächtigen von der IS-Ideologie inspiriert, hatten aber keinen Kontakt zu den Dschihadisten in Syrien oder dem Irak. Der IS selbst reklamierte die Tat nie für sich. (tam/sda/afp)

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48
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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • michiOW 18.07.2019 23:48
    Highlight Highlight Liebe watson Leser

    In unserem Justiz System geht es, seit der Aufklärung, nicht mehr um die Rache, sondern um die Läuterung des Unhold.

    Falls ihr dieses Rchtssystem ändern wollt, wenn es um die pure Rache gehen soll, dann fühlt euch frei, eine Initiative zu starten.

    Man muss aber einen Grundsatz vertreten, mal so mal so ist nicht möglich, denn die Grenze zu ziehen ist schwer.
  • Maracuja 18.07.2019 21:45
    Highlight Highlight Als Info für alle, die anscheinend wünschen, dass die Schweiz dem Beispiel von Marokko folgt und die Todesstrafe wieder einführt. Marokko gehört m.W. zu den Staaten, welche die Todesstrafe noch im Gesetzbuch haben und Schuldige dazu verurteilen, vollstreckt werden die Urteile aber seit längerem nicht mehr, üblich ist eine Umwandlung in lebenslängliche Haft. Ob die Täter tatsächlich hingerichtet werden, ist somit nicht klar. Barbarische Strafen wie die Todesstrafe braucht es nicht, lebenslange Haft reicht als Strafe und um die Gesellschaft zu schützen.
    • Walser 18.07.2019 23:32
      Highlight Highlight @Maracuja. Solche Wünsche entstehen, weil in der Schweiz solche Bestien nach 15 Jahren wieder auf der Bahnhofstrasse flanieren. Hier gibts gar kein lebenslänglich. Und definitiv verwahrt wird auch niemand. Das ist Fakt.
    • RebeccaL 19.07.2019 09:39
      Highlight Highlight @Walser
      Das Problem an einer lebenslänglichen Verwahrung ist, dass der Täter dann keine Motivation hat, sich im Gefängnis anständig zu benehmen. Denn er hat ja nichts zu verlieren, weil er keine Chance hat, jemals wieder frei zukommen.
      Aber ich sehe, was du meinst. In meinen Augen ist es auch eher problematisch.
  • Alle Aufmerksamkeit dem doofen Prozent 18.07.2019 20:32
    Highlight Highlight Soviel zur präventiven Wirkung der Todesstrafe...

    Für Idioten ist sowas die Rolltreppe zum Märtyrer-Tod. Nur schon darum sollte man sie lebenslänglich ihr erbärmliches Leben zu Ende leben lassen. :-)
  • Rumbel the Sumbel 18.07.2019 20:29
    Highlight Highlight Den Urteilen gibt es nichts mehr beizufügen!
  • Mehmed 18.07.2019 19:57
    Highlight Highlight Wenn Trump die Todesstrafe propagiert, tun alle sehr empört. Wenn aufgeklärte Europäer diese fordern, ist das natürlich gaanz was anderes.
    • Stamix 19.07.2019 03:48
      Highlight Highlight ist in der Tat richtig, Mehmed. Das Thema ist aber zu heikel um es mit Trump zu begründen. Du verführst die Fragestellung und machst diese zu "Trump vs aufgeklärte Europäer". Am Ursprung steht eines von vielen unverzeihlichen Verbrechen mit denen die Gesellschaft ins reine kommen muss. Der Weg dorthin hat nichts mit Trump gemein, vielleicht aber mit der Aufklärung -
  • murrayB 18.07.2019 19:33
    Highlight Highlight Tragisch, dass ein Schweizer solche Taten noch unterstützt...

    Ein Fehler der Schweizer Migrationspolitik...
    • murrayB 18.07.2019 21:42
      Highlight Highlight An all die Blitzer - denkt ihr, dass es kein Fehler war, so jemanden den Schweizer Pass zu vergeben?
    • Shabaqa 18.07.2019 22:30
      Highlight Highlight Wie kommst du darauf? Der Mann ist ja konvertiert. Steht im Artikel...
    • michiOW 18.07.2019 23:43
      Highlight Highlight Ich habe den Artikel gelesen, aber bitte korrigiere mich wenn ich dennoch falsch liege, doch wo steht, dass er eingebürgert wurde?
      Seine Eltern könnnen ja auch Spanier und Schweizer sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • murrayB 18.07.2019 19:30
    Highlight Highlight Ich bin mir sicher, dass wir auch in Europa die Todesstrafe bis in 50 Jahren wieder eingeführt haben - genau wegen so Spinnern wie IS, Breivik etc.


    Und das finde ich in diesen Fällen gut so!
    • AngelitosHE 19.07.2019 00:18
      Highlight Highlight Wir sollten definitv nicht Gott spielen.
    • Astrogator 19.07.2019 03:14
      Highlight Highlight Falls die Todesstrafe wieder eingeführt werden sollte, dann nicht wegen Spinnern wie IS und Breivik, sondern wegen Spinnern wie MurrayB.

      Intelligente und zivilisierte Menschen lehnen die Todesstrafe aus guten Gründen ab, während es für die Todesstrafe nur ein Argument gibt: primitive Rachegelüste mit 100% in Kauf nahme von Justizopfern.
  • hiob 18.07.2019 19:28
    Highlight Highlight „neben gott gibt es keinen gott“ ok, du held. jetzt darfst du für deinen gott sterben.
  • Garp 18.07.2019 18:56
    Highlight Highlight Man ist für oder gegen die Todesstrafe. Ich bin dagegen. Ja, Todesstrafe ist unmenschlich, sie wird nur möglich indem man die Täter entmenschlicht und aus ihnen Dämonen und Bestieh macht und die Rache und Vergeltung befriedigt. Niedere Instinkte werden befriediget, die gleichwohl sehr stark sind.
  • anundpfirsich 18.07.2019 18:30
    Highlight Highlight 0 Mitleid mit den 3 Angeklagten!
  • Dr. Evil 18.07.2019 17:57
    Highlight Highlight Was es falsch, Nazis zum Tode zu verurteilen, die Abertausende direkt oddr indirekt auf dem Gewissen hatten?

    Und inwiefern ist der Fall nun anders (man lese den Artikel richtig).

    ---------

    "Wir erwarten Strafen, die der Grausamkeit der Tat entsprechen."

    -Das finde ich wiederum auch nicht sinnvoll, dann wird man nur selbst zum Monster.

    Lieber kurz, diskret, schmerzfrei. Bereuen werden die das eh nicht mehr.
  • tzhkuda7 18.07.2019 17:31
    Highlight Highlight Es ist, auch wenn ich kein Freund der Todesstrafe bin sondern für die lebenslange Verwahrung, beruhigend, das die Marokkanische Justiz hier so hart gegen Radikale, die selber zu Mord bereit sind, vorgeht.
  • Petersilie123 18.07.2019 17:17
    Highlight Highlight Das wohl einzig sinnvolle... und kommt mir jetzt nicht mit das ist unmenschlich
    • Ichiban 18.07.2019 17:30
      Highlight Highlight Wo ziehst du denn die grenzen, ob bei mord die todesstrafe sinnvoll ist oder nicht?
    • Mutbürgerin 18.07.2019 17:46
      Highlight Highlight Wieso Grenze. Eine Strafe muss immer schlimmer sein, als das Verbrechen, sonst nützt sie ja nichts.
    • giandalf the grey 18.07.2019 17:49
      Highlight Highlight Das ist unmenschlich. Aber nicht nur das, es ist auch inkonsequent und dumm. Denn wenn du jemanden zum Tod verurteilst, wirst du auch zum Mörder und müsstest dementsprechend auch mit dem Tod bestraft werden.
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