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epa04524932 A handout photograph made available by the US Coast Guard on 11 December 2014 shows the 25 foot (7.62 meter) sailboat Malia as it is manned by coast guard personnel following the rescue of 67 year -old Ron Ingraham, 64 miles (102.9 Km) south of Oahu, Hawaii, USA, 09 December 2014. Ingraham reportedly spent 12 days missing at sea aboard his sailboat after first sending out a distress call saying the boat was disabled and taking on water on 27 November 2014. A search was mounted but found no sign of the sailor and was called off on 01 December. Another distress call was received on 11 December leading to the rescue.  EPA/US COAST GUARD / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Die US-Küstenwache soll Drogenhäftlinge bis zu 70 Tage auf ihren Schiffen festhalten, ohne dass gegen sie eine Anklage besteht. Bild: EPA/US COAST GUARD

70 Tage auf einem Schiff: USA setzen im Drogenkrieg «schwimmende Guantanamos» ein



Es hört sich an wie eine Verschwörungstheorie: Die USA setzen laut einem Bericht der «New York Times» im Krieg gegen Drogen auf Gefängnisschiffe. Dabei werden Fischer, die auf ihren Kuttern Kokain in die USA schmuggeln, in internationalen Gewässern aufgegriffen und monatelang auf solchen Schiffen befragt.

Das Heikle dabei ist, dass auf internationalen Gewässern andere Gesetze gelten als zum Beispiel auf dem US-Festland. Im Kampf gegen den Cannabis-Schmuggel erlaubte der Kongress der Küstenwache in den 90er-Jahren, Drogenschmuggler auf internationalen Gewässern aufzugreifen.

Weil die Aufgegriffenen offiziell nicht als festgenommen gelten, dürfen sie über mehrere Wochen oder Monate ohne Anklage festgesetzt werden, bevor sie vor ein US-Gericht treten. Die Vorgehensweise ist also legal.

This undated handout photo provided by the US Coast Guard shows US Coast Guard Cutter Vigilant. Thirty-eight Cuban migrants caught trying to sail to the U.S. are stranded aboard a U.S. Coast Guard vessel, waiting for permission from the Cuban government to return home, The Associated Press has learned. The migrants were among about 96 Cubans who were intercepted at sea and taken aboard the Coast Guard Cutter Vigilant. The Cuban government allowed the return of the other 58 people. (Coast Guard via AP)

Auf solchen Schiffen werden die Gefangenen über mehrere Wochen verstaut. Bild: AP/US Coast Guard

70 Tage nass festgekettet

«New York Times»-Journalist Seth Freed Wessler hat sieben ehemalige Boots-Häftlinge getroffen und alle beschrieben die Zustände auf den Schiffen als unzumutbar. Einer der Schmuggler beschrieb, dass er über 70 Tage mehr oder weniger nass angekettet auf einem solchen «schwimmenden Guantanamo» verbrachte. 

In den 90er-Jahren seien im Schnitt etwa 200 Personen im Jahr von der US-Küstenwache auf internationalen Gewässern festgenommen worden. In den letzten sechs Jahren waren es 2700, also mehr als doppelt so viele, schreibt die Zeitung.

Nun wurde die Vorgehensweise der US-Justiz publik. 2008 hatte die britische Menschenrechtsgruppe Reprieve erstmals Fälle von solchen Haftmassnahmen öffentlich gemacht. Das US-Justizministerium hatte dies jedoch bestritten.

«Manchmal gab es Transporte auf Schiffen, aber nicht als Hafteinrichtung», sagte der Pentagon-Sprecher Gary Keck damals. Laut seiner Definition sei Haft ein Ort für einen langfristigen Aufenthalt. Ob 70 Tage unter diese Definition fallen, sei dahingestellt. (leo)

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Video: srf/SDA SRF

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quelle: ap/ap / felipe dana
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