International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Teenager (Shutterstock)

In Island konsumieren nur 5 Prozent der 15- bis 16-Jährigen Alkohol. (Symbolbild) bild: shutterstock

Von 42 auf 5 Prozent: Wie Island seine Teenager von Alkohol- und Drogenmissbrauch abhält



Die Teenager Islands gehören heute zu den «cleansten» ganz Europas. Das war nicht immer so. 1998 war der Alkohol- und Drogenkonsum von 15- bis 16-jährigen Teenagern enorm hoch. Rund 42 Prozent gaben an, regelmässig Alkohol zu trinken. Manche sogar bis zum Umfallen. 

Heute, 20 Jahre später, konsumieren lediglich fünf Prozent der 15- bis 16-jährigen Jugendlichen Alkohol. Der Cannabis-Konsum sank von 17 auf 7 Prozent. Und auch das Rauchen wurde immer unbeliebter: 1998 waren es noch 23 Prozent, die täglich rauchten. Heute sind es nur noch knapp 3 Prozent.

Das Land hat es geschafft, den Drogen- und Alkoholkonsum von Minderjährigen innerhalb von 20 Jahren drastisch zu senken – und das in fünf einfachen Schritten. 

  1. Die Ausgangssperre
    Wer unter 16 ist, muss um 10 Uhr abends Zuhause sein. Kontrolliert wird die Ausgangssperre von Eltern-Patrouillen, die U-16-Jährige ansprechen und sie sanft nachhause schicken.
  2. Der Eltern-Vertrag
    «Home and School», der isländische Dachverband für Elternorganisationen, stellte Eltern-Verträge zusammen, die zahlreiche Eltern unterschrieben. Der Inhalt der Verträge variiert je nach Altersgruppe. Für Kinder ab 13 Jahren können sich Eltern beispielsweise verpflichten, ihren Kindern keine unbeaufsichtigten Partys zu erlauben und Minderjährigen keinen Alkohol zu kaufen. 
  3. Der Freizeit-Gutschein
    Um die Jugendlichen beschäftigt zu halten, kriegt jeder Schüler jährlich einen Gutschein für ausserschulische Aktivitäten. Der kann dann bei einem Fussballclub oder für eine Reitschule eingelöst werden. 
  4. Die Forschung
    Um Unzufriedenheiten bei Jugendlichen vorzubeugen, führt Island jedes Jahr eine Umfrage durch. Darin beantworten die Teenager Fragen über Freunde und Familie, ihre Gefühle und ihrem Umgang mit Alkohol und Drogen. 
  5. Die Politik
    Aufgrund der jährlichen Umfrageergebnisse können konkrete Massnahmen für eine weitere Verbesserung getroffen werden. Hier sind vor allem die Regionalpolitiker Islands gefragt. Aufgrund der detaillierten Ergebnisse, können sie konkrete Massnahmen beschliessen, um die Jugendliche von Alkohol- und Drogenmissbrauch abzuhalten. Sie sprechen beispielsweise mit Eltern, Vereinsverantwortlichen und Lehrern.

(ohe)

Die 30 einflussreichsten Teenager des Jahres 2017

Abonniere unseren Newsletter

25
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FranciscoTarrega 16.11.2017 13:26
    Highlight Highlight man könnte die jugendlichen auch zu hause in einem zimmer einsperren, heimunterricht geben und nur begleitet vor die haustür lassen. sollte sich der jugendliche doch mal zu hause an der minibar vergreifen, gibt man ihm halt eine ohrfeige. bam, 0% drogenkonsum (btw. der ausdruck "alkohol und drogenkonsum ergibt keinen sinn, dann könnte man auch "heroin und drogenkonsum schreiben) bei den jugendlichen.... (ich imfall ironisch gmeint)
  • dave1771 16.11.2017 13:26
    Highlight Highlight Uns wir sprechen jedes Jahr darüber Kampfjets anzuschaffen oder unser öffentliches TV abzuschaffen?!
  • einmalquer 16.11.2017 12:01
    Highlight Highlight Sie kiffen nicht, sie saufen nicht - dann tun sie eben was anderes:

    https://www.forum.sexualaufklaerung.de/index.php?docid=1036
  • Ratson 2.0 16.11.2017 09:10
    Highlight Highlight Suuupi Ansatz, Umsetzung naja und Ziel edel!

    Mein Weindoch dazu:

    Mich nervts das man in so gut wie jedem Film, immer, aber auch immer zum starken Alkohol greift und sich die Darsteller betäuben. Einfach weil ihre Situation hald so beschissen ist. Das ist mehr wert, als jede Alk Werbung die es gibt. In gewissen Gefühlszuständen ein NORMALES verhalten vormachen, und wir machen alles nach. Echt zum kotzen diese Filmlandschaft & Alklobby.

    Weindoch ende

    Wär übrigens auch mal einen interessanten Bericht wert Watson. Versteckte Movie Verhaltens-psychologie.
    • Mia_san_mia 16.11.2017 13:53
      Highlight Highlight In jedem Film?! 😂
  • Karl33 16.11.2017 08:40
    Highlight Highlight Ausgangsperre klingt nach totalitärem Regime.
  • Political Incorrectness 16.11.2017 08:24
    Highlight Highlight ... 6. Alkohol ist ja fast unbezahlbar für Jugendliche und nur in staatlichen Läden (für Getränke über 2,25% Alkohol) zu erhalten.
  • Peter Panetoni 16.11.2017 08:05
    Highlight Highlight Wo ist das Problem?
    Wenn die Jugendlichen nicht jetzt ausprobieren (Alkohol, Kiffen etc.) dann tun sie's später.
    Ausserdem: wir habens ja auch gemacht und überstanden ☺
    • aglio e olio 16.11.2017 09:46
      Highlight Highlight nicht alle
  • Posersalami 16.11.2017 06:51
    Highlight Highlight Gut gemacht Island! Wieso klappts bei uns nicht mal im Ansatz so gut?
    • phreko 16.11.2017 14:03
      Highlight Highlight Weil wir Calvin und Zwingli inzwischen doch überwunden haben...
  • Gsnosn. 16.11.2017 06:46
    Highlight Highlight Das ist gute Politik! Problem sehen-> Lösungen bringen -> umsetzen -> Probem fertig.
  • TheDude10 16.11.2017 05:05
    Highlight Highlight Ausgangssperren finde ich eine zu große Einschränkung der individuellen Freiheit.
    • _kokolorix 16.11.2017 08:37
      Highlight Highlight Was haben unter 16jährige abends nach 10 unbeaufsichtigt draussen zu suchen? Das gibt nur Probleme und bringt die Jugendlichen auch nicht weiter. In keiner funktionierenden Gesellschaft ist das so, nur in verwahrlosten
    • NotWhatYouExpect 16.11.2017 09:04
      Highlight Highlight Um schweres Thema... aber es ist ja nicht so, dass es komplett Verboten ist. MIt den Eltern können Sie ja auch noch länger als bis 22:00 Uhr raus.

      Natürlich würde ich es bevorzugen, wenn man gar nicht soweit gehen muss. Aber leider meinen viele Eltern, dass Ihre Kinder bis nachts um 24 Uhr oder noch länger unterwegs sein können.

      Habe schon zu oft in Zürich am Samstag / Freitag oder unter der Woche "Kinder" gesehen die sich am besaufen waren und nur scheisse gemacht haben. (ältere sind natürlich keine ausnahme)

      Zu einer guten erziehung finde ich gehören klare grenzen.
    • Tilman Fliegel 16.11.2017 09:14
      Highlight Highlight Für unter 16-jährige? Die individuelle Freiheit von Kindern wird ständig eingeschränkt, man nennt es auch Erziehung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stigs 16.11.2017 01:21
    Highlight Highlight kann ich kein bisschen unterstützen. die verantwortung kann man jugentlichen in diesem alter zutrauen und sollte nicht mit verboten, ausgangssperren und absoluter kontrolle verhindert werden sondern mit aufklärung vermieden werden. wenn sie dann immernoch trinken wollen dann sollen sie doch ihre eigenen erfahrungen machen das gehört schliesslich auch zu erwachsen werden.
    • _helmet 16.11.2017 07:40
      Highlight Highlight Genau falsch. Verantwortung natürlich, die ist ja auch da. Aber die Rahmenbedingungen: Anreize, Alternativen, Erschwinglichkeit etc. sind viel entscheidender. Das zeigt auch dieses Beispiel. Aufklärung ist natürlich nicht grundsätzlich verkehrt, kann aber auch den gegenteiligen Effekt haben und bingt alleine leider nicht so viel,
      wie die Erfahrung zeigt (zudem fehlen dafür oft auch die Mittel, die hier so viel effizienter eingesetzt sind).
    • Snowy 16.11.2017 09:22
      Highlight Highlight Verantwortung im gleichen Atemzug mit "jugendlich" zu nennen scheint mir etwas gewagt.

      Bin alles andere als ein Befürworter von Law&Order aber der "Island-Weg" zeichnet sich ja eben genau durch eine gute Mischung aus. Nur eine Masnahme ist repressiv (Ausgangssperre ab 22:00).
      Und da geht es wohl kaum darum, dass ein Jugendlicher nicht mehr um 23:00 zu seinem Elternhaus nach Hause gehen darf - es sind hier Versammlungen von Ü16 auf öffentlichem Boden gemeint.
    • bewusst 16.11.2017 11:12
      Highlight Highlight Deshalb sind wir ja auch soviel erfolgreicher wie die Isländer?
      Immer wenn jemand erfolgreich ist sollte man vielleicht mal etwas genauer hinschauen. Nebenbei beruhen die Massnahmen ja auch nicht nur auf Repression sondern so wie ich es verstanden habe auch auf hinhören und Zusammenarbeit mit den jugendlichen.
  • Howard271 15.11.2017 23:22
    Highlight Highlight Die Umsetzung solcher Massnahmen ist bei einem Land, das mit rund 340‘000 Einwohnern etwa so gross wie der Kanton Wallis ist, aber auch deutlich einfacher als anderswo...
  • James McNew 15.11.2017 23:22
    Highlight Highlight Oder einfach: Die Party in der legendären Partymetropole Reykjavik isch vrbii. Aber wahrscheinlich schon besser so für die Kids...

Gymi-Verbot, weil die Eltern Sozialhilfe beziehen – jetzt ist der Bundesrat gefragt

Im Kanton Obwalden wollte das Sozialamt einer jungen Frau den Besuch der Fachmittelschule verbieten, weil ihre Eltern von der Sozialhilfe leben. Das ist laut der Sozialhilfe-Konferenz rechtens. Ein No-Go, sagt die grüne Nationalrätin Sibel Arslan. Sie bringt das Thema nun in Bundesbern auf den Tisch. 

Was tun nach der obligatorischen Schule? Ist die Berufslehre der Königsweg oder geht man lieber ins Gymnasium? Für Rahel* aus der Gemeinde Kerns im Kanton Obwalden war der Fall klar. Sie wollte nach den Sommerferien die Fachmittelschule besuchen. Ihr Weg dahin war jedoch alles andere als einfach.

Die Sozialbehörde in ihrer Wohngemeinde untersagte der 16-Jährigen den Besuch der Fachmittelschule, wie der «Beobachter» im Sommer 2018 schrieb. Der Grund: Rahels Familie bezieht Sozialhilfe. 

Artikel lesen
Link zum Artikel