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epa07206631 The concert of the Polish National Radio Symphony Orchestra perform a concert for participants of the UN Climate Summit COP24, in Katowice, Poland, 03 December 2018. The COP (Conference of the Parties) summit is the highest body of the UN Framework Convention on Climate Change (UNFCC). Expected at the meeting are close to 30,000 delegates from all over the world, including government leaders and ministers responsible for environmental policy.  EPA/Andrzej Grygiel POLAND OUT

Zur Eröffnung der Klimakonferenz COP24 im polnischen Kattowitz spielte ein Orchester.  Bild: EPA/PAP

Wie grün ist Chinas Politik und was bringt der Klimagipfel? – 8 Fragen und Antworten

An der Klimakonferenz im polnischen Kattowitz wird über die Zukunft der Welt diskutiert. Wir liefern acht Antworten.

CHRISTOPH BOPP, NIKLAUS SALZMANN, FELIX LEE, RENZO RUF UND SABINE KUSTER / ch media



Was bringt der Klimagipfel?

Vor drei Jahren haben sich in Paris fast alle Länder zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen verpflichtet. Nun sollen Regeln für die Umsetzung festgelegt werden.

Swiss Federal President Alain Berset, Ambassador Juerg Burri, and Ambassador Franz Perrez, from left, discuss during the COP24 United Nations Climate Change Conference in Katowice, Poland, Monday, December 3, 2018. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Franz Perrez (rechts) mit Alain Berset. Bild: KEYSTONE

Franz Perrez, der als Umweltbotschafter der Schweiz an der Konferenz in Kattowitz teilnimmt, sagt: «Wichtig ist, dass das Pariser Abkommen nun robust umgesetzt wird. Vielleicht werden die Umsetzungsregeln nicht ganz so ambitioniert, wie wir von der Schweizer Delegation es gerne hätten, aber ich denke, wir werden Gutes erreichen.»

Kann die 2-Grad-Grenze noch eingehalten werden?

Mittlerweile ist der Weltklimarat zum Schluss gekommen, dass ein Temperaturanstieg um 1,5 Grad viel besser wäre als das 2-Grad-Ziel. Dieses Ziel, zu dem sich die Unterzeichner des Pariser Abkommens verpflichtet haben, ist aber schon ambitioniert genug. Die Zeit ist knapp. Irgendwann vor 2100 (am besten schon bis 2050) muss die Welt CO2-neutral sein.

Das würde heissen: Keine fossilen Energieträger mehr verbrennen – kein Öl, kein Benzin, keine Kohle und kein Gas mehr. Einige sagen, dass das Ziel nicht mehr mit Reduktion allein erreicht werden kann. Sondern dass wir noch Technologien brauchen, die das CO2 reduzieren, das bereits in der Atmosphäre ist. Doch solche Technologien gibt es höchstens in Ansätzen.

Klimawandel und Golfstrom – fragile Ozeanzirkulation:

Warum wird an diesen Gipfeln nichts rechtlich Verbindliches beschlossen?

Der Klimagipfel von Paris 2015 brachte einen neuen Modus. Anstatt für alle Länder verbindliche Reduktionsziele vorzuschreiben, was sich als nicht sehr zielführend erwiesen hatte, überliess man es den einzelnen Ländern, nationale Reduktionsziele zu formulieren. Angestrebt wird, dass sich bis 2020 alle Länder zu effektiven Massnahmen verpflichtet haben. Mit den aktuell versprochenen Politiken würde die Durchschnittstemperatur um 3 bis 4 Grad steigen. Damit das 2-Grad-Ziel erreicht werden kann, braucht es also noch jede Menge Nachschärfungen.

Wird überhaupt kontrolliert, was versprochen wurde?

Einer der wichtigsten Punkte dieses Klimagipfels ist die redaktionelle Finalisierung des sogenannten Regelbuchs. Dort soll unter anderem festgelegt werden, wie die einzelnen Massnahmen miteinander verglichen werden können, wie Transparenz und Verlässlichkeit erreicht werden können. Der aktuelle Klimagipfel COP24 wurde als Deadline definiert. Unter anderem wird vorgeschrieben, wie gross der Anteil der CO2-Reduktion sein darf, der im Ausland erreicht werden soll.

Der Rheinfall ist am Austrocknen und das sind die Folgen:

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Video: srf

Welches sind die klimafreundlichsten Länder?

Am wenigsten Kohlendioxid pro Kopf wird in afrikanischen Ländern wie Burundi, Somalia und Tschad ausgestossen. Diese Länder sind wirtschaftlich wenig entwickelt und haben kaum Industrie. Die Industrieländer haben weit mehr Emissionen pro Kopf zu verbuchen. Auch in Europa zeigt sich aber der Zusammenhang zur wirtschaftlichen Entwicklung – so hat die Schweiz einen mehr als doppelt so hohen Pro-Kopf-Ausstoss als Albanien. Im Vergleich zu den Nachbarländern steht die Schweiz jedoch gut da.

Image

Bild: zvg ch media

Frankreich hat einen ähnlich tiefen Pro-Kopf-Ausstoss, während Italien, Österreich und Deutschland deutlich darüber liegen. Die totalen CO2-Emissionen in der Schweiz sind seit 1990 bereits deutlich gesunken (siehe Grafik). Doch die Werte sind unvollständig: Durch den Konsum importierter Produkte und Dienstleistungen verursachen Schweizerinnen und Schweizer Emissionen, die in der Statistik anderen Ländern zugerechnet werden.

Die grössten Klimasünder:

Wie grün ist Chinas Politik wirklich?

Lange galt China als Klimakiller Nummer eins. Das ist das bevölkerungsreichste Land der Welt statistisch gesehen auch weiterhin. Die Volksrepublik stösst mehr CO2 aus als alle 35 Mitgliedsstaaten der OECD zusammen. Und doch hat sich China zuletzt zum Liebling von Klimaschutzorganisationen entwickelt.

China sagte am Klimaschutz-Gipfel 2015 in Paris erstmals ein verbindliches Emissionsziel zu und versprach, den CO2-Ausstoss spätestens ab 2030 zu senken. Zwar bauen die Chinesen wegen ihres enormen Energiebedarfs weiter neue Kohlekraftwerke. Doch parallel dazu baut China seine erneuerbare Energie kräftig aus. Egal ob Wind, Solar oder Wasserkraft – kein Land investiert derzeit so viel in klimaneutrale Energieformen wie die Volksrepublik. Mit Erfolg: 2017 ging der CO2-Ausstoss in China erstmals leicht zurück, also 13 Jahre früher als zugesichert.

Verschmutzung in Chinas Hauptstadt aktuell besonders schlimm:

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Video: srf

Welches sind die Folgen davon, dass Trump aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen ist?

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hält an ihrem Kurs fest. Bei der Formulierung des Abschluss-Communiqués des G-20-Gipfels in Argentinien beharrten die amerikanischen Unterhändler darauf, dass die Position der grössten Volkswirtschaft, wonach die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens Arbeitsplätze vernichte, in einem separaten Paragrafen gewürdigt werde.

In this Nov. 26, 2018, photo, President Donald Trump speaks to members of the media before boarding Marine One on the South Lawn of the White House in Washington. Trump has moved steadily to dismantle Obama administration efforts to rein in coal, oil and gas emissions, even as warnings grow _ from his own administration and others _ about the devastating impact of climate change on the U.S. economy as well as the earth. Trump has dismissed his administration’s warnings about the impact of climate change, including a forecast, released Friday, that it could lead to economic losses of hundreds of billions of dollars by the end of the century. (AP Photo/Andrew Harnik)

US-Präsident Donald Trump. Bild: AP/AP

17 der 50 US-Bundesstaaten wollen sich damit aber nicht abfinden. Sie bilden das Rückgrat der U.S. Climate Alliance, die eine umfassende Reduktion der Konzentration von Treibhausgasen anstrebt. Da sich auch der bevölkerungsstärkste Staat Kalifornien unter den Partnern befindet, kann die Allianz die Klimapolitik des gesamten Landes beeinflussen.

Wie müssten wir leben, damit der Klimawandel gestoppt wird?

Der britische Ökonom Graeme Maxton sagte kürzlich dazu: «Wir müssen nicht zurück in die Steinzeit. Aber zum Lebenswandel in den 70er- oder 60er-Jahren.» Unsere Waschmaschine müssten wir nicht zurückgeben, meint er, aber gemeinschaftlich nutzen. Und man müsste sie flicken können, statt sie ersetzen zu müssen.

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kaspar Floigen 04.12.2018 19:14
    Highlight Highlight Wir werden nicht mehr lange so gut da stehen. Spätestens, wenn in der Schweiz die Atomkraftwerke abgeschaltet werden, können wir uns bei Deutschland einreihen.
  • m. benedetti 04.12.2018 11:26
    Highlight Highlight Immer dieses unsägliche Wording. Man kann den Klimawandel nicht stoppen, denn Klimawandel geschieht immer, da es keine stabile Lage der Erde 🌍 im Weltraum gibt und sich auch der Einfluss der Sonne und das Magnetfeld dauernd ändern. Besser wäre etwa „positiv beeinflussen“, wobei positiv noch zu definieren wäre, denn eine wärmere und CO2 reichere Atmosphäre ist für die Flora nicht per se schlecht.
  • WayneTheBrain 04.12.2018 09:49
    Highlight Highlight Wir können den Klimawandel nur bekämpfen in dem wir noch mehr Klimagipfel organisieren, an welchen unverbindliche Abkommen beschlossen werden. Zu diesen müssen wir noch mehr Politiker, Orchester, Köche und Chöre einfliegen lassen, welche gemeinsam das Lied des Klimawandels einstimmen. Dann und nur dann, wird sich die Welt zum guten wenden!
    • Blitzableiter 04.12.2018 10:25
      Highlight Highlight Ich verstehe was du meinst. Aber es gehöhrt nunmal zum ganzen Polit-Zirkus dazu. Lieber so als garnichts.
    • Waedliman 04.12.2018 10:57
      Highlight Highlight Ich kann Ihren Zynismus absolut nachvollziehen und finde es geradezu lächerlich, dass noch so getan wird, als gäbe es in den USA, Russland, Indien oder China überhaupt noch ein Interesse an dem Thema. Brasilien ist das nächste Land, das auf Klimaschutz pfeift. Liebe Neugeborene - willkommen in einer Zukunft, die ihr nicht mehr haben werdet.
    • Bion1988 04.12.2018 11:57
      Highlight Highlight Das Problem ist bekannt, nennt sich "Tragik der Allmende". Ohne Absprache ist diesem Mechanismus nicht beizukommen.
      Ob es dafür ein Orchester braucht ist aber jedoch fragwürdig ;)
  • Aerohead 04.12.2018 08:28
    Highlight Highlight "...dass wir noch Technologien brauchen, die das CO2 reduzieren, das bereits in der Atmosphäre ist. Doch solche Technologien gibt es höchstens in Ansätzen."

    Naja... es nennt sich Wald.
    • Bion1988 04.12.2018 11:53
      Highlight Highlight Grundsätzlich ist bekannt, wie die Reduktion oder Entfernung von CO2 aus der Athmosphäre funktionieren soll/kann. Die Probleme sind gesellschaftlicher oder politischer Natur.
  • Guetzlimampfer 04.12.2018 07:58
    Highlight Highlight Weniger Menschen in die Welt setzen würde viel lösen, bin ich überzeugt...
    • Waedliman 04.12.2018 10:59
      Highlight Highlight Aber nein, wir müssen reproduzieren, bis wir nix mehr zu fressen haben.

Erster Verlierer: Der Regenwald. Warum Brasiliens neuer Präsident eine Klima-Gefahr ist

Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die Präsidentenwahl in Brasilien gewonnen. Der Ex-Militär kam auf 55,14 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt am Sonntag nach der Auszählung fast aller Stimmen mitteilte. Sein Gegner Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei erhielt demnach 44,86 Prozent.

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